Meier-Denninghoff war die einzige Bildhauerin und Frau, die 1949 zu den Gründungsmitgliedern der… Weiterlesen
Die Ausstellung „Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives“ beleuchtet verschiedene Aspekte der Erinnerungskultur mit 13 Auftragsarbeiten zeitgenössischer Künstler*innen und 15 exemplarisch ausgewählten Exponaten aus dem Archiv der Akademie der Künste.
Candice Breitz gedenkt mit 1001 versiegelten VHS-Kassetten deren Einfluss auf das Bildergedächtnis und verweist auf das Erzählen als Überlebensstrategie. Cemile Sahin entlarvt die Rolle von Medien und Monumenten in der Politik des Erinnerns in Irak. Was vom alltagskulturellen Erbe bleibt, entdeckt Susann Maria Hempel in einer Archäologie des Mülls. Thomas Heises Recherche zu den „korrespondierenden Mitgliedern“ der Akademie der Künste der DDR legt ein Stück verschütteter Geschichte frei. Archive sind auch Ausdruck von Ein- und Ausschlussmechanismen: Mit ihrer Archivfiktion über eine irische Avantgarde demaskiert Jennifer Walshe die Willkür des Kunstkanons, ähnlich wie Arnold Dreyblatts Archiv-Karussell, inspiriert von John Cages Dekonstruktion des Ausstellungsbetriebs. Ulrike Draesner spürt den Sedimenten des Kolonialismus im Archiv und seinen Leerstellen nach. Der Umgang mit Zeugnissen vergangener Gewalt, die in die Gegenwart hineinreicht, ist ein wiederkehrendes Thema: Eduardo Molinari setzt sein Archiv ein, um die Kontinuitäten von Kolonialverbrechen, Landnahme und Klimawandel in Patagonien herauszustellen. In Matana Roberts Klanginstallation hallt der Freiheitskampf der US-Bürgerrechtsaktivist*innen Paul und Eslanda Robeson nach. Mirosław Bałka liest aus einem Deutschlehrbuch von 1943, einem Fundstück aus seinem polnischen Familienarchiv; Cécile Wajsbrot setzt sich in Dialog mit Imre Kertész‘ Nachlass über die „exilierte Sprache“. Gedächtnisarbeit ist auch Trauer- und Traumaarbeit, in der Erinnern und Vergessen miteinander korrespondieren, wie in Alexander Kluges Filmpanorama. Wie kulturelles Vermächtnis sich in die Künste und den Körper einschreibt offenbart Robert Wilsons Hommage an Suzushi Hanayagi.
In der künstlerischen Erinnerungsarbeit erweist sich das Archiv zugleich als Ressource und als Methode. Ausgewählte Objekte und Dokumente aus dem Archiv der Akademie zeugen von der Erinnerung als Triebfeder künstlerischen Schaffens. Walter Benjamins programmatischer Text Ausgraben und Erinnern gibt den Denkrahmen vor: Das Gedächtnis als Medium zur Erkundung der Gegenwart. Einar Schleefs Tagebuchbilder, die Arbeitskurven von Käthe Kollwitz, Modelle zum Echolot von Walter Kempowski, die Bildvorlagen von George Grosz, Edgar Reitz‘ Produktionstagebücher oder Inge Deutschkrons Brief an ihren Vater sind einige der Positionen, die sich zu einer Konstellation künstlerischer Verfahrensweisen fügen: „Erinnern ist Arbeit.“ (Einar Schleef)
Veranstaltungsort
Akademie der KünstePariser Platz 410117 Berlin
Öffnungszeiten und Tickets
Di – So 11 – 19 Uhr
€ 9/6Bis 18 Jahre und dienstags ab 15 Uhr Eintritt frei
Eröffnungstage: 17. – 20. Juni, 11 – 19 UhrGanztägig ermäßigter
Meier-Denninghoff war die einzige Bildhauerin und Frau, die 1949 zu den Gründungsmitgliedern der… Weiterlesen
Kaum ein Medium hat unsere Wahrnehmung der Welt so nachhaltig verändert wie die Fotografie. Genau 200 Jahre nach ihren Anfängen richtet CO Berlin mit „200 Years and Counting“ den Blick nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz die Zukunft des fotografischen Bildes verändern wird. Die Ausstellung in Berlin wird damit zum Schauplatz einer internationalen Debatte über eines der prägendsten Medien unserer Zeit.
Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Fotografie veranstaltet CO… Weiterlesen
Bruce Gilden trifft mit „Why These?“ wie ein Blitz ins Gesicht – direkt, unerwartet und ohne Ausweichmöglichkeit. In der Ausstellung bei Fotografiska Berlin verdichtet sich seine Fotografie zu einem kompromisslosen Blick auf Menschen, der weder beschönigt noch erklärt, sondern konfrontiert.
Bruce Gildens Bilder verweigern jede Form von Distanz. Der harte Blitz, das unmittelbare Herangehen, die Nähe zum Motiv – all das erzeugt eine Intensität, die sich nicht abschwächen lässt. Gesichter erscheinen nicht als Oberfläche, sondern als verdichtete… Weiterlesen
C/O Berlin feiert seinen 25. Geburtstag! Seit einem Vierteljahrhundert widmet sich das renommierte Ausstellungshaus in Berlin mit großem Engagement und offenem Blick den vielseitigen Themen und Perspektiven der Fotografie und visuellen Medien. Dieses Jubiläum ist nicht nur ein Anlass zur Rückschau, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Zukunft – und zur konsequenten Weiterentwicklung eines Hauses, das längst zu den führenden Institutionen seiner Art zählt.
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