Ein monumentaler Moment zeitgenössischer Skulptur erscheint in Lot Nr. 5, Mario Dalpras Passionate Movement aus dem Jahr 2012. Die organischen, fließenden Formen scheinen in einem eruptiven Moment eingefroren. Dalpra formuliert es selbst: „Betrachtende entdecken darin ihre eigene Sehnsucht nach Schönheit – losgelöst von der Verkopftheit alltäglicher Geschehnisse.“ Schätzpreis: 12000–16000 Euro.
Ein ikonisches Beispiel des Nouveau Réalisme folgt mit Lot Nr. 2, Armans Accumulation de tubes de vernis von 2004. Die konservierten, überquellenden Nagellackfläschchen bilden eine rhythmische, objektgewordene Reflexion über Konsum und Erinnerung. Schätzpreis: 4000–5000 Euro.
Dann entfaltet sich die expressive Wucht der 1980er: Lot Nr. 28, Otto Muehls Ohne Titel von 1981, ein Gemälde voller pastoser Energie, in dem sich ein Gesicht und ein Körper aus der roten Farbexplosion herausformen. Schätzpreis: 12000–16000 Euro.
Mit einer radikalen Verbindung aus Körper, Ritual und Farbe folgt Lot Nr. 31, Hermann Nitschs Schüttbild von 1998. Blut und Acryl interagieren mit existenzieller Intensität und hinterlassen jenen unverwechselbaren Abdruck, der die Kunst des Aktionisten prägt. Schätzpreis: 15000–20000 Euro.
Zum Abschluss setzt Lot Nr. 107, Elvira Bachs Rosa Rot aus dem Jahr 2018, einen kraftvollen farblichen Akzent. Als Deluxe-3D-Konstruktion und Künstlerexemplar besitzt das Werk jene unmittelbare Präsenz, die Bachs Œuvre seit Jahrzehnten prägt. Hier fügt sich das vielleicht persönlichste ihrer Worte wie ein Schlüssel zum Verständnis ihres gesamten Schaffens ein: „Ich wollte es lange nicht wahrhaben, aber ich habe mein Leben gemalt.“ Rufpreis: 1000 Euro.