Joos de Momper (1564 – 1635) Dorflandschaft im Winter
Joos de Momper (1564 – 1635) Dorflandschaft im Winter – Mit freundlicher Genehmigung von: vanham / VAN HAM Kunstauktionen

Was: Auktion

Wann: 20.11.2026

VAN HAM versteigert am 20. November 2026 in Köln bedeutende Werke Alter Meister und des 19. Jahrhunderts. Zu den Höhepunkten der Fine-Art-Auktion zählen Gemälde von Michiel Sweerts, Joos de Momper, Herri met de Bles, Robert Zünd, Henri Lebasque und Franz Roubaud.

Museale Qualität und spannende Entdeckungen

Der Herbst bei Van Ham verspricht eine Auktion von besonderer Qualität: Am 20. November kommen herausragende Kunstwerke vom 16. Jahrhundert bis zum Impressionismus zum Aufruf. Neben einzelnen Meisterwerken von Herri met de Bles und Franz Roubaud stehen dabei auch Highlights aus bedeutenden Sammlungen, wie Joos de Momper aus der Sammlung Herbert Girardet und Henri Lebasque aus der Sammlung Robert Wallraf, im Mittelpunkt der Auktion.

Ein besonderes Highlight der kommenden Auktion sind die Arbeiten aus der Sammlung Herbert Girardet, die sich aus niederländischen und flämischen Meistern des 17. Jahrhunderts zusammensetzt. Schon Girardets Großvater machte seine Gemäldesammlung in einer privat geführten „Kunsthalle“ am Essener Stadtgarten der Öffentlichkeit zugänglich, und so wurden auch Werke aus der Sammlung von Herbst Girardet in der Vergangenheit mehrfach in Deutschland (u.a. im Wallraf-Richartz-Museum) und den Niederlanden öffentlich ausgestellt. Die nun bei Van Ham angebotenen Werke von Philips Wouwerman, Jan van Goyen, Joos de Momper und Cornelis van Poelenburch sind von herausragender Qualität und dürfen als wahre Meisterwerke bezeichnet werden. Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei eine Winterlandschaft mit Figuren von Joos de Momper (Taxe: € 70.000 – 120.000). Das Gemälde war über mehrere Jahrzehnte hinweg in der Gemäldegalerie Berlin ausgestellt und besticht durch die Seltenheit des Motivs innerhalb von de Mompers Œuvre. Seine winterlichen Landschaften gehören zu den besonders reizvollen, zugleich aber seltenen Motiven des flämischen Meisters.

Herri met de Bles (um 1510 – nach 1560) Christus auf dem Weg nach Emmaus
Herri met de Bles (um 1510 – nach 1560) Christus auf dem Weg nach Emmaus – Mit freundlicher Genehmigung von: vanham / VAN HAM Kunstauktionen

Die Offerte der Alten Meister wird durch ein erst kürzlich wiederentdecktes Gemälde von Herri met de Bles ergänzt: ein tondo-förmiges Landschaftsbild mit Pilgern auf dem Weg nach Emmaus (Taxe: € 70.000 – 100.000). Das Gemälde stellt eine wichtige Ergänzung zum Œuvre des Künstlers dar und wurde von dem renommierten Experten Luc Serck als eigenhändiges Werk bestätigt. Besonders bemerkenswert ist die enge Verbindung von Bild und Rahmen: Der Künstler hat die originale hölzerne Rahmung aus demselben Holzblock herausgearbeitet, auf dem sich die Malerei befindet.

Michiel Sweerts (1618 – 1664) Elegantes Paar zu Besuch bei den Hirten | Um 1650
Michiel Sweerts (1618 – 1664) Elegantes Paar zu Besuch bei den Hirten | Um 1650 – Mit freundlicher Genehmigung von: vanham / VAN HAM Kunstauktionen

Eine weitere kunsthistorisch interessante Neuheit ist Michiel Sweerts’ „Elegantes Paar zu Besuch bei den Hirten“ (Taxe: € 350.000 – 500.000). Das Gemälde aus der ersten Hälfte der 1630er-Jahre wurde im Zusammenhang mit der monografischen Ausstellung „Michael Sweerts. Realtà e misteri nella Roma del Seicento“ entdeckt, die von November 2024 bis Januar 2025 in der Accademia Nazionale di San Luca im Palazzo Carpegna in Rom stattfand. Von dem ungewöhnlichen Motiv waren bereits mehrere, qualitativ unterschiedlich zu bewertende Fassungen bekannt. Die neu entdeckte Version erwies sich nun als Prototyp einer ganzen Gruppe von Wiederholungen. Damit kommt dem Gemälde nicht nur aufgrund seiner malerischen Qualität, sondern auch für die Erforschung des Œuvres von Sweerts eine besondere Bedeutung zu.

Franz Roubaud (1856 – 1928) Rastende Karawane
Franz Roubaud (1856 – 1928) Rastende Karawane – Mit freundlicher Genehmigung von: vanham / VAN HAM Kunstauktionen

Den Alten Meistern folgen bedeutende Werke des 19. Jahrhunderts und des Impressionismus. Ein besonderer Blickfang ist Franz Roubauds „Karawane aus Zentralasien“ (Taxe: € 40.000 – 60.000). Roubaud zeigt eine Karawane, die sich durch die unendliche Weite der asiatischen Steppe bewegt. Neben seinen berühmten Pferden treten hier auch Kamele und Esel auf. Die warme, kontrastreiche Farbpalette und die meisterhafte Behandlung des Lichts vermitteln eindrucksvoll die Atmosphäre von Wüste und Steppe. Roubaud verbindet dabei seine außergewöhnliche Kenntnis von Mensch und Tier mit einer geradezu monumentalen Auffassung der Landschaft.

Robert Zünd (1827 – 1909) Uferlandschaft am Vierwaldstättersee bei Meggen | 1859
Robert Zünd (1827 – 1909) Uferlandschaft am Vierwaldstättersee bei Meggen | 1859 – Mit freundlicher Genehmigung von: vanham / VAN HAM Kunstauktionen

Ganz andere Landschaftsräume eröffnen die Werke von Henri Lebasque und Robert Zünd. Zünd zählt zu den bedeutendsten Schweizer Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Präzision in der Beobachtung der Natur, eine sorgfältige Komposition und eine beinahe greifbare Darstellung von Licht und Vegetation aus. Van Ham kann nun ein seit langer Zeit in Privatbesitz befindliches Gemälde des Künstlers anbieten, das ein Ufer am Vierwaldstättersee darstellt (Taxe: € 50.000 – 80.000). Die stille Komposition steht exemplarisch für Zünds idealisierte Auffassung der Schweizer Landschaft.

Henri Lebasque (1865 – 1937) „Pommiers en Fleurs“ | Um 1914 | Öl auf Leinwand
Henri Lebasque (1865 – 1937) „Pommiers en Fleurs“ | Um 1914 | Öl auf Leinwand – Mit freundlicher Genehmigung von: vanham / VAN HAM Kunstauktionen

Besonders stimmungsvoll ist das Werk von Henri Lebasque: eine frühlingshafte Landschaft mit einem blühenden Kirschbaum, die aus einer renommierten Kölner Privatsammlung stammt (Taxe: € 30.000 – 40.000). Das Gemälde befand sich ehemals in der Sammlung Robert Wallraf, Sohn des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters, Ministers und Reichstagspräsidenten Max Wallraf und Bruder des Kunstsammlers und -händlers Paul Wallraf. Lebasque erweist sich hier als sensibler Beobachter des Frühlings. Mit seinem charakteristischen, lichtdurchfluteten Kolorit gelingt es ihm, nicht nur die sichtbare Landschaft, sondern geradezu die Atmosphäre und die haptische Qualität der Frühlingsluft einzufangen und so dem Gemälde eine außergewöhnlich poetische Stimmung zu verleihen.

Die Fine-Art-Auktion bei VAN HAM findet am 20. November 2026 in Köln statt. Die Vorbesichtigung ist vom 13. bis 16. November 2026 geöffnet. Das Angebot reicht von Alten Meistern des 16. und 17. Jahrhunderts über bedeutende Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts bis zum Impressionismus.

Tags: fine art, Alte Meister, Impressionismus, Malerei, Gemälde, Michiel Sweerts, Franz Roubaud, Henri Lebasque, Robert Zünd

Vorbesichtigung: 13. – 16. November 2026

Fine Art Auktion: 20. November 2026