Peter Paul Rubens, Der trunkene Herkules, von einem Satyr-Paar geführt, um 1613/14                                        © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Hans-Peter Klut
Peter Paul Rubens, Der trunkene Herkules, von einem Satyr-Paar geführt, um 1613/14 © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Hans-Peter Klut – Mit freundlicher Genehmigung von: skd / Staatliche Kunstsammlung, Dresden

Wann: 20.11.2025 - 28.06.2026

Herkules — Held und Antiheld: Eine Ausstellung im Semperbau am Zwinger

Ab dem 20. November widmet sich der Semperbau am Zwinger einer der faszinierendsten Gestalten der antiken Mythologie: Herkules, im Griechischen Herakles genannt. Die Ausstellung der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800 beleuchtet den beliebtesten Heros der Antike mit einer beeindruckenden Vielfalt an Skulpturen, Gemälden, Grafiken und kunsthandwerklichen Objekten, die die ungebrochene Faszination dieser Figur von der Antike bis zur Neuzeit veranschaulichen.

Mit einem leichten, spielerischen und zugleich reflektierten Zugang gelingt es der Schau, den Mythos Herkules mit der Gegenwart zu verbinden: Was bedeutet uns Heldentum? Wer sind heute die wahren Helden? Diese Fragen stehen im Zentrum der Betrachtung und verleihen der Ausstellung eine zeitgemäße Relevanz.

Kaum eine Figur der Mythologie ist so langlebig und populär wie Herkules. Sein Name ist untrennbar mit Begriffen wie Stärke, Mut und Überwindung verbunden. Der Ausdruck „Herkulesaufgabe“ hat sich fest im Sprachgebrauch etabliert – ein Synonym für außergewöhnliche Anstrengung. Doch hinter dem Bild des muskulösen Helden mit der Keule verbirgt sich ein weit komplexerer Charakter. Wer also war Herkules, der beliebteste Held des Altertums?

Die Ausstellung geht dieser Frage anhand von Meisterwerken aus einem Zeitraum von 2.500 Jahren nach. Der Großteil der Exponate entstammt den reichen Dresdner Sammlungen, ergänzt durch herausragende Leihgaben aus Rom, Paris, Madrid, München und Kopenhagen. Zu sehen sind antike Statuen, Reliefs und Vasen ebenso wie Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Goldschmiedearbeiten aus der Renaissance und späteren Epochen.

Ein besonderer Fokus liegt auf den berühmten „Herkulesaufgaben“, auf seinem Verhältnis zu Frauen, seinen antiheldischen Eskapaden sowie seiner Rolle als moralisches Vorbild für Herrscherfiguren wie Alexander den Großen und August den Starken. Zeugnis davon legt etwa Balthasar Permosers „Sächsischer Herkules“ auf dem Wallpavillon des Dresdner Zwingers ab.

Doch Herkules war nicht nur der starke, tugendhafte Held, als den ihn viele kennen. Die Ausstellung zeigt auch seine dunklen Seiten: Er handelte oft unehrenhaft, verfiel dem Laster oder beging grausames Unrecht. So entsteht das Bild eines widersprüchlichen, zutiefst menschlichen Charakters – eines Helden, der zugleich Held und Antiheld war.

Die Schau lädt dazu ein, über die Bedeutung von Heldentum in der Geschichte und in der heutigen Gesellschaft nachzudenken. Sie macht deutlich, wie gewaltig die erzählerische Kraft und die Beständigkeit des Herkules-Mythos über die Jahrhunderte geblieben sind – ein Mythos, der seine Faszination bis heute nicht verloren hat.

Tags: Herkules, Skulpturen, 18. Jahrhundert, Mythologie, Antike, Helden, Kunstgeschichte, Balthasar Permoser, Gemälde, Peter Paul Rubens

Dienstag bis Donnerstag sowie Sonntag 10—17 Uhr, Freitag bis Samstag von 10—18 Uhr