Rob Voerman im Museum der Moderne Salzburg – Düstere Visionen zwischen Architektur und PosthumanismusDas Museum der Moderne Salzburg widmet dem niederländischen Künstler Rob Voerman eine eindrucksvolle Ausstellung, die zwischen apokalyptischer Ästhetik und architektonischer Reflexion oszilliert. Geboren 1966 in Deventer und lebend in Arnhem, erschafft Voerman Werke, die auf radikale Weise Zukunftsvisionen mit Erinnerungen an die Moderne verweben.
Seine architektonischen Konstruktionen erscheinen wie düstere Monumente des Scheiterns. Als Bühnenbild seiner Installationen wählt Voerman ikonische Beispiele der modernistischen Architektur, die in einem Zustand des Verfalls an große soziale Versprechen erinnern, die niemals eingelöst wurden.
"Voermans Bauten lassen vermuten, dass den Menschen in der Zukunft eine Rückkehr in den Garten Eden nicht geglückt ist und es keine Unterwerfung der Natur durch Wissenschaft und Technik zugunsten der Menschheit gegeben hat."
Was Voerman zeigt, ist ein Zeitalter nach dem Zusammenbruch: eine Menschheit, die überlebt hat, aber inmitten der Trümmer einer untergegangenen Welt ein neues Dasein führt. Es ist das Zeitalter des Posthumanismus, in dem sich aus den Ruinen urbane Landschaften entwickeln, die von biomorphen Strukturen durchdrungen sind.
"In den Ruinen des urbanen Raums sind biomorphe Strukturen gewachsen, die an gewaltige bizarre Geschwüre erinnern, die an die Oberfläche durchgebrochen sind und in die Städte hineinwuchern."
Diese „Geschwüre“ übernehmen die Herrschaft, während sich schäbige, menschengemachte Bauten unterwerfen, geduckt, fast ehrfürchtig. In Voermans Vision hat sich ein neues Bewusstsein manifestiert, das alte Machtverhältnisse ersetzt hat.
"Flankierende Bauten von Menschenhand suchen geduckt und schäbig die Nähe zu diesem Geschwür wie zu einer neuen obersten Autorität. Ein neues Bewusstsein hat die Kontrolle übernommen, die Menschheit ist nur mehr ein Volk von Bastelnden, die das für ihre Behausungen wiederverwerten, was übriggeblieben ist."
Was dabei entsteht, sind Werke von erschütternder Schönheit und existenzieller Tiefe, die zwischen utopischer Hoffnung und dystopischer Realität schweben. Voermans Kunst ist eine spekulative Archäologie der Zukunft, ein Ausblick in eine mögliche Welt, die zugleich verloren und neu geboren erscheint.
"Voerman entwirft Visionen einer alternativen (oder zukünftigen) schrecklichen und schönen Welt."
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die Voermans Werk und seine Ideen eingehend dokumentiert.