Brigitte Meier-Denninghoff, München 1957 © Foto: Eva-Maria Tilse
Brigitte Meier-Denninghoff, München 1957 © Foto: Eva-Maria Tilse – Mit freundlicher Genehmigung von: berlinischegalerie / Berlinische Galerie

Wann: 05.09.2025 - 03.08.2026

Brigitte Meier-Denninghoff (1923–2011) war eine Ausnahmepersönlichkeit der westdeutschen Nachkriegsmoderne. Als Bildhauerin und Zeichnerin gehörte sie zu den wenigen Künstlern aus Deutschland, die in den 1950er bis 1970er Jahren internationale Anerkennung erlangten. Die Berlinische Galerie widmet nun diesem bedeutenden Werk eine Ausstellung, die den Nachlass erstmals umfassend aufarbeitet und neue Perspektiven auf eine lange verkannte Künstlerlaufbahn eröffnet.

Meier-Denninghoff war die einzige Bildhauerin und Frau, die 1949 zu den Gründungsmitgliedern der progressiven Künstlergruppe ZEN 49 zählte. Ein echter Meilenstein, denn die Gruppe setzte ein Zeichen für einen radikalen Neuanfang in der deutschen Kunst. Ihren internationalen Durchbruch markieren Einladungen zur documenta in Kassel 1959 und 1964 sowie zur Biennale von Venedig 1962. „Sie erhält wichtige Kunstpreise und ist in relevanten Publikationen zur Skulptur nach 1945 vertreten.“

Trotz dieser Erfolge wird Meier-Denninghoff heute oft nur als eine Hälfte des berühmten Berliner Künstlerpaars Matschinsky-Denninghoff wahrgenommen. Ihr Mann Martin Matschinsky (1921–2020), ursprünglich Fotograf und Schauspieler, unterstützte sie ab 1955 bei der Umsetzung ihrer monumentalen Werke. Ab 1970 signierten beide ihre Skulpturen gemeinsam – und machten daraus eine künstlerische Marke. „Auch Skulpturen, mit denen die Künstlerin 1955 bis 1970 international bekannt geworden war, erklärte das Paar rückwirkend zum gemeinsamen Werk.“

Die monumentalen, ikonischen Arbeiten des Duos sind bis heute fester Bestandteil des öffentlichen Raums vieler westdeutscher Städte. Doch die Ausstellung in der Berlinischen Galerie lenkt den Fokus nun klar auf Brigitte Meier-Denninghoff und ihr eigenes Frühwerk. Denn der Nachlass, der von der Stiftung Matschinsky-Denninghoff unter dem Dach der Berlinischen Galerie in Kooperation mit dem Van Ham Art Estate betreut wird, enthält „eine Fülle unbekannten Materials, darunter Skulpturen, Zeichnungen und Dokumente zu Brigitte Meier-Denninghoff. Sie legen eine neue Sicht auf das Frühwerk der Künstlerin nahe.“

Diese Ausstellung ist mehr als eine kunsthistorische Aufarbeitung. Sie ist eine Rückgewinnung künstlerischer Autorschaft, ein posthumer Akt der Gerechtigkeit und ein bedeutender Beitrag zur Geschichte der Nachkriegsmoderne. Wer die Entwicklung westdeutscher Skulptur nach 1945 verstehen will, kommt an Brigitte Meier-Denninghoff nicht vorbei. Die Berlinische Galerie sorgt mit dieser Präsentation dafür, dass ihr Werk endlich die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient.

Tags: Bildhauer, Brigitte Meier-Denninghoff, monument, Skulpturen, Zeichnungen, ZEN49

ÖFFNUNGSZEITENMittwoch–Montag 10:00–18:00 UhrEINTRITTSPREISETageskarte 8 EuroErmäßigt 5 Euro (gilt auch für Gruppen ab 10 Personen)