Der Frankfurter Kunstverein widmet sich vom 2. Oktober 2025 bis 1. März 2026 in der Ausstellung „Anatomie der Fragilität – Körperbilder in Kunst und Wissenschaft“ einem Thema, das seit Jahrhunderten Künstler, Wissenschaftler und Philosophen gleichermaßen beschäftigt – dem menschlichen Körper und seiner Deutung.
„Wir alle haben Körper. Mehr noch: Wir alle sind Körper.“ Mit diesem Satz eröffnet der Kunstverein eine Schau, die den Blick auf das eigene Sein hinterfragt. Was bedeutet es, Körper zu sein, und wie hat sich die Wahrnehmung des Körpers über die Epochen hinweg verändert? Die Ausstellung geht diesen Fragen mit eindrucksvollen künstlerischen und wissenschaftlichen Positionen nach.
Seit jeher erzählen Kunst und Wissenschaft mit Bildern von Körpern Geschichten über das Menschsein. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden immer neue Deutungen, Idealisierungen und Fragmentierungen des menschlichen Leibs – Spiegel gesellschaftlicher, religiöser und politischer Vorstellungen. Der Frankfurter Kunstverein verbindet in dieser Präsentation historische Artefakte – darunter Exponate aus der Antikensammlung der Goethe-Universität, anatomische Wachsfiguren aus Bologna und Votive aus der Justus-Liebig-Universität – mit Werken zeitgenössischer Künstler, die das heutige Verständnis von Körperlichkeit reflektieren.
So entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen wissenschaftlicher Präzision und künstlerischer Intuition. Die zeitgenössischen Arbeiten thematisieren ein verändertes Gefühl von Körperlichkeit, die Suche nach Identität und die Transformation des Menschenbildes in einer von Technologie und Politik geprägten Welt.
Die Ausstellung beleuchtet den Körper nicht nur als biologisches, sondern auch als gesellschaftliches und politisches Konstrukt. Denn, wie der Kunstverein betont: „Wer Körper kontrolliert, hat Macht.“ Damit wird das Thema in seiner ganzen Komplexität sichtbar – von der antiken Anatomie bis zur digitalen Selbstinszenierung.
Wer tiefer in die Thematik eintauchen möchte, findet in der neuen Ausgabe des KUNSTFORUM Band 300 „EveryBODY. Körperkunst und Kunstkörper“ eine umfangreiche Titelgeschichte über die Rolle unseres Körpers und seine künstlerische Verhandlung, begleitet von inspirierenden Gesprächen mit zeitgenössischen Künstlern, die sich demselben Thema widmen.