Meier-Denninghoff war die einzige Bildhauerin und Frau, die 1949 zu den Gründungsmitgliedern der… Weiterlesen
Die Künstlerin steht in ihrer Arbeit zugleich vor und hinter der Kamera. Sie agiert als Fotografin, Regisseurin und Modell. „Humorvoll thematisiert Astfalck-Vietz Geschlechterrollen in der Weimarer Republik und nutzt die Kamera, um selbstbewusst vielfältige Möglichkeiten weiblicher Identität zu zeigen.“ Ihr Stil ist einzigartig: Mit Masken, theatralischen Posen und grotesken Elementen entwickelt sie eine Bildsprache, die „persönliche Introspektion mit gesellschaftspolitischen Themen verbindet.“
Die Ausstellung basiert auf neuesten Forschungen zur Publikationspraxis der Künstlerin und setzt sich gleichzeitig mit feministischen Perspektiven auseinander. Ausstellung und begleitender Katalog präsentieren ein bislang „weitgehend übersehenes Werk“ und verorten es kunsthistorisch auf eindrucksvolle Weise. In sechs Kapiteln werden die Arbeiten thematisch geordnet vorgestellt. Neben ihren avantgardistischen Fotografien stehen erstmals auch die Pflanzenaquarelle im Fokus, die Astfalck-Vietz ab Mitte der 1930er Jahre bis zu ihrem Tod kontinuierlich anfertigte.
„Das Werk von Astfalck-Vietz hat viele Facetten. Im Dialog mit der Kamera inszeniert sie sich immer wieder selbst, dabei setzt sie Stoffe als Kostüm oder Gestaltungselement in ihren Bildkompositionen ein.“ Ihre Bildsprache lebt von Kontrasten: „Mit floraler Spitze, glänzendem Brokat und dramatischer Beleuchtung erschafft die Künstlerin geheimnisvolle Erscheinungen.“ Dabei geht es stets um Identität, um das Spiel mit Rollenbildern: „In sorgfältig arrangierten Fotografien lotet sie das Spannungsverhältnis zwischen Verhüllung und Offenbarung, Maskerade und Identität aus.“ Und weiter: „Spielerisch stellt sie Versionen des Frau-Seins dar: So inszeniert sie sich als Charleston-Tänzerin oder mit kurzen Haaren, im glamourös glitzernden Kleid oder mit Perücke.“
Der kunsthistorische Kontext ist klug gesetzt: Zeitgenössische Aufnahmen von Marianne Breslauer, Lotte Jacobi, Cami und Sasha Stone zeigen, in welchen ästhetischen und thematischen Zusammenhängen sich Astfalck-Vietz bewegte. Ergänzt wird die Schau durch eine kritische zeitgenössische Reflexion: Die Künstler*innen *Andreas Langfeld (1984) und *Sophie Thun (1985) reagieren mit einer Ein-Kanal-Videoarbeit auf das Werk dieser visionären Persönlichkeit. Sie „kommentieren mit einer Ein-Kanal-Videoarbeit das Wirken dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit aus heutiger Perspektive.“
Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein zweisprachiger Katalog in Deutsch und Englisch, der das Lebenswerk von Marta Astfalck-Vietz umfangreich dokumentiert. Auf 256 Seiten mit rund 100 Abbildungen werden Leben, Werk und Kontext in klarer Sprache präsentiert. Die Museumsausgabe kostet 34,80 €, ISBN: 978-3-940208-86-6. Ein unverzichtbares Werk für alle, die sich mit fotografischer Avantgarde, weiblicher Selbstbestimmung und den künstlerischen Strömungen der Weimarer Zeit auseinandersetzen.
ÖFFNUNGSZEITENMittwoch–Montag 10:00–18:00 UhrEINTRITTSPREISETageskarte 8 EuroErmäßigt 5 Euro (gilt auch für Gruppen ab 10 Personen)
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Kaum ein Medium hat unsere Wahrnehmung der Welt so nachhaltig verändert wie die Fotografie. Genau 200 Jahre nach ihren Anfängen richtet CO Berlin mit „200 Years and Counting“ den Blick nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz die Zukunft des fotografischen Bildes verändern wird. Die Ausstellung in Berlin wird damit zum Schauplatz einer internationalen Debatte über eines der prägendsten Medien unserer Zeit.
Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Fotografie veranstaltet CO… Weiterlesen
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Bruce Gildens Bilder verweigern jede Form von Distanz. Der harte Blitz, das unmittelbare Herangehen, die Nähe zum Motiv – all das erzeugt eine Intensität, die sich nicht abschwächen lässt. Gesichter erscheinen nicht als Oberfläche, sondern als verdichtete… Weiterlesen
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