Albträume  Im Werk verbildlicht der Schweizer Künstler J.H. Füssli (1771–1825) das Unbewusste. Die «Mahr» und der Dämon verkörpern die Tiefen der Seele. Johann Heinrich Füssli, Der Nachtmahr, 1790/91, Öl auf Leinwand  Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, IV–1953–033
Albträume Im Werk verbildlicht der Schweizer Künstler J.H. Füssli (1771–1825) das Unbewusste. Die «Mahr» und der Dämon verkörpern die Tiefen der Seele. Johann Heinrich Füssli, Der Nachtmahr, 1790/91, Öl auf Leinwand Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, IV–1953–033 – Mit freundlicher Genehmigung von: landesmuseum.ch / Schweizerisches Landesmuseum

Wann: 17.10.2025 - 15.02.2026

Die Schweiz war seit jeher ein Land der inneren Reisen – ein Zufluchtsort für jene, die das Unsichtbare suchen. Von Jean-Jacques Rousseau über Friedrich Nietzsche bis hin zu Carl Gustav Jung war sie Heimat großer Denker, die die Tiefen der menschlichen Seele ausloteten. Nun widmet das Schweizerische Landesmuseum dem 150. Geburtstag von Jung eine außergewöhnliche Ausstellung: „Seelenlandschaften. C. G. Jung und die Entdeckung der Psyche in der Schweiz“.

Im Zentrum dieser Schau steht das legendäre „Rote Buch“, jenes geheimnisvolle Werk, das Jung in einer Phase intensiver Selbstreflexion verfasste – ein Dokument zwischen Vision und Wissenschaft, zwischen Mystik und Methode. Von diesem inneren Weg inspiriert entfaltet das Landesmuseum ein Panorama der Psychiatrie, Psychologie und Psychoanalyse, das untrennbar mit der Schweiz verbunden ist. Vom Rorschach-Test, der die Deutung von Formen zum Spiegel des Unterbewussten machte, über Ludwig Binswangers Daseinsanalyse bis hin zu Jungs Analytischer Psychologie wird deutlich, wie stark dieses Land zur Wiege der modernen Seelenforschung wurde.

Doch nicht nur die Wissenschaft, auch die Kunst öffnet in dieser Ausstellung Tore zur Psyche. Visionäre Werke von Johann Heinrich Füssli, Emma Kunz, Rudolf Steiner, Meret Oppenheim oder Thomas Hirschhorn werden zu Spiegeln einer inneren Landschaft, in der Geist, Traum und Symbol aufeinandertreffen. Einen besonderen Akzent setzt Heidi Bucher mit ihrem Werk „Das Audienzzimmer des Doktor Binswanger“, das die Verbindung von Erinnerung, Raum und Identität eindrucksvoll sichtbar macht.

So entsteht im Landesmuseum eine wahre „Psycho-Geographie“ der Schweiz, ein dialogisches Geflecht aus Wissenschaft, Kunst und Geschichte. Sie zeigt ein Land, das nicht nur Alpen und Seen kennt, sondern auch die Tiefen seelischer Landschaften. Hier, wo Denken und Fühlen sich begegnen, wird die Entdeckung der Psyche zu einer Entdeckung des Menschseins selbst – eine Einladung, das eigene Innere wie ein Gebirge zu durchwandern, das immer wieder neue Horizonte eröffnet.

Tags: Carl Gustav Jung, Psychologie, Johann Heinrich Füssli, Emma Kunz, Rudolf Steiner, Meret Oppenheim, Thomas Hirschhorn, Jean-Jacques Rousseau, Friedrich Nietzsche, Malerei
 C. G. Jung und Emma Jung-Rauschenbach  1903 heiratet C. G. Jung Emma Rauschenbach, die selbst eine Pionierin der Tiefenpsychologie ist. Verlobungsbild von Emma und C. G. Jung, 1902  © Familienarchiv Jung, Küsnacht
C. G. Jung und Emma Jung-Rauschenbach 1903 heiratet C. G. Jung Emma Rauschenbach, die selbst eine Pionierin der Tiefenpsychologie ist. Verlobungsbild von Emma und C. G. Jung, 1902 © Familienarchiv Jung, Küsnacht – Mit freundlicher Genehmigung von: landesmuseum.ch / Wer: Schweizerisches Landesmuseum
 Aus dem Roten Buch  Die Kugel ist ein Symbol der Ganzheit und des Selbst. Ein Motiv, das bei Zeichnungen von C. G. Jung häufig auftaucht. C. G. Jung, Das Rote Buch – Liber Novus, 1913-1930, Pergament, Papier, Tinte, Pigmente, Blattgold, Leder  © Stiftung der Werke von C. G. Jung, Zürich
Aus dem Roten Buch Die Kugel ist ein Symbol der Ganzheit und des Selbst. Ein Motiv, das bei Zeichnungen von C. G. Jung häufig auftaucht. C. G. Jung, Das Rote Buch – Liber Novus, 1913-1930, Pergament, Papier, Tinte, Pigmente, Blattgold, Leder © Stiftung der Werke von C. G. Jung, Zürich – Mit freundlicher Genehmigung von: landesmuseum.ch / Wer: Schweizerisches Landesmuseum
 «Seelenlandschaften» im Landesmuseum Zürich, 2025  Blick in die Ausstellung  © Schweizerisches Nationalmuseum
«Seelenlandschaften» im Landesmuseum Zürich, 2025 Blick in die Ausstellung © Schweizerisches Nationalmuseum – Mit freundlicher Genehmigung von: landesmuseum.ch / Wer: Schweizerisches Landesmuseum

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