Tabriz "PETAG" Persia, ca. 1920
Tabriz "PETAG" Persia, ca. 1920 – Mit freundlicher Genehmigung von: austriaauction / AUSTRIA AUCTION COMPANY

Was: Auktion

Wann: 24.01.2026

Wien im Winter ist eine Stadt der Stille und der Schwere, eine Stadt, in der Kälte nicht nur meteorologisch, sondern kulturell gedacht wird. Hinter den Fassaden der Ringstraße, in den historischen Interieurs der Innenstadt, entfaltet sich seit Jahrhunderten eine besondere Beziehung zur Wärme – nicht allein zur physischen, sondern zur erzählerischen, zur materiellen. Teppiche gehören hier nicht zur Dekoration, sondern zur Architektur des Lebens. Sie speichern Geschichte, Handwerk und Zeit.

In diesem Geist lädt die Austria Auction Company zu einer Winterauktion ein, die bewusst auf Substanz setzt. Im barocken Palais Breuner in der Singerstraße wird der Teppich nicht als Ware präsentiert, sondern als kulturelles Objekt, als Träger von Erinnerung und Herkunft. Die Auktion versteht sich als Einladung an Sammler, Kenner und all jene, die textile Kunst nicht als Oberfläche, sondern als Tiefenschicht begreifen.

Im Mittelpunkt der Versteigerung steht ein großformatiger „Tabriz ‚PETAG‘“, 372 x 295 cm, Persien, ca. 1920, ein Teppich von monumentaler Ruhe. Seine ausgewogene Komposition und die präzise Ausführung verweisen auf eine Phase, in der Tabriz als Zentrum höchster Knüpfkunst galt. Starting bid: € 2,000.

Fine Qashqai with purple silk weft
Large Ottoman Embroidery with silver and metal threads
Fine Qashqai with purple silk weft • Large Ottoman Embroidery with silver and metal threads – Mit freundlicher Genehmigung von: austriaauction / AUSTRIA AUCTION COMPANY
Signed silk Hereke (24 x 24 knots per sqcm)
Signed silk Hereke (24 x 24 knots per sqcm) – Mit freundlicher Genehmigung von: austriaauction / AUSTRIA AUCTION COMPANY

Ein anderer Akzent wird mit einem „Fine Qashqai with purple silk weft“ gesetzt, 201 x 121 cm, Persien, datiert 1324 (1906). Die violette Seide im Schuss verleiht dem Stück eine subtile Tiefe, die sich erst im Licht entfaltet. Es ist ein Teppich, der Intimität erzeugt, nicht Repräsentation. Starting bid: € 1,500.

Zwischen Teppich und Textilkunst bewegt sich die „Large Ottoman Embroidery with silver and metal threads“, 260 x 180 cm, Türkei, zweite Hälfte 19. Jahrhundert. Metall- und Silberfäden durchziehen die Fläche wie ein leiser Glanz, der weniger prunkt als erzählt. Starting bid: € 3,000.

Ein bewusstes Gegenstück bildet der „Signed silk Hereke (24 x 24 knots per sqcm)“, 66,5 x 43 cm, Türkei, zweite Hälfte 20. Jahrhundert. In seiner Dichte und Präzision ist er weniger Raumkörper als konzentrierte Essenz osmanischer Hoftradition. Die Signatur verankert ihn in der Geschichte der Manufaktur. Starting bid: € 2,000.

Signed Isfahan Seirafian
Signed Isfahan Seirafian – Mit freundlicher Genehmigung von: austriaauction / AUSTRIA AUCTION COMPANY

Abgerundet wird die Auswahl durch einen „Signed Isfahan Seirafian“, 243 x 146 cm, Persien, ca. 1970. Die Handschrift der Familie Seirafian steht für technische Vollendung und ikonografische Klarheit. Es ist ein Teppich, der nicht laut ist, sondern dauerhaft wirkt. Starting bid: € 1,500.

Diese Auktion ist keine Aneinanderreihung von Losnummern. Sie ist ein winterlicher Gang durch textile Kulturen, ein stilles Gespräch zwischen Wien und Persien, zwischen Osmanischem Reich und Moderne. In einer Jahreszeit, in der Wärme Bedeutung gewinnt, zeigt sich hier, was Teppiche seit Jahrhunderten leisten: Sie verbinden Raum, Zeit und Mensch.

Tags: Orientteppiche, antike Teppiche, Hereke Seide, Tabriz Teppich, Qashqai Teppich, Isfahan Seirafian, osmanische Textilien

Auction
Saturday, January 24th, 4pm (CET)

Preview
Wednesday, January 21st to Friday, January 23rd 11am to 5pm
Saturday, January 24th 11am to 4pm

Palais Breuner
Singerstrasse 16, 1010 Vienna, Austria