„Die Simpsons. Gelber wird’s nicht!“ – Das Deutsche Zeitungsmuseum präsentiert das Kult-Phänomen aus Springfield„Keine andere Fernsehserie hat eine so lange Laufzeit, so viele Folgen und eine vergleichbare globale Verbreitung vorzuweisen wie Die Simpsons.“ Mit diesem Satz beginnt eine außergewöhnliche Ausstellung im Deutschen Zeitungsmuseum, die vom 27. September 2025 bis 3. Mai 2026 in Wadgassen zu sehen ist. Kuratiert vom renommierten Comic-Experten Dr. Alexander Braun, widmet sich die Schau dem größten Medienerfolg aller Zeiten – und dem wohl bekanntesten Familienclan der Popgeschichte: Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie Simpson.
„Von Alaska bis Indien, von Finnland bis China, und selbst in Russland ist die gelbe Familie wohlbekannt, und das obwohl sie sehr amerikanisch und häufig sarkastisch und schwarzhumorig bis an die Schmerzgrenze ist.“ Was 1987 als einminütiger Gag in der Tracy Ullman Show begann, entwickelte sich rasant zu einem weltumspannenden Phänomen. 1989 wagte man den Schritt zur eigenen Serie – eine Entscheidung, die Geschichte schrieb. Merchandise-Produkte fluteten die Märkte, Milliarden wurden verdient, während die Produzenten zunächst nur auf ein kurzes Vergnügen spekulierten.
„Die Simpsons sind weit mehr als Unterhaltung – sie sind ein Seismograf unserer Zeit. Mit Witz, Biss und erstaunlicher Tiefenschärfe kommentieren sie seit Jahrzehnten das Weltgeschehen. Dass wir diese außergewöhnliche Ausstellung im Deutschen Zeitungsmuseum zeigen dürfen, freut uns sehr“, so Lisa Felicitas Mattheis, kunst- und kulturwissenschaftliche Vorständin der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz.
Die Ausstellung „Die Simpsons. Gelber wird’s nicht!“ zeigt das Ausmaß und die Vielschichtigkeit eines postmodernen Medienwunders. Gezeigt werden Original-Drehbücher, Storyboards, Entwurfsskizzen und farbige Folien aus der Trickfilmproduktion. Zudem sind Original-Artworks der Comic-Hefte, überraschende Hommagen von Künstlerfreunden sowie seltenes Merchandise zu sehen.
Der Erfolg der Simpsons beruht nicht auf Mainstream, sondern auf Provokation: In den Simpsons wird geflucht und geraucht und Figuren haben Sex. Man macht sich lustig über die Moralvorstellungen von Kirche und Konservativen und verhöhnt die Sicherheitsversprechen der Atomindustrie. Die Drehbuchautoren surfen fröhlich auf den Wellen der Kulturgeschichte und Popkultur. V.I.Ps aus Film, Fernsehen und Popkultur reißen sich um einen Gastauftritt bei den Simpsons, der sie dann häufig noch nicht einmal gut aussehen lässt. Wer nicht über sich selbst lachen kann, ist bei den Simpsons fehl am Platz.
Zuvor mit großem Erfolg im schauraum: comic + cartoons in Dortmund zu sehen, zieht die Ausstellung nun ins Saarland – und bringt ein Katalogbuch mit, das tief in das Phänomen eintaucht: Es erklärt unter anderem, wie eine Folge entsteht – vom Skript bis zur kolorierten Endfassung.
Begleitend zeigt das Museum ikonische Szenen und historische Artefakte wie die berühmte Szene aus „A Fish Called Selma“ (Staffel 7, Episode 19). Die Animationstechnik wird anhand originaler Cels demonstriert: „Häufiger als eine Aufteilung von einzelnen Körperteilen ist die Separierung der Figuren, die in einer Szene mitspielen, wie in diesem Fall: Marge, Bart, Homer und Lisa (von hinten nach vorne) haben jede/r ihre/seine eigene Folien-Ebene. Daraus resultiert etwa die Entlastung, dass die Folien mit Marge und Lisa, die dem wilden Mampfen von Homer und Bart ruhig und gelassen zuschauen, länger liegen bleiben können als die Folien für den schnelleren Bewegungsablauf von Vater und Sohn. Für Homer und Bart werden also mehr Folien benötigt.“
Matt Groening, 1954 in Portland, Oregon geboren, erdachte diese Serie und prägt sie bis heute. „Dank des Erfolgs der »Life in Hell«-Cartoons und der nun erheblich verbesserten finanziellen Situation kauften Matt und Deborah Groening ein Haus in Venice und Matt arbeitete fortan in seiner »Bat Cave« auf halbem Weg von ihrem neuen Zuhause an den Venice Canals zu den Büroräumen ihrer beiden Firmen in Santa Monica.“
Das Deutsche Zeitungsmuseum macht mit dieser Ausstellung deutlich: Die Simpsons sind nicht nur gelb, schrill und komisch – sie sind ein Dokument unserer Medienkultur. Und gelber wird’s nicht.