Henkelschale, Herrengrund/Špania Dolina, frühes 18. Jahrhundert © Bergbau- und Gotikmuseum Leogang, Foto: Susanne Bayer
Henkelschale, Herrengrund/Špania Dolina, frühes 18. Jahrhundert © Bergbau- und Gotikmuseum Leogang, Foto: Susanne Bayer – Mit freundlicher Genehmigung von: skd / Staatliche Kunstsammlung, Dresden

Wann: 29.08.2025 - 04.01.2026

Rotes Gold. Das Wunder von Herrengrund – Eine faszinierende Ausstellung im Residenzschloss Dresden

Im ehrwürdigen Residenzschloss Dresden öffnet eine Ausstellung ihre Tore, die Besucher auf eine außergewöhnliche Reise zwischen Naturwunder, Alchemie und frühneuzeitlicher Kunstfertigkeit mitnimmt: „Rotes Gold. Das Wunder von Herrengrund“ widmet sich dem geheimnisvollen Phänomen der Kupferverwandlung und seiner einzigartigen Rolle im Kontext der Schatz- und Kunstkammern der Frühen Neuzeit.

„Ohne den Bergbau sind die Schatz- und Kunstkammern der Frühen Neuzeit nicht denkbar, edle Metallen und Steine sind darin unverzichtbar.“

Für die Dresdner Kunstsammlungen bildeten die mineralischen Reichtümer des sächsisch-böhmischen Erzgebirges eine tragende Säule. Doch auch weiter östlich, im heute slowakischen Teil des Erzgebirges, wurden begehrte Rohstoffe gefördert. In dieser traditionsreichen Landschaft vereinten sich Naturprodukte und menschliches Können zu wahren Meisterwerken – sogenannten Handsteinen aus bearbeiteten Metallen und Mineralien, die als Symbole für Wissen, Macht und Technik galten.

„Erzeugnisse der Natur und menschliche Kunstfertigkeit kulminierten in Handsteinen aus bearbeiteten Metallen und Mineralien.“

Ein zentrales Motiv der Ausstellung ist das „Wunder von Herrengrund“. Im Kupferbergwerk von Špania Dolina, dem historischen Herrengrund, machten Bergleute vor über 400 Jahren eine bahnbrechende Entdeckung: In Bergwässern zurückgelassene Eisengegenstände verwandelten sich nach einiger Zeit in reines Kupfer. Diese Beobachtung war nicht nur eine technische Sensation, sondern auch ein Faszinosum für die damalige Wissenschaft und Alchemie.

„Alchemisten, sprich Metallurgen, Chemiker und Gelehrte, beschäftigten sich mit der Frage, ob es möglich ist, Gold herzustellen.“

Die Bergleute nutzten das Wissen um die Kupferverwandlung, um gezielt Zementkupfer zu erzeugen – ein Verfahren, das in der Region einzigartig war. Aus diesem Material entstanden kunstvoll vergoldete Schalen, Tummler und Fassbecher, die nicht nur als edle Zierobjekte dienten, sondern auch als diplomatische Geschenke und als Ausdruck bergmännischen Selbstbewusstseins galten.

„Vergoldete Schalen, Tummler und Fassbecher aus Herrengrunder Kupfer bezeugten die geheimnisvolle Wandlung und dienten als repräsentative Andenken, Staatsgeschenke und Zeichen bergmännischen Stolzes.“

Die Herstellung von sogenannten Handsteinen begann bereits im 16. Jahrhundert im böhmischen Erzgebirge. Im 18. Jahrhundert entstanden im slowakischen Herrengrund fantasievolle Tafelaufsätze: kleine, detailverliebte Landschaften, die das Leben und die Arbeit der Bergleute in Szene setzten – in Kupfer gegossene Erzählungen einer unterirdischen Welt.

„Die Fertigung von Handsteinen begann im 16. Jahrhundert im böhmischen Erzgebirge; im 18. Jahrhundert wurden im slowakischen Erzgebirge Handsteine als Tafelaufsätze geschaffen – kleinteilige Landschaften mit Szenen aus dem Bergbau.“

Die Ausstellung im Residenzschloss verbindet Kunst, Wissenschaft und Geschichte auf sinnlich eindrucksvolle Weise und macht das „Rote Gold“ von Herrengrund zu einem leuchtenden Zeugnis menschlicher Entdeckungskraft und kultureller Raffinesse.

Tags: Bergbau, Gold, Goldarbeiten, Kunstkammer, Kunstschätze, Kunstwerk, Schmuck
Handstein, Paul Kolbany (?), wohl Neusohl/Banská Bystrica, um 1750    © MAK Wien, Foto: Susanne Bayer
Handstein, Paul Kolbany (?), wohl Neusohl/Banská Bystrica, um 1750 © MAK Wien, Foto: Susanne Bayer – Mit freundlicher Genehmigung von: skd / Wer: Staatliche Kunstsammlung, Dresden

10-18 Uhr, Montag geschlossen
Eintrittspreise
regulär 14 €, ermäßigt 10,50 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 12,50 €