Elegantes Interieur mit rundem Esstisch, vier Stühlen, Vitrinenschrank und Keramikvase, stilvoll präsentiert als Teil der Quittenbaum Winterauktion „Schools of Design“ 2025.
Elegantes Interieur mit rundem Esstisch, vier Stühlen, Vitrinenschrank und Keramikvase, stilvoll präsentiert als Teil der Quittenbaum Winterauktion „Schools of Design“ 2025. – Mit freundlicher Genehmigung von: quittenbaum / QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH

Was: Auktion

Wann: 10.12.2025

Mit der Winterauktion „Schools of Design“ am 10. Dezember 2025 um 15:00 MEZ eröffnet Quittenbaum Kunstauktionen ein Panorama der internationalen Designgeschichte, das sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckt und mit außergewöhnlichen Provenienzen und ikonischen Entwürfen überzeugt. Der Auftakt dieser Highlightauktion gilt einem Ensemble, das von seltener kunsthistorischer Dichte ist. Das von Henry van de Velde für Else von Guaita-Lampe entworfene Mobiliar zählt zu jenen Arbeiten, in denen sich persönliche Beziehung und künstlerisches Ideal kongenial verbinden. Van de Velde schuf für seine frühere Schülerin ein geschlossenes Interieur, das sein Verständnis des Gesamtkunstwerks eindrucksvoll widerspiegelt. Nach Stationen im Besitz der Familie Kröller-Müller und ihres Beraters Sam van Deventer präsentiert Quittenbaum dieses Ensemble nun vollständig im Münchner Showroom in der Theresienstraße 58.

Mit dem Empfangszimmer von Peter Behrens aus dem Jahr 1906 folgt ein weiterer Meilenstein. Dieses Ensemble, entworfen für die Dritte Deutsche Kunstgewerbeausstellung in Dresden, zeigt die klare architektonische Handschrift eines Gestalters, der bereits hier jene formale Geschlossenheit formulierte, die den Weg zur Industriearchitektur weisen sollte. Die vierteilige Einrichtung, taxiert auf 50.000EUR bis 70.000 EUR, verdeutlicht Behrens’ Anspruch, Architektur und Raumgestaltung als harmonische Einheit zu begreifen.

Peter Behrens Vierteilige Einrichtung aus dem Empfangszimmer auf der Dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung, Dresden, 1905/06
Peter Behrens Vierteilige Einrichtung aus dem Empfangszimmer auf der Dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung, Dresden, 1905/06 – Mit freundlicher Genehmigung von: quittenbaum / QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH

Eine absolute Rarität bildet der 1919 entworfene Hoge Stoel von Gerrit Rietveld. Der Entwurf wurde 1920 erstmals in der Zeitschrift De Stijl publiziert. Weltweit sind nur zwei weitere ähnliche Exemplare bekannt, eines im Centraalmuseum in Utrecht, ein weiteres in Japan. Das hier angebotene Stück zeigt jene Klarheit von Form und Proportion, die bis heute zum Inbegriff der De-Stijl-Bewegung geworden ist. Aufgerufen wird der wohl zwischen 1919 und 1923 gefertigte Stuhl mit 46.000EUR.

Einen weiteren Höhepunkt markiert der Lattenstuhl von Marcel Breuer. Der 1902 in Pécs geborene Gestalter entwickelte den Entwurf während seiner Lehrzeit in der Tischlereiwerkstatt des Bauhauses Weimar um 1922. Die angebotene zweite Version zeichnet sich durch Holzlatten gleichen Querschnitts und eine verstärkte Rückenlehne aus – ein entscheidender Schritt hin zu den späteren konstruktiven Innovationen mit Stahlrohr, die Breuers Werk weltberühmt machen sollten.

Gerrit Rietveld 'Hoge Stoel', um 1919
Marcel Breuer Lattenstuhl 'ti 1a', 1922-24
Gerrit Rietveld 'Hoge Stoel', um 1919 • Marcel Breuer Lattenstuhl 'ti 1a', 1922-24 – Mit freundlicher Genehmigung von: quittenbaum / QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH

Mit dem „Chieftain Chair“ von Finn Juhl aus dem Jahr 1949 erscheint eine der großen Ikonen des skandinavischen Designs. Inspiriert von moderner Kunst und archaischen Formen verbindet Juhl organische Linienführung mit präziser handwerklicher Raffinesse. Der angebotene Sessel wurde in den frühen 1970er Jahren von Ivan Schlechter in Kopenhagen gefertigt und markiert jenen Übergang zu einer skulpturalen Formensprache, die das dänische Design international definierte.

Finn Juhl Armlehnsessel 'Chieftain Chair', 1949 (Entwurf)
Finn Juhl Armlehnsessel 'Chieftain Chair', 1949 (Entwurf) – Mit freundlicher Genehmigung von: quittenbaum / QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH
Alessandro Mendini Tisch 'Spaziale', 1975 (Entwurf)
Alessandro Mendini Stuhl 'Spaziale', 1975 (Entwurf)
Alessandro Mendini Tisch 'Spaziale', 1975 (Entwurf) • Alessandro Mendini Stuhl 'Spaziale', 1975 (Entwurf) – Mit freundlicher Genehmigung von: quittenbaum / QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH

Ein besonderes Kapitel widmet die Auktion der italienischen Postmoderne. Die Mailänder Bewegung Alchimia, gegründet 1976 von Alessandro Guerriero und seiner Schwester Adriana, stellte den funktionalistischen Modernismus radikal infrage. Alessandro Mendini verstand Design als künstlerischen Prozess und Ausdruck einer individuellen Handschrift. Der Tisch und der Stuhl „Spaziale“, 1982 in der Ausstellung La stanza da manuale in Bologna gezeigt, sind charakteristische Beispiele für die ironisch-poetische Haltung der Gruppe. Geschätzt sind beide Positionen mit je 40.000EUR bis 60.000EUR.

Mit der Umkleide „Hysterie“ des australischen Designers Marc Newson von 1992 spannt sich der Bogen der Designgeschichte bis in die Gegenwart. Die aus Aluminium gefertigte, rollbare Kabine wurde als Sonderanfertigung für die Frankfurter Boutique Hysterie geschaffen; insgesamt existieren nur drei Exemplare. Sie zeigt bereits jene futuristisch-organische Formensprache, die Newsons späteres Werk prägen sollte.

Marc Newson Umkleide 'Hysterie', 1992
Gaetano Pesce Tisch 'Sansone II', 1987
Marc Newson Umkleide 'Hysterie', 1992 • Gaetano Pesce Tisch 'Sansone II', 1987 – Mit freundlicher Genehmigung von: quittenbaum / QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH
Gaetano Pesce Stuhl 'Nobody's chair' aus der Serie 'Nobody's perfect', 2003
Gaetano Pesce Stuhl 'Nobody's chair' aus der Serie 'Nobody's perfect', 2003 – Mit freundlicher Genehmigung von: quittenbaum / QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH

Ein weiteres Highlight bilden fünf Objekte aus der „Folly“-Serie von Dan Friedman. Die um 1992 von Alessio Sarri Ceramiche gefertigten, wendbaren Terrakotta-Arbeiten können als Skulptur oder Blumentopf fungieren und avancieren durch ihre expressive Form zu markanten Blickpunkten.

Abgeschlossen wird die Auktion mit Arbeiten von Gaetano Pesce, dessen Werk seit Jahrzehnten für experimentelle Freiheit und humorvolle Individualität steht. Mit dem Tisch „Sansone II“, taxiert auf 6.000EUR bis 8.000EUR, sowie zwei „Nobody’s Chairs“ aus der Kooperation von Zerodisegno und Etro (2003) zeigt sich Pesces Credo, jedes Objekt als Unikat zu begreifen. Es ist ein idealer Ausklang für eine Winterauktion, die die Vielfalt der internationalen Designgeschichte mit beeindruckender Intensität sichtbar macht.

Mit der Winterauktion „Schools of Design“ setzt Quittenbaum einen glanzvollen Höhepunkt zum Jahresende und zeigt einmal mehr, wie lebendig und vielgestaltig die Geschichte des Designs geblieben ist. Von den visionären Entwürfen des frühen 20. Jahrhunderts bis zu den provokanten Positionen der Postmoderne und den Ikonen der Gegenwart spannt sich ein Bogen, der die kreative Kraft eines ganzen Jahrhunderts sichtbar macht. Diese Auktion ist nicht nur eine Einladung an Sammler, sondern ein seltenes Erlebnis für alle, die Gestaltung als Ausdruck von Kultur und Idee begreifen.

Tags: Design, Möbel, Henry van de Velde, Peter Behrens, Gerrit Rietveld, Marcel Breuer, Finn Juhl, Alessandro Mendini, Postmoderne Kunst, 20. Jahrhundert, provokant, Marc Newson, Gaetano Pesce, Mobiliar, Sessel, Skulpturen, Tisch, Armlehnstuhl, Stühle

Vorbesichtigung
04. Dezember 2025 10:00 - 18:00
05. Dezember 2025 10:00 - 18:00
06. Dezember 2025 13:00 - 17:00
07. Dezember 2025 13:00 - 17:00
08. Dezember 2025 10:00 - 18:00