Fondation Le Corbusier
8–10 Square du Docteur Blanche, 75016 Paris, fr
Email: info@fondationlecorbusier.fr

Die Fondation Le Corbusier in Paris, gegründet 1967, bewahrt das architektonische, künstlerische und theoretische Erbe Le Corbusiers. Entdecken Sie die Geschichte, den Stil und die Bedeutung dieser Stiftung, die das Vermächtnis der modernen Architektur schützt und erforscht.

Die Maison La Roche ist von Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 17.30 Uhr. Jährliche Schließzeiten sind an Feiertagen sowie vom 27. Juli bis 18. August und vom 22. Dezember bis 5. Januar.


Die Fondation Le Corbusier wurde gegründet, um das umfassende Werk des Architekten, Künstlers und Theoretikers Le Corbusier dauerhaft zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die offizielle Gründung erfolgte am 10. Juli 1967 in Paris, und im darauffolgenden Jahr, am 24. Juli 1968, wurde die Stiftung als gemeinnützig anerkannt. Bereits zu Lebzeiten hatte Le Corbusier die Idee entwickelt, eine Institution zu schaffen, die sein architektonisches, künstlerisches und schriftstellerisches Erbe vereinen sollte.

Sitz der Stiftung ist das Gebäudeensemble Maisons La Roche & Jeanneret in Paris, das in den Jahren 1923 bis 1925 von Le Corbusier und seinem Cousin Pierre Jeanneret errichtet wurde. Diese Häuser sind heute Teil des UNESCO-Welterbes und dienen als Museum, Archiv und Forschungszentrum.

Die Geschichte der Fondation Le Corbusier spiegelt den Geist der Moderne wider. Le Corbusier, eigentlich Charles-Édouard Jeanneret-Gris, wollte sicherstellen, dass seine über Jahrzehnte gesammelten Entwürfe, Skizzen, Möbel, Fotografien und Publikationen nicht in privaten Sammlungen verstreut, sondern zentral erhalten bleiben. Nach seinem Tod im Jahr 1965 setzten seine Weggefährten diesen Wunsch um und gründeten eine Institution, die heute zu den bedeutendsten Architekturerbestätten Europas zählt.

Die Stiftung besitzt über 35 000 Zeichnungen und Pläne, 8 000 Skizzen, 400 000 Dokumente, 15 000 Fotografien und zahlreiche Gemälde, Skulpturen und Designobjekte. Sie dient Forschern, Kuratoren, Architekten und Kunsthistorikern als zentrale Quelle, um Le Corbusiers Vision einer neuen, modernen Welt zu verstehen.

Der Stil Le Corbusiers prägte das 20. Jahrhundert: klare Linien, geometrische Formen, Beton- und Stahlkonstruktionen, die Idee der „Wohnmaschine“, die funktionale Architektur und das harmonische Zusammenspiel von Raum, Licht und Farbe. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Moderne und beeinflusste Generationen von Architekten weltweit. Seine Werke verbinden Purismus und Rationalismus mit poetischer Tiefe – ein Zusammenspiel aus mathematischer Ordnung und menschlicher Maßstäblichkeit.

In der Epoche der Klassischen Moderne markierte Le Corbusier einen Wendepunkt: Er löste sich von der dekorativen Tradition des 19. Jahrhunderts und entwickelte eine Architektur, die auf Funktion, Struktur und Klarheit basiert. Seine Prinzipien – die „fünf Punkte der neuen Architektur“ – bildeten die Grundlage für viele spätere Bauten des Internationalen Stils.

Die Fondation Le Corbusier verwaltet heute nicht nur seine Bauten, sondern auch sein geistiges Erbe. Sie organisiert Ausstellungen, betreut Restaurierungen und veröffentlicht wissenschaftliche Arbeiten. Besonders hervorzuheben sind die von der Stiftung verwalteten Gebäude wie das Appartement-Atelier Le Corbusier in Paris, die Villa Le Lac in der Schweiz sowie die Maison La Roche / Jeanneret, die beispielhaft für seine architektonische Vision stehen.

Die Bedeutung der Fondation Le Corbusier reicht weit über den architektonischen Rahmen hinaus: Sie ist ein Ort des Denkens, Forschens und Bewahrens, an dem das Vermächtnis eines der größten Visionäre des 20. Jahrhunderts lebendig bleibt. Sie zeigt, dass Architektur mehr ist als Baukunst – sie ist Ausdruck einer Haltung, einer Idee von Gesellschaft und Fortschritt.