Gego im Zentrum Paul Klee: Erste Einzelausstellung der deutsch-venezolanischen Künstlerin in der SchweizDie Kunstwelt blickt im Herbst 2025 nach Bern, wo das Zentrum Paul Klee einer außergewöhnlichen Künstlerin eine Bühne bereitet. Die deutsch-venezolanische Künstlerin Gego (1912 in Hamburg – 1994 in Caracas), mit bürgerlichem Namen Gertrud Goldschmidt, gilt als eine der Pionierinnen der modernen Kunst in Lateinamerika. Berühmt wurde sie für ihre filigranen, netzartigen Zeichnungen, Skulpturen und Installationen, die bis heute eine unverwechselbare Sprache des Raums und der Linien verkörpern.
Vom 20. September 2025 bis zum 18. Januar 2026 widmet das Zentrum Paul Klee Gego im Rahmen seiner Sammlungspräsentation „Kosmos Klee“ die erste Einzelausstellung in der Schweiz. Präsentiert werden Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken sowie ausgewählte Skulpturen, die den Facettenreichtum ihres Œuvres eindrucksvoll sichtbar machen. Damit wird einer Künstlerin, die über Jahrzehnte hinweg in Caracas ein einzigartiges Werk entwickelte, eine neue internationale Anerkennung zuteil.
Die Ausstellung tritt in einen spannungsvollen Dialog mit der dynamischen Dauerausstellung „Kosmos Klee. Die Sammlung“, die Besucher dazu einlädt, in Leben und Werk des bedeutenden Künstlers der Moderne einzutauchen. Mit rund 80 wechselnden Werken aus der Sammlung entsteht ein chronologischer Überblick über Klees Schaffen, der die künstlerische Entwicklung von den frühen Jahren bis zu den späten Experimenten sichtbar macht.
„Kosmos Klee. Die Sammlung lädt Besucher:innen ein, in Leben und Werk dieses wichtigen Künstlers der Moderne einzutauchen“, heißt es seitens des Museums. Biografisches Material und Archivalien ergänzen die Schau und vermitteln Einblicke in das Leben und die Zeit Paul Klees. Der Fokus-Raum wiederum bietet Platz für kleinere Ausstellungen, die besondere Aspekte seines Werkes beleuchten oder die globale Rezeption des Künstlers sichtbar machen.
Mit Gego als Gast eröffnet das Zentrum Paul Klee nicht nur ein Kapitel der lateinamerikanischen Moderne, sondern erweitert auch die Perspektive auf die internationale Vernetzung der Kunst des 20. Jahrhunderts. Ihre Arbeiten, die Leichtigkeit und Strenge, Poesie und Struktur verbinden, fügen sich in eine Sammlung ein, die selbst für den Dialog zwischen Kulturen und Epochen steht.
So wird Bern in diesen Monaten zum Treffpunkt zweier großer Namen der Moderne: Paul Klee und Gego. Ein Zusammentreffen, das Kunstgeschichte neu ins Licht rückt und den „Kosmos Klee“ um eine faszinierende Stimme bereichert.