Aristide Maillol, Pendule, dite Les Deux Soeurs, 1902. Bronze, 49 x 42 x 21 cm. Édition Vollard. Schätzpreis: 150.000 – 200.000 €
Aristide Maillol, Pendule, dite Les Deux Soeurs, 1902. Bronze, 49 x 42 x 21 cm. Édition Vollard. Schätzpreis: 150.000 – 200.000 € – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Kunsthaus Lempertz

Was: Auktion

Wann: 04.12.2025 - 05.12.2025

Frühe Maillol-Bronzen einer bedeutenden Sammlung bei Lempertz in Köln

Im Dezember wird das Auktionshaus Lempertz in Köln zum Treffpunkt für Liebhaber der klassischen Skulptur. Am 4. und 5. Dezember 2025 werden dort dreizehn frühe Bronzegüsse von Aristide Maillol versteigert – Werke, die aus einer bedeutenden Privatsammlung stammen und das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in seiner reinsten Form widerspiegeln.

Für Aristide Maillol war diese Zeit die entscheidende Phase seiner künstlerischen Entwicklung. Nach einer Periode als Maler und Grafiker fand er um 1900 zu jener Formensprache, die seine spätere Berühmtheit begründen sollte. „Aristide Maillol definierte kurz nach 1900 seinen Stil als Bildhauer“, heißt es im Katalog. In diesen Jahren entstanden Arbeiten von stiller Kraft und klassischer Harmonie, in denen sich Körper, Raum und Bewegung zu einem vollkommenen Gleichgewicht vereinen.

Eine zentrale Rolle spielte dabei Maillols Zusammenarbeit mit dem legendären Kunsthändler Ambroise Vollard. Ihre Verträge von 1902 und 1907 eröffneten dem Künstler die Möglichkeit, seine Werke vom berühmten Gießer Florentin Godard umsetzen zu lassen – einem Meister seines Fachs, der die Bronzeplastik jener Epoche entscheidend prägte. Unter diesen Bedingungen entfaltete Maillol „seinen intimen und sinnlichen Stil, für den er heute berühmt ist“.

Zu seinen Bewunderern zählten Persönlichkeiten wie Auguste Rodin und Harry Graf Kessler, die in Maillols plastischem Werk eine neue Vision der Ruhe und Geschlossenheit sahen. Die Kunstgeschichte hat diese Schaffensphase immer wieder aufgegriffen, zuletzt Ursel Berger in ihrem 2021 erschienenen Katalog über die Skulpturen aus der Zusammenarbeit mit Vollard.

Besonderes Aufsehen dürfte die Bronze „Pendule, dite Les Deux Soeurs“ von 1902 erregen. Das 49 Zentimeter hohe Werk aus der Édition Vollard wird mit 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt. Von dieser Uhr sind lediglich zwei weitere Exemplare bekannt – ein Meisterwerk zwischen Skulptur und Objektkunst.

Viele Arbeiten dieser Zeit befinden sich heute in den bedeutendsten Museen der Welt – im Metropolitan Museum of Art, im Musée Rodin in Paris oder im Städel Museum in Frankfurt am Main. Neun Skulpturen aus der Kölner Auktion stammen aus dieser seltenen Gruppe. Unter ihnen die Femme à genoux, die Baigneuse debout und die berühmte Baigneuse Renoir, deren Name sich auf jene Gemälde bezieht, in denen sie von Pierre-Auguste Renoir dargestellt wurde, einem weiteren Bewunderer Maillols.

Einen besonderen Reiz üben auch Maillols frühe Werke aus, darunter die La Lavandière articulée von 1896 sowie die Jeune fille assise se voilant les yeux von 1900, ein Exemplar, das sich im Baltimore Museum of Art befindet. Aus der Weyhe Gallery in New York stammt zudem die Tête du Printemps, Teil einer lebensgroßen Figur, die 1911 für den russischen Sammler Ivan Morosov geschaffen wurde. Neben dem Relief Femme assise ist sie das einzige Stück der Sammlung, das nicht von Florentin Godard gegossen wurde.

Als seltene Rarität gilt schließlich ein beweglicher Türklopfer aus der Nabis-Zeit, einst Teil der Sammlung John Hay Whitney. Er zeugt von Maillols Experimentierfreude und von der Übergangszeit zwischen dekorativer Kunst und moderner Plastik.

So präsentiert Lempertz im Winter eine Auktion, die nicht nur kunsthistorisch von höchster Bedeutung ist, sondern auch jene leise, körperhafte Schönheit feiert, die Aristide Maillol zu einem der großen Erneuerer der europäischen Skulptur machte.

Tags: Plastiken, Bronze, Bronzeguss, Skulpturen, Auguste Rodin, Harry Graf Kessler

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