Wassily Kandinsky – Villa Seeburg am Staffelsee, 1911, expressionistisches Meisterwerk bei Ketterer Kunst München
Wassily Kandinsky – Villa Seeburg am Staffelsee, 1911, expressionistisches Meisterwerk bei Ketterer Kunst München – Mit freundlicher Genehmigung von: kettererkunst / Ketterer Kunst GmbH & Co KG

Was: Auktion

Wann: 12.06.2026 - 13.06.2026

Ketterer Kunst verwandelt München im Juni 2026 in einen Schauplatz des internationalen Kunstmarkts – mit Kandinsky, Pechstein, Polke und Picabia kommt bei der kommenden Kunstauktion in München eine Konzentration an Meisterwerken unter den Hammer, wie man sie sonst nur aus großen Museumsausstellungen kennt.

Zum 80-jährigen Jubiläum inszeniert Ketterer Kunst eine Evening Sale, die wie ein Triumphzug durch die Kunst des 20. Jahrhunderts wirkt. Bereits der Auftakt setzt ein Signal: Wassily Kandinskys „Villa Seeburg am Staffelsee“ von 1911 wird mit 2 bis 3 Millionen Euro bewertet und gehört zu den stärksten Offerten der Saison. Das farbgewaltige Gemälde entstand in jener Phase, in der Kandinsky die Grenzen der Gegenständlichkeit hinter sich ließ und die Malerei revolutionierte.

„Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass ich, sollte ich in dieser Aufgabe Erfolg haben, der Malerei einen neuen, schönen Weg zeigen werde, der unendlicher Entwicklung fähig ist. Ich befinde mich auf einer neuen Spur, die einige Meister hier und da bereits vermutet haben und die früher oder später erkannt werden wird.“
Wassily Kandinsky, zit. nach: V. E. Barnett, New York 2009, S. 27.

Hermann Max Pechstein – Zwei liegende Mädchen, 1910, Expressionismus bei Ketterer Kunst München 2026
Hermann Max Pechstein – Zwei liegende Mädchen, 1910, Expressionismus bei Ketterer Kunst München 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: kettererkunst / Ketterer Kunst GmbH & Co KG

Nicht minder spektakulär wirkt Hermann Max Pechsteins „Zwei liegende Mädchen“ von 1910. Das expressive Gemälde, geschätzt auf 1,5 bis 2 Millionen Euro, bündelt jene leuchtende Farbgewalt, mit der der deutsche Expressionismus bis heute international Sammler begeistert. Das Werk gilt als Höhepunkt von Pechsteins legendärer „Brücke“-Zeit und entstand im berühmten Moritzburger Sommer 1910 – jener kurzen, aber kunsthistorisch bedeutenden Phase, in der die Künstlergemeinschaft zu ihrer radikalsten Bildsprache fand.

Sigmar Polke – BZ am Mittag, 1965, ikonisches Werk der deutschen Nachkriegskunst bei Ketterer Kunst München
Sigmar Polke – BZ am Mittag, 1965, ikonisches Werk der deutschen Nachkriegskunst bei Ketterer Kunst München – Mit freundlicher Genehmigung von: kettererkunst / Ketterer Kunst GmbH & Co KG

Mit Sigmar Polkes „BZ am Mittag“ von 1965 setzt Ketterer zugleich auf einen der wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler. Die Arbeit wird auf 1,2 bis 1,8 Millionen Euro taxiert und steht exemplarisch für jene ironische Bildsprache, mit der Polke den Kunstbegriff der Bundesrepublik revolutionierte. Das frühe Rasterbild zählt zu den ikonischen Arbeiten aus Polkes Düsseldorfer Jahren gemeinsam mit Gerhard Richter – jener Schaffensphase, die heute als die begehrteste seines Œuvres gilt. Museale Präsenz besitzt das Werk längst: Es war unter anderem 1997 in der wichtigen Retrospektive „Sigmar Polke. Die drei Lügen der Malerei“ sowie 2019/20 in „Baselitz, Richter, Polke, Kiefer. Die jungen Jahre der alten Meister“ zu sehen. Hinzu kommt eine herausragende Provenienz: Bereits im Entstehungsjahr schenkte Polke das Werk dem progressiven rheinländischen Sammlerpaar Willy und Fänn Schniewind.

 

Francis Picabia – Manucode, 1929, surrealistisches Meisterwerk bei Ketterer Kunst München 2026
Francis Picabia – Manucode, 1929, surrealistisches Meisterwerk bei Ketterer Kunst München 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: kettererkunst / Ketterer Kunst GmbH & Co KG

Zu den großen internationalen Höhepunkten zählt Francis Picabias „Manucode“ aus dem Jahr 1929. Das zwischen Surrealismus, Traumwelt und Provokation oszillierende Werk wird mit 1 bis 1,5 Millionen Euro bewertet und stammt aus Picabias ikonischer „Transparences“-Phase. Ketterer beschreibt die Arbeit als ein „Meisterwerk des Surrealismus“. In „Manucode“ verschmelzen Unschuld, Schönheit, Liebe und Sünde zu einer surrealen Traumvision voller kunsthistorischer Anspielungen – von Botticellis „Geburt der Venus“ bis zu den Paradiesvögeln aus Boschs „Garten der Lüste“.

Doch gerade die Mischung macht diese Jubiläumsauktion außergewöhnlich. Emilio Vedovas eruptives Informel-Gemälde „Tensione, N 4 V“ bringt die rohe Energie der europäischen Nachkriegsavantgarde nach München, während Georg Baselitz mit seinem monumentalen „Enddesign“ die Gegenwartskunst auf musealem Niveau repräsentiert.

Hinzu kommen Arbeiten von Alexej von Jawlensky, Cy Twombly, Ernst Ludwig Kirchner, Lyonel Feininger, Richard Serra und Piero Dorazio. So entsteht eine Auktion, die den Expressionismus, die europäische Avantgarde und die internationale Nachkriegskunst mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit zusammenführt – und München erneut als einen der wichtigsten Handelsplätze Europas positioniert.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Qualität der Lose, sondern auch ihre Provenienz. Mehrere Werke stammen aus bedeutenden Privatsammlungen oder waren jahrzehntelang nicht am Markt zu sehen. Genau diese Mischung aus Frische, kunsthistorischer Bedeutung und internationaler Strahlkraft dürfte Sammler aus Europa, Amerika und Asien nach München ziehen.

Die Jubiläumsauktion von Ketterer Kunst findet am 12. und 13. Juni 2026 in München statt. Mit Meisterwerken von Kandinsky, Pechstein, Polke und Picabia dürfte sie zu den wichtigsten Kunstauktionen des Jahres in Deutschland zählen.

Update nach der Auktion (15. Juni 2026): Die Jubiläumsauktion von Ketterer Kunst bestätigte die hohe Nachfrage nach Werken der Klassischen Moderne und der Nachkriegskunst. Den Spitzenpreis erzielte Wassily Kandinskys „Villa Seeburg am Staffelsee“ von 1911 mit einem Zuschlag von 5,5 Millionen Euro. Ebenfalls stark gefragt waren Hermann Max Pechsteins „Zwei liegende Mädchen“ mit 1,935 Millionen Euro, Sigmar Polkes „BZ am Mittag“ mit 1,6125 Millionen Euro sowie Francis Picabias „Manucode“ mit 1,419 Millionen Euro.

Tags: Wassily Kandinsky, Sigmar Polke, Francis Picabia, Hermann Max Pechstein, Kunstmarkt, Malerei, Expressionismus, Abstraktion, Deutscher Expressionismus, Brücke (Künstlergruppe), internationaler Kunstmarkt, Nachkriegskunst

Öffnungszeiten / Termine der Jubiläumsauktion 2026 bei Ketterer Kunst München

Montag, 18. Mai 2026
Wertvolle Bücher – Vorschau

Freitag, 12. Juni 2026
Evening Sale – Vorschau

Samstag, 13. Juni 2026
Day Sale – Vorschau