Giorgio de Chirico, Cavallo e zebra sulla spiaggia, um 1930, Schätzwert € 220.000 – 300.000; Claude Monet, Waterloo Bridge, Brouillard, 1901, Schätzwert € 300.000 – 500.000; Chris Ofili, Trump, 1998, Schätzwert € 300.000 – 500.000
Giorgio de Chirico, Cavallo e zebra sulla spiaggia, um 1930, Schätzwert € 220.000 – 300.000; Claude Monet, Waterloo Bridge, Brouillard, 1901, Schätzwert € 300.000 – 500.000; Chris Ofili, Trump, 1998, Schätzwert € 300.000 – 500.000 – Mit freundlicher Genehmigung von: dorotheumAT / Dorotheum Wien

Was: Auktion

Wann: 19.05.2026 - 21.05.2026

Moderne und Zeitgenössische Kunst sowie bedeutende Juwelen und Uhren stehen bei den großen Frühjahrsauktionen der Contemporary Week im Dorotheum in Wien vom 19. bis 21. Mai 2026 auf dem Programm. Ihnen folgen Editions am 10. Juni.

Eine der zentralen Arbeiten bei der zeitgenössischen Kunst am 20. Mai 2026 kommt von Julian Schnabel. Vor vier Jahren entstand eines seiner typischen Bilder aus Keramikscherben aus der Serie der „Victory Plate Paintings“ (€ 180.000 – 260.000). Schnabels unkonventioneller Umgang mit Materialien ist ein prägendes Element seines Œuvres. Die vibrierenden quarzrosa Blüten und das hell leuchtende Azur des Hintergrunds zeugen vom Optimismus warmer Sommertage – das darf auch gerne politisch gedeutet werden: Der Künstler begann mit dieser Serie an jenem Tag 2020, als Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl verlor.

Zwischen Schönheit und durchaus unedlen Malstoffen oszillieren die Arbeiten des britischen „Sensation“-Artist Chris Ofili, in denen  Black Culture, Religion, Geschichte und Pop verschmelzen. Nach seiner skandalumwitterten trauernden schwarzen Madonna, bei der er Elefantenmist verwendete, blieb er dieser Materie auch bei seinem in der Auktion offerierten Porträt treu. Hier kombiniert er ein Frauenporträt mit der Spielkarte Pik (engl. „trump“) (€ 300.000 – 500.000). „Trump“ ist ein außergewöhnliches frühes Meisterwerk, das 1997–98 entstand – einer prägenden Schaffensphase des Künstlers, in der er sich der Darstellung und Würdigung schwarzer Frauen widmete und als erster schwarzer Künstler den von der Tate Gallery in London verliehenen Turner-Preis erhielt.

Ein weiteres Highlight ist die Bronze Vater Staat von Thomas Schütte (€ 300.000 – 500.000) aus der gleichnamigen bekannten Serie, deren monumentale, etwa vier Meter hohe Variante seit 2010 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin steht. Schütte selbst gab hierzu an: „Bei mir ist der Name fast immer nur ein Jux, Namen sind Etiketten, sie sind nicht weiter wichtig. Im Modell sah der Vater Staat unserem Finanzminister so ähnlich, ich konnte es zwar schlecht  Schäuble Standing nennen, aber mit Vater Staat waren alle zufrieden.“ 

Der Bogen der Auktion spannt sich von Arbeiten international renommierter deutscher Künstlerinnen und Künstler wie Günther Uecker, Günther Förg, Katharina Grosse oder der Biennale-Venedig-Gewinnerin Anne Imhof bis hin zu der international gefeierten Schweizerin Miriam Cahn und einer Riege US-amerikanischer Künstler wie William Nelson Copley, Andy Warhol, Robert Longo und Wade Guyton. 

Mit Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Hermann Nitsch oder Herbert Brandl stehen auch österreichische Künstler:innen im Fokus. Martha Jungwirth hat über die Jahre mit ihren Arbeiten, die in der Tradition des Informel stehen, einen unverwechselbaren Stil entwickelt. Sie ist nicht nur eine prägende Figur der österreichischen Kunstszene, sondern hat in den vergangenen Jahren auch international rasant an Bedeutung gewonnen. Ihre Arbeiten zeigen die Einzigartigkeit ihrer poetischen Abstraktion (2012, € 80.000 – 140.000, 2013, € 90.000 – 150.000). Ebenso in der Tradition des Informel steht Maria Helena Viera da Silva, die zu den bedeutendsten Künstlerinnen der europäischen Nachkriegsmoderne zählt. Ihr Werk gilt bis heute als einzigartige Reflexion von Raum, der Wahrnehmung an sich und der Erfahrung der Moderne (€ 80.000 – 120.000).


Monets Waterloo

Ein besonderes Highlight der Moderne-Auktion am 19. Mai 2026 ist ein Pastell der Waterloo Bridge von Claude Monet. Sie stammt aus der Serie, die er während seines dritten London-Aufenthaltes im Winter 1901 in unterschiedlichen Varianten von der Brücke anfertigte (€ 300.000 –  500.000). Die Stadt, mit ihrem Zusammenspiel aus Wasser, Industriebauten, Verkehr und Wetter, bot dem Künstler eine sich aus immer neuen Nuancen von Licht und Farbe zusammensetzende Szenerie. 

Ebenso angeboten werden Arbeiten der Protagonisten der Wiener Moderne, darunter Zwei liegende Akte (€ 180.000 – 250.000) und ein Sitzendes Mädchen mit rotem Hut von Egon Schiele (€ 240.000 – 300.000) sowie ein Nach rechts liegendes Paar von Gustav Klimt (€ 50.000 – 70.000).

Einen Schwerpunkt setzt die Auktion auch auf das Werk von Albin Egger-Lienz, dessen Todestag sich heuer zum 100. Male jährt. Drei Arbeiten, die Ölgemälde Zwei Schnitter, Mahlzeit und das Aquarell eines behelmten Bauernkopfes aus dem Totentanz veranschaulichen die malerische Auseinandersetzung des Künstlers mit existenziellen Themen: der Zyklus von Leben und Tod, die Verbundenheit von Mensch und Natur, die harte Arbeit um das tägliche Brot und die Schrecken des Krieges (€ 190.000 – 250.000, € 150.000 – 250.000, € 50.000 – 70.000).

Zahlreiche italienische Werke aus den dreißiger bis fünfziger Jahren, unter anderem Renato Guttusos Portrait des Nino Francina, lassen in die Welt des Realismo eintauchen. Nicht fehlen darf auch Giorgio de Chirico, dessen metaphysische Malerei sich mit antiken Elementen verbindet und sein beliebtes Pferde-Motiv in den Mittelpunkt stellt ( Pferd und Zebra am Meeresstrand, um 1930, € 220.000 – 300.000). Pferd und Reiter ist Lieblingsthema von Marino Marini, hier mit der 55,6 cm hohen Bronze Cavaliere (€ 240.000 – 320.000). Weiters vertreten sind Arbeiten von Mario Schifano, Pablo Picasso, Victor Brauner, Kurt Schwitters und Hans Arp.

Tags: Moderne Kunst, Zeitgenössische Kunst

Moderne *: 19. Mai 2026, 18 Uhr
Zeitgenössische Kunst I *: 20. Mai 2026, 18 Uhr
Zeitgenössische Kunst II **: 21. Mai 2026, 17 Uhr
Importante und Noble Juwels *: 21. Mai 2026, 14 Uhr
Armband- und Taschenuhren *: 22. Mai 2026, 13 Uhr
Editions **: 10. Juni 2026, 16 Uhr