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Close Enough bei C/O Berlin – Die Perspektiven der Magnum-Fotografinnen und die Nähe zur Wahrheit
C/O Berlin präsentiert vom 27. September 2025 bis 28. Januar 2026 die Ausstellung Close Enough . Perspectives by Women Photographers of Magnum. Die feierliche Eröffnung findet am 26. September 2025 um 20:00 Uhr im Amerika Haus statt. Die Ausstellung vereint Arbeiten von zwölf Fotografinnen der renommierten Agentur Magnum Photos und setzt sich auf eindrucksvolle Weise mit der Beziehung zwischen Fotograf und Motiv auseinander. Ursprünglich wurde Close Enough im Jahr 2022 am International Center of Photography in New York gezeigt – anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Agentur. Für das 25-jährige Jubiläum von C/O Berlin wurde die Ausstellung neu konzipiert und erweitert.
Der Titel ist ein Verweis auf eine ikonische Aussage des Magnum-Mitgründers Robert Capa: „If your pictures aren’t good enough you’re not close enough.“ Was einst im Kontext der Kriegsfotografie stand, wird in dieser Ausstellung zu einem vielschichtigen Gedanken über Nähe – nicht nur als räumliche, sondern als emotionale, soziale und psychologische Dimension. Vertrauen, Intimität, Zugehörigkeit, Komplizenschaft – all diese Elemente spiegeln sich in den Werken der ausgestellten Künstler wider. Gleichzeitig werfen die Arbeiten Fragen zu Repräsentation, Machtverhältnissen und Verletzlichkeit auf.
„Nähe steht nicht allein für räumliche Entfernung, sondern meint vielmehr Vertrauen, Komplizenschaft und Verbindung zwischen Fotograf:in und Porträtierten.“ So formuliert es das kuratorische Konzept, das bewusst auf persönliche Perspektiven und individuelle Bildsprachen setzt. Jeder Position wird ihr eigener Raum gelassen – ergänzt durch Texte der Fotografinnen selbst sowie einen eigens entwickelten Audioguide mit Kommentaren und Reflexionen.
Die Ausstellung vereint ganz unterschiedliche Ansätze: Alessandra Sanguinetti begleitet in Argentinien zwei Mädchen über Jahrzehnte hinweg. Myriam Boulos dokumentiert den gesellschaftlichen Umbruch im Libanon mit einem intensiven fotografischen Tagebuch. Hannah Price konfrontiert sogenannte Catcalls mit fotografischer Präsenz – ein Akt zwischen Zurückweisung und Aneignung. Cristina de Middel richtet den Blick auf Männer, die Sexarbeiterinnen aufsuchen – und kehrt so das Machtverhältnis im fotografischen Akt um.
Susan Meiselas widmet sich der Darstellung indigener Gemeinschaften in Papua und reflektiert dabei kritisch über die Mechanismen der Repräsentation. Carolyn Drake hinterfragt mit inszenierten Aufnahmen gängige Vorstellungen von Männlichkeit. Weitere Werke in der Ausstellung beschäftigen sich mit Körperlichkeit, religiöser Erziehung und den visuellen Codes subkultureller Räume.
Close Enough wurde von den beteiligten Fotografinnen selbst initiiert, von Charlotte Cotton kuratiert und für C/O Berlin von Boaz Levin adaptiert. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Magnum Photos. Eine gleichnamige Publikation ist im Kehrer Verlag erschienen und begleitet die Ausstellung auch in gedruckter Form.
Gezeigt werden Arbeiten von Olivia Arthur, Myriam Boulos, Sabiha Çimen, Bieke Depoorter, Carolyn Drake, Nanna Heitmann, Susan Meiselas, Cristina de Middel, Hannah Price, Lúa Ribeira, Alessandra Sanguinetti und Newsha Tavakolian – allesamt prägende Stimmen der zeitgenössischen Dokumentarfotografie. Ihre Werke zeigen Nähe nicht als Stilmittel, sondern als Haltung.
Close Enough bei C/O Berlin ist ein eindrucksvoller Beitrag zum fotografischen Diskurs. Eine Ausstellung, die mit kritischem Blick und künstlerischer Sensibilität die Beziehung zwischen Kamera und Welt neu verhandelt – nah, vielstimmig, kompromisslos.
TicketsEinlass nur überOnline-Zeitfenstertickets.Bald verfügbar! Regulär / Ermäßigt:10 Euro / 6 Euro Gruppen (pro Person) regulär / ermäßigt:8 Euro / 5 Euro Freier Eintritt:bis einschließlich 18 Jahre
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