Robert Rauschenberg’s set design for Trisha Brown’s Lateral Pass (1985), Teatro di San Carlo, Naples, Italy, January 1987. Photo: Luciano Romano. Photograph Collection. Robert Rauschenberg Foundation Archives, New York.
Robert Rauschenberg’s set design for Trisha Brown’s Lateral Pass (1985), Teatro di San Carlo, Naples, Italy, January 1987. Photo: Luciano Romano. Photograph Collection. Robert Rauschenberg Foundation Archives, New York. – Mit freundlicher Genehmigung von: ropac / Galerie Thaddaeus Ropac Marais

Wann: 20.10.2025 - 22.11.2025

"Objects + materials occupy real space very much the way ideas have elbows." — Robert Rauschenberg

Die Galerie Thaddaeus Ropac Paris Marais präsentiert nach 15 Jahren erstmals wieder eine Ausstellung, die sich ausschließlich der skulpturalen Serie Gluts (1986–1994) von Robert Rauschenberg widmet – und zugleich die erste Schau dieser Werkreihe überhaupt in Frankreich. Im Jahr des 100. Geburtstags des amerikanischen Künstlers läuft Gluts parallel zu einem umfangreichen internationalen Programm, das Rauschenbergs Vermächtnis ehrt.

Seit seinen frühen Combines (1954–1964) revolutionierte Rauschenberg die Bildfläche durch die Integration von Alltagsobjekten, die er selbst als „gifts from the street“ bezeichnete, und erweiterte so die Definition dessen, was Kunst sein kann. In diesem Geist entstand Ende der 1980er-Jahre die Serie Gluts: Assemblagen aus gefundenen Metallobjekten, die zu Wandreliefs und freistehenden Skulpturen verbunden wurden. Anders als in den Combines sind diese nicht mehr auf Leinwandträgern befestigt, sondern treten als völlig autonome Werke auf – ein Manifest für Recycling und Wiederaneignung.

Die Inspiration dazu kam 1985 bei einem Besuch in Texas, das sich in einer Ölkrise befand und von Überresten gescheiterter Industrie gezeichnet war. Zurück in seinem Atelier auf Captiva Island sammelte Rauschenberg ähnliche Fundstücke, die er zu den ersten Gluts verarbeitete – Werke, die heute in ihrer Verbindung aus lyrischer Abstraktion und industrieller Härte eine erstaunliche poetische Kraft entfalten.

Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die Neapolitan Gluts, entstanden 1987, als Rauschenberg in Neapel improvisiert ein Bühnenbild für Trisha Browns „Lateral Pass“ schuf, weil das ursprüngliche Set im Hafen feststeckte. „Bob und sein Team kippten einen LKW voller Schrott hinter die Bühne und begannen, bis in die Nacht zu sortieren, zu stapeln, zu bohren und zu nieten“, erinnerte sich Brown. Teile dieser Kulisse fanden später ihren Weg in die Gluts.

Kuratorin Susan Davidson beschrieb die Serie als „ein extrem reifes und selbstbewusstes Werk, persönliche Übungen oder Vergnügungen für Rauschenberg, bei denen das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.“ In Arbeiten wie Summer Glut Fence (1987) erscheinen verblasste Stoppschilder als visuelle Imperative; in anderen, wie Balcone Glut (Neapolitan) (1987), spielt Rauschenberg mit Andeutungen von Funktion und Anthropomorphismus, indem kalte Materialien plötzlich lebendig wirken.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Katalog mit Archivfotografien, einem Essay des Philosophen Mark Alizart und einem Auszug aus Trisha Browns Bericht zur Entstehung der Neapolitan Gluts. Präsentiert in Zusammenarbeit mit der Robert Rauschenberg Foundation, setzt diese Schau die enge Partnerschaft mit der Galerie Thaddaeus Ropac fort, die seit 2015 mehrere Ausstellungen weniger bekannter, aber wegweisender Werkgruppen des Künstlers realisierte.

Die Ausstellung Robert Rauschenberg: Gluts in Paris wird flankiert von großen Retrospektiven weltweit – von Köln bis Hongkong, von Madrid bis New York – und steht im Zentrum eines Jubiläumsprogramms, das den interdisziplinären Geist und die gesellschaftliche Relevanz dieses Jahrhundertkünstlers feiert.

Tags: Robert Rauschenberg, Skulpturen, Pop Art, Performance Kunst, Malerei, Farbfotografie
Robert Rauschenberg, Yellow Moby Glut, 1986. Riveted metal parts. 335.4 x 305.5 x 45 cm (132 x 120,25 x 17,75 in). © Robert Rauscheberg Foundation / ARS, New York, 2025.
Robert Rauschenberg, Yellow Moby Glut, 1986. Riveted metal parts. 335.4 x 305.5 x 45 cm (132 x 120,25 x 17,75 in). © Robert Rauscheberg Foundation / ARS, New York, 2025. – Mit freundlicher Genehmigung von: ropac / Wer: Galerie Thaddaeus Ropac Marais

ÖFFNUNGSZEITEN
DIENSTAG – FREITAG 10 – 18 UHRSAMSTAG 10 – 14 UHR