Hans-Peter Feldmann im Kunstpalast Düsseldorf – Retrospektive im Herbst 2025Was ist Kunst? Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Wer bestimmt, was Kunst ist? Was macht einen Künstler, eine Künstlerin aus? Diese grundlegenden Fragen stehen im Zentrum des Schaffens von Hans-Peter Feldmann (1941–2023) – einem der eigenwilligsten und zugleich prägendsten Künstler der Nachkriegszeit. Im Herbst 2025 widmet der Kunstpalast Düsseldorf ihm eine große Ausstellung, die als erste umfassende Retrospektive nach seinem Tod konzipiert wurde und gleichzeitig die letzte ist, an der Feldmann selbst aktiv mitwirkte.
Die Schau zeigt rund 120 Arbeiten und bietet einen Überblick über fünf Jahrzehnte künstlerisches Schaffen. Der Bogen reicht von den frühen Fotografien der 1970er Jahre über Skulpturen aus Alltagsgegenständen, installative Werke bis hin zu neueren Arbeiten, die nun erstmals in Düsseldorf öffentlich präsentiert werden.
Feldmanns Werk kreist um Themen, die zeitlos und doch hochaktuell sind: „Der Alltag, gesellschaftliche Klischees, Voyeurismus, private und öffentliche Sphären, Geschmacksbildung, Humor und Satire, Träume und Projektionen.“ Mit präzisem Blick und oft lakonischem Witz hinterfragt Feldmann die Ordnung der Dinge und die Mechanismen der Wahrnehmung.
Von Beginn an arbeitete der Künstler mit Techniken der Aneignung, Verfremdung und Neukontextualisierung. Sein Ansatz war stets radikal demokratisch: Kunst war für ihn nicht das Exklusive, sondern das Allgegenwärtige – das, was durch Verschiebung der Perspektive sichtbar wird.
„Was ist Kunst? Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Wer bestimmt, was Kunst ist? Was macht einen Künstler, eine Künstlerin aus?“ Diese Fragen sind nicht nur rhetorischer Auftakt, sondern Schlüssel zur Rezeption eines Werks, das sich jeder Kategorisierung entzieht.
Kuratiert wird die Ausstellung von Felicity Korn, der Sammlungsleiterin für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts am Kunstpalast. Mit tiefem Respekt für Feldmanns Haltung und Humor stellt sie eine Präsentation zusammen, die nicht museal verklärt, sondern den offenen Denkraum sichtbar macht, den der Künstler stets verteidigte.
Die Retrospektive ist nicht nur eine Hommage, sondern ein diskursives Angebot, sich mit Kunst und ihren Grenzbereichen auseinanderzusetzen – ganz im Sinne von Hans-Peter Feldmann. Wer sich fragt, wie subtil und gleichzeitig radikal Kunst das Alltägliche in Frage stellen kann, wird in Düsseldorf Antworten finden.