Wohnraum der Vanthournout-Residenz in Izegem mit Werken von Pablo Picasso, René Magritte, Juan Gris, Yves Tanguy, Joan Miró und Alberto Giacometti sowie Skulpturen von Henry Moore, Antony Gormley, César und Pablo Gargallo. Über dem Sofa Robert Mangolds Triptychon Curved Plane / Figure VII (Study B).
Wohnraum der Vanthournout-Residenz in Izegem mit Werken von Pablo Picasso, René Magritte, Juan Gris, Yves Tanguy, Joan Miró und Alberto Giacometti sowie Skulpturen von Henry Moore, Antony Gormley, César und Pablo Gargallo. Über dem Sofa Robert Mangolds Triptychon Curved Plane / Figure VII (Study B). – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's

Was: Auktion

Wann: 05.03.2026 - 06.03.2026

Roger und Josette Vanthournout lassen Christie’s London im März 2026 zum leuchtenden Epizentrum der Moderne werden – eine Sammlung, die zeigt, wie Leidenschaft Räume in ein Gesamtkunstwerk verwandelt.

Christie’s kündigt mit Modern Visionaries – The Roger and Josette Vanthournout Collection eine Auktion an, die weit über den Markt hinausreicht. Über sechs Jahrzehnte formten Roger und Josette Vanthournout in ihrem Haus in Izegem ein Universum, in dem Magritte, Picasso, Kusama, Fontana und Moore nicht bloß nebeneinander existierten, sondern in einem präzise orchestrierten Dialog standen.

„Each acquisition Roger and Josette made was a reflection of their shared vision and values,“ sagt Olivier Camu, Christie’s deputy chairman, Impressionist and Modern Art. „Their collection was built on curiosity and a passion for art, and shaped by a sense of discovery and thoughtful decision-making.“

 

Pablo Picasso, Nu debout et femmes assises, 1939 – kubistisch inspirierte Komposition mit stehender Aktfigur und sitzender Frau in Grautönen, Öl auf Leinwand, Spätwerk der Moderne.
Pablo Picasso, Nu debout et femmes assises, 1939 – kubistisch inspirierte Komposition mit stehender Aktfigur und sitzender Frau in Grautönen, Öl auf Leinwand, Spätwerk der Moderne. – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's
Roger Vanthournout, im Interior Design ausgebildet und später erfolgreicher Möbelunternehmer in Flandern, sammelte mit analytischer Disziplin. Er fotografierte, notierte, maß – jede Erwerbung war das Ergebnis gründlicher Recherche. Josette, selbst Malerin, brachte künstlerische Sensibilität und Intuition ein. Gemeinsam entwickelten sie eine Sammlung, die mehr als ein Jahrhundert Kunstgeschichte umfasst.

Der Surrealismus bildete früh ein Fundament. Werke von René Magritte und Paul Delvaux gaben der Sammlung eine unverwechselbare belgische Handschrift. Magrittes La plaine de l’air von 1940, mit seinem überdimensionierten Blattbaum vor leerer Gebirgslandschaft, trägt die existenzielle Unruhe Europas zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in sich. Auch Le lieu-dit von 1955 gehört zu den zentralen Positionen dieser Auktion.
René Magritte, La plaine de l’air (The plain of the air), 1940 – surrealistische Landschaft mit überdimensioniertem Blattbaum vor weiter Gebirgskulisse und dramatischem Himmel, Schlüsselwerk des belgischen Surrealismus.
Henry Moore, Goslar Warrior, 1973–74 – liegende Bronzeplastik mit rundem Schild, monumentale Skulptur der britischen Nachkriegsmoderne.
René Magritte, La plaine de l’air (The plain of the air), 1940 – surrealistische Landschaft mit überdimensioniertem Blattbaum vor weiter Gebirgskulisse und dramatischem Himmel, Schlüsselwerk des belgischen Surrealismus. • Henry Moore, Goslar Warrior, 1973–74 – liegende Bronzeplastik mit rundem Schild, monumentale Skulptur der britischen Nachkriegsmoderne. – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's
Agnes Martin, Untitled #17, 1996 – großformatiges Gemälde mit horizontalen, zart lasierten Farbbändern in Blau und Beige, Acryl und Graphit auf Leinwand, Minimalismus der 1990er Jahre.
Yayoi Kusama, Infinity Nets, 1960 – ikonisches Gemälde mit dicht gesetzten, repetitiven Netzstrukturen in Pink und Rot auf hellem Grund, Öl auf Leinwand, Schlüsselwerk der frühen Infinity-Nets-Serie.
Agnes Martin, Untitled #17, 1996 – großformatiges Gemälde mit horizontalen, zart lasierten Farbbändern in Blau und Beige, Acryl und Graphit auf Leinwand, Minimalismus der 1990er Jahre. • Yayoi Kusama, Infinity Nets, 1960 – ikonisches Gemälde mit dicht gesetzten, repetitiven Netzstrukturen in Pink und Rot auf hellem Grund, Öl auf Leinwand, Schlüsselwerk der frühen Infinity-Nets-Serie. – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's

Doch die Vanthournouts dachten nie in Grenzen. Minimalismus und Nachkriegsavantgarde erweiterten ihr Spektrum. Agnes Martins Untitled #17 steht für meditative Reduktion. Yayoi Kusamas Infinity Nets von 1960 entfaltet mit ihren dichten Netzstrukturen eine beinahe hypnotische Intensität. Lucio Fontanas Concetto spaziale, Attese von 1964, mit zehn präzisen Einschnitten in tiefem Blau, führt die Malerei an die Schwelle des Raums.

 

Henry Moore, Goslar Warrior, 1973–74 – monumentale Bronzeplastik eines liegenden Kriegers mit Schild, im Garten platziert, Schlüsselwerk der britischen Nachkriegsskulptur.
Henry Moore, Goslar Warrior, 1973–74 – monumentale Bronzeplastik eines liegenden Kriegers mit Schild, im Garten platziert, Schlüsselwerk der britischen Nachkriegsskulptur. – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's
Skulptur spielte eine ebenso zentrale Rolle. Henry Moores Goslar Warrior verbindet antike Pathosformel mit den Wunden des 20. Jahrhunderts. Lynn Chadwick, Germaine Richier, Barry Flanagan oder Antony Gormley erweitern den Dialog zwischen Innenraum und Garten und verstärken die räumliche Dramaturgie der Sammlung.

„Roger and Josette’s home in Izegem became a gesamtkunstwerk,“ sagt Camu, „a total work of art in which architecture, design and fine art existed in constant dialogue.“

Das Haus der Vanthournouts war Bühne, Denkraum und Experimentierfeld zugleich. Werke unterschiedlichster Epochen traten bewusst in Beziehung, erzeugten Spannungen, Spiegelungen, Resonanzen. Spiegelarbeiten von Michelangelo Pistoletto bezogen den Betrachter unmittelbar ein. Kunst war hier kein Dekor, sondern Haltung – und Lebensform.
ichelangelo Pistoletto, Tre Uomini in Grigio (Three Men in Grey), 1974 – Spiegelbild-Arbeit mit fotografischen Figuren auf poliertem Stahl, dialogisch präsentiert neben abstrakter Malerei in der Vanthournout-Residenz.
ichelangelo Pistoletto, Tre Uomini in Grigio (Three Men in Grey), 1974 – Spiegelbild-Arbeit mit fotografischen Figuren auf poliertem Stahl, dialogisch präsentiert neben abstrakter Malerei in der Vanthournout-Residenz. – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's

Nun wird dieses Lebenswerk in drei Auktionen bei Christie’s London angeboten: eine Evening Sale am 5. März 2026, eine Day Sale am 6. März sowie eine Online Sale vom 25. Februar bis 12. März. Mit dem Tod von Roger Vanthournout im Jahr 2005 und Josette im Jahr 2025 schließt sich ein Kreis – doch ihre Sammlung tritt in einen neuen, internationalen Dialog.

Was bleibt, ist das Vermächtnis zweier Sammler, die Kunst nicht horteten, sondern lebten. Eine Sammlung als Ausdruck von Neugier, Disziplin und Leidenschaft – und als Erinnerung daran, dass große Kunst immer auch ein Entwurf des eigenen Lebens ist.

 

Wohnraum in der Residenz von Roger und Josette Vanthournout in Izegem.
Links auf dem Beistelltisch neben dem Sofa steht Pablo Gargallos Bronze Petite bacchante von 1932 (Schätzung: £20.000–30.000). Darüber hängt Robert Mangolds Triptychon Curved Plane / Figure VII (Study B) aus den Jahren 1995–96 (£180.000–250.000).

In der rückwärtigen Wandnische befinden sich, von links nach rechts, oben: Juan Gris, Le citron, 1925 (£150.000–200.000); James Ensor, Le parasol, 1880 (£30.000–50.000); Pablo Picasso, Nu debout et femmes assises, 1939 (£3.000.000–5.000.000); Fernand Khnopff, Etude de femme, um 1910 (£50.000–70.000); Yves Tanguy, Hérédité des qualités acquises, 1936 (£300.000–500.000); sowie eine Zeichnung von Alberto Giacometti.

Darunter: Jean (Hans) Arp, Squelette d’oiseau, 1947 (£40.000–60.000); Jacques Lipchitz, Jeune fille à la tresse, 1914 (£400.000–700.000); Joan Miró, Tête, 1970 (£80.000–120.000); eine Bronze von Henri Laurens; sowie Pablo Gargallo, Hommage à Chagall, 1933 (£80.000–120.000).

Auf dem Couchtisch befinden sich im Uhrzeigersinn: Antony Gormley, IRON BABY, 1999 (£180.000–250.000); Ettore Spalletti, Untitled (blue vase) (£10.000–15.000); Henry Moore, Two Piece Reclining Figure: Thin, 1976 (£30.000–50.000); sowie César, Le Sein (The Breast), 1967 (£3.000–5.000).

Tags: Skulpturen, Pablo Picasso, Moderne Kunst, Malerei, René Magritte, René Magritte Sommer, Yayoi Kusama, Lucio Fontana, Henry Moore, Agnes Martin, Michelangelo Pistoletto, Minimalismus, Surrealismus, Nachkriegskunst, Kunstsammler

Evening Sale: 5. März 2026 (London)
Day Sale: 6. März 2026 (London)
Online Sale: 25. Februar – 12. März 2026

Die Verkäufe laufen unter dem Titel
Modern Visionaries – The Roger and Josette Vanthournout Collection.