Im IBB-Videoraum der Berlinischen Galerie entfaltet sich auch 2025 erneut ein Raum für das Nachdenken über Gegenwart und Zukunft durch die Linse zeitbasierter Medienkunst. Seit 2011 bietet dieser besondere Ausstellungsbereich eine Plattform für Künstler*innen, die mit Film, Video und Performance arbeiten. Jedes einzelne Screening wird zum Ausgangspunkt einer neuen Reflexion – über mediale Strukturen, soziale Machtverhältnisse und politische Zusammenhänge. „Besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, marginalisierten Perspektiven Raum zu geben und Auswirkungen von Machtstrukturen sichtbar zu machen.“In diesem Kontext präsentiert die Berlinische Galerie die Arbeiten der spanischen Künstlerin und Forscherin Gala Hernández López, geboren 1993 in Murcia. Ihre Praxis ist so interdisziplinär wie brisant. Sie bewegt sich souverän zwischen Wissenschaft, Videoarbeit und Performance, mit einem Fokus auf Themen, die aktueller nicht sein könnten: das menschliche Selbstbild im digitalen Zeitalter, virtuelle Gemeinschaften, algorithmische Utopien.
„Sie beschäftigt sich häufig mit dem menschlichen Selbstbild in einer von digitalen Technologien geprägten Welt.“ Dabei rückt Hernández López aus einer „kritisch-feministischen Perspektive“ zentrale Fragen in den Fokus: Welche Bilder und Ideale entstehen in den digitalen Parallelwelten? Wie beeinflussen neue, oft reaktionäre Technik-Utopien unser Denken, Fühlen und unser Selbstverständnis als Gesellschaft?
Die Berlinische Galerie zeigt im IBB-Videoraum eine Trilogie von Videoarbeiten, die diese Fragestellungen eindringlich visualisieren. Die Arbeiten verknüpfen dokumentarische Recherche mit poetischer Bildsprache und theoretischer Tiefe. In ihrer künstlerischen Handschrift spiegelt sich nicht nur ein hohes Maß an analytischer Schärfe, sondern auch ein tiefes Gespür für die emotionalen Dimensionen digitaler Realitäten.
Die Einladung an Gala Hernández López ist ein starkes kuratorisches Statement. Sie steht exemplarisch für die Ausrichtung des IBB-Videoraums: eine Plattform für progressive, oft unbequeme Stimmen, die mit künstlerischen Mitteln jene Fragen stellen, die in der digitalen Gesellschaft allzu oft überhört werden.