Im Mittelpunkt stehen zwölf Gipsbüsten, herausragende Zeugnisse aus Canovas Werkstatt, die von Banca Ifis restauriert und verliehen wurden. Zum ersten Mal in Mailand gezeigt, formen sie eine stille Galerie idealer Schönheit. Ihre Oberflächen tragen jene Verbindung aus Disziplin und Zartheit, die Canovas Skulpturen wie zeitlose Erscheinungen wirken lässt.
Neben diesen Gipsen kehrt ein Werk zurück, das für Brera weit mehr bedeutet als ein Sammlungsstück. Die „Vestal“, ein marmornes Brustbild von außergewöhnlicher Reinheit, ist nach mehr als einem Jahrhundert wieder in Brera zu sehen. Sie bildet den leuchtenden Kern der Ausstellung – ein Inbegriff jener idealen Anmut, die Canovas Handschrift unverwechselbar macht.
Ergänzt wird dieses Ensemble durch ausgewählte emailierte Miniaturen aus der Sammlung von Giovanni Battista Sommariva, einer zentralen Figur der napoleonischen Kunst und bedeutenden Förderer Canovas. Diese Miniaturen öffnen ein Fenster in eine Epoche, in der Kultur, Macht und Schönheit untrennbar miteinander verflochten waren.
Die Neuordnung des Saales unterstreicht die Skulptur als integralen Bestandteil des musealen Rundgangs und verweist auf die tiefe historische Verbindung zwischen Brera und dem Neoklassizismus. Kuratiert wurde die Ausstellung von Chiara Rostagno und Valentina Ferrari, begleitet von einem Katalog des Verlags Contemplazioni, der den wissenschaftlichen Anspruch mit einer poetischen Bildsprache verbindet.