Tobias Pils night on earth, 2018 Mischtechnik auf Leinwand 283 x 200 cm Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln Foto: Jorit Aust © Tobias Pils
Tobias Pils night on earth, 2018 Mischtechnik auf Leinwand 283 x 200 cm Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln Foto: Jorit Aust © Tobias Pils – Mit freundlicher Genehmigung von: makpresse / MUMOK Wien

Wann: 27.09.2025 - 12.04.2026

Tobias Pils im MUMOK: Eine malerische Kosmologie zwischen Tod und Wiedergeburt

In einer eindrucksvollen Einzelausstellung widmet sich das MUMOK Wien dem Werk von Tobias Pils, einem der bemerkenswertesten Maler der Gegenwart. 1971 in Linz geboren, hat sich Pils mit einer einzigartigen Bildsprache etabliert, die abstrakte und gegenständliche Elemente miteinander verwebt und dabei einen assoziativen Kosmos erschafft.

Mit einer bewusst reduzierten Farbpalette, in jüngerer Zeit um gezielt eingesetzte Farben ergänzt, erschafft Pils Gemälde und Zeichnungen, die zugleich rätselhaft und tiefgründig erscheinen. Seine Werke zeigen oft nur angedeutete Architekturen, Figuren und Objekte, die sich der Realität entziehen und eine fast traumartige Atmosphäre erzeugen.

Was sich inhaltlich als Auseinandersetzung mit fundamentalen Themen wie Geburt und Tod, Werden und Vergehen lesen lässt, verhandelt gleichzeitig zentrale Fragen der Malerei selbst. In Pils’ Werk „führt eine malerische Markierung zur nächsten, ein Bild zu einem weiteren, so als würde auch die Malerei unausgesetzt ihren Tod und ihre Wiedergeburt inszenieren.“

Der malerische Prozess bei Tobias Pils ist kein abgeschlossener Akt, sondern ein offenes, prozessuales Geschehen, das ebenso von Intentionen wie von Zufällen geprägt ist. Die Betrachtung seiner Werke lädt dazu ein, sich auf eine Fährtensuche einzulassen, die der inneren Logik des Bildes folgt – eine Grammatik der Malerei, die es zu entschlüsseln gilt.

Pils’ Arbeiten entstehen in Gruppen, die er selbst als „Familien“ bezeichnet. Innerhalb dieser Familien tauchen kompositorische Elemente immer wieder auf – ähnlich wie ein musikalisches Thema, das in verschiedenen Variationen unterschiedliche emotionale Klangfarben erzeugt. Der Begriff „Familie“ steht dabei nicht für eine biografische Verengung, sondern deutet auf universale Erfahrungen hin: „eine Kosmologie des Kreatürlichen“ zwischen Intimität und Distanz, Opposition und Verschwisterung.

Die Ausstellung im MUMOK ist die umfangreichste Präsentation des Künstlers bis heute. Sie bietet nicht nur einen umfassenden Überblick über sein malerisches Schaffen der letzten zehn Jahre, sondern stellt auch das zeichnerische Werk von Tobias Pils in den Mittelpunkt.

Ein besonderes Highlight bildet eine ortsbezogene Wandmalerei, die eigens für das MUMOK konzipiert wurde und exemplarisch für die transitorische und raumbezogene Dimension seiner Praxis steht.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Manuela Ammer.

Tags: Abstrakte Kunst, gegenständliche Kunst, Malerei, Tobias Pils, Zeichnungen
Tobias Pils Marfa (nine), 2016 Mischtechnik auf Leinwand 202 x 238 cm Sammlung Scharpff, Berlin Foto: Jorit Aust © Tobias Pils
Tobias Pils Marfa (nine), 2016 Mischtechnik auf Leinwand 202 x 238 cm Sammlung Scharpff, Berlin Foto: Jorit Aust © Tobias Pils – Mit freundlicher Genehmigung von: makpresse / Wer: MUMOK Wien

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10:00–18:00Öffnungszeiten Bibliothek
Dienstag und Donnerstag (nach Terminvereinbarung): 10:00–16:00Sonderöffnungszeiten
24. Dezember 2021: 10:00–14:0025. bis 27. Dezember 2021: 10:00–18:0031. Dezember 2021: 10:00–16:001. Jänner 2022: 12:00–18:006. Jänner 2022: 10:00–18:00