Produktion: Förderkreis des Museum Berggruen Berlin e.V. Kurator und Sprecher: Dr. Gabriel Montua, Leiter des Museum BerggruenProduzent: Ute K. Kiehn, Geschäftsführung Förderkreis des Museum Berggruen Berlin e.V.… Weiterlesen
KUNST UM 1800 – Eine Ausstellung über Ausstellungen
Es gibt Momente, in denen eine Institution den Mut findet, in ihr eigenes Gedächtnis einzutauchen – und genau dies geschieht jetzt in der Hamburger Kunsthalle. KUNST UM 1800 widmet sich erneut dem legendären Ausstellungszyklus, der zwischen 1974 und 1981 unter der Leitung von Werner Hofmann entstand und die Debatten über die gesellschaftliche Kraft der Kunst nachhaltig prägte. Damals wie heute steht das »Zeitalter der Revolutionen« im Mittelpunkt, doch die neue Schau betrachtet dieses Erbe aus heutiger Perspektive und öffnet den historischen Blick für zusätzliche, lange übersehene Dimensionen.
In einer hochkonzentrierten Dramaturgie werden mehr als 50 Gemälde, Bücher und grafische Arbeiten aus der eigenen Sammlung mit 70 ausgewählten Leihgaben kombiniert. Dazu treten Werke von fünf zeitgenössischen Künstlern, sodass insgesamt Arbeiten von rund 100 Positionen aus der Zeit um 1800 sichtbar werden. Die Ausstellung wird so zu einem lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen der damaligen Forschungshaltung und heutigen Fragestellungen.
Wie einst findet die Präsentation im Kuppelsaal des Erweiterungsbaus von 1919 statt, einem Raum, der in den 1970er Jahren als »Denk-Raum« galt. In zehn Stationen entfaltet sich ein Panorama jener Epoche, das Themen wie Aufklärung, Gewalt, Träumen, politische Landschaft, Industrialisierung sowie Revolution und Freiheit in den Fokus rückt. Die historische Ausstellungsreihe stellte einst jene Künstler in den Mittelpunkt, die mit den Konventionen ihrer Zeit brachen: Ossian, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli, William Blake, Johan Tobias Sergel, William Turner, Philipp Otto Runge, John Flaxman und Francisco Goya. Heute erweitert KUNST UM 1800 diese Perspektive um Aspekte, die damals nur am Rand anklingen durften: Feminismus, Künstlerinnen, jüdische Aufklärung, Sklaverei, Abolitionismus und die Haitianische Revolution.
Besonderes Gewicht erhält die Inszenierung durch die neue Ausstellungsarchitektur von Marten Schech. Seine Raumskulptur Binnacle (Round Loge with Three Corners), 2025 greift den kreisförmigen Grundriss auf und verwandelt ihn durch An-, Ein- und Umbauten in ein changierendes Ensemble zwischen Massivbau und Kulisse. Innen und Außen vermischen sich, besonders in einer künstlichen Grotte, wo die Materialität an das Ancien Régime erinnert. Der Kuppelsaal wird so zu einem Übergangsraum, einem Ort, an dem Geschichte und Gegenwart gleichermaßen atmen.
Zeitgenössische Arbeiten von Mark Dion und Sigmar Polke zur Französischen Revolution sowie von Kara Walker zur Sklaverei erweitern das Ensemble und öffnen die historische Erzählung für neue, unverzichtbare Perspektiven. Sie wirken wie präzise gesetzte Kontrapunkte, die die Wucht der historischen Arbeiten in die Gegenwart verlängern.
Zum Abschluss lässt die Ausstellung spüren, dass Kunst um 1800 immer auch ein Aufbruch ins Ungewisse war – ein Ringen um Freiheit, ein Fragen nach der Position des Menschen in einer Welt, die sich radikal veränderte. Die heutige Präsentation macht diese Spannung greifbar und zeigt, wie intensiv die Vergangenheit in unsere Gegenwart hineinwirkt. KUNST UM 1800 wird so zu einem Raum der Erinnerung und der Erneuerung, in dem die großen Umbrüche jener Epoche noch einmal aufleuchten und ihre Energie in die Gegenwart übertragen.
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 UhrDonnerstag 10 bis 21 Uhr, vor Feiertagen 10 bis 18 UhrMontag geschlossenKassenöffnungszeitenDienstag bis Sonntag 10 bis 17.30 Uhr, Donnerstag bis 20.30 Uhr
Produktion: Förderkreis des Museum Berggruen Berlin e.V. Kurator und Sprecher: Dr. Gabriel Montua, Leiter des Museum BerggruenProduzent: Ute K. Kiehn, Geschäftsführung Förderkreis des Museum Berggruen Berlin e.V.… Weiterlesen
Anders Zorn: Schwedens Superstar in der Hamburger Kunsthalle
Ab dem 26. September 2025 widmet sich die Hamburger Kunsthalle in einer großen Ausstellung dem schwedischen Jahrhunderttalent Anders Zorn (1860–1920) – einem Künstler, der um 1900 zu den bekanntesten Malern der Welt zählte. Mit über 150 Werken – darunter berühmte Gemälde, selten gezeigte Aquarelle, meisterhafte Radierungen und plastische Arbeiten – wird Zorns Schaffen in einem repräsentativen Überblick gezeigt. Ein Ereignis, das… Weiterlesen
HELLO IMAGE – Die Inszenierung der Dinge
Ein erfolgreiches Produkt lebt von starken Bildern und ihrer Wirkung. In Kampagnen und Fotostrecken wird es gezielt in Szene gesetzt. Doch wie entsteht diese visuelle Sprache? Wie arbeiten Designer, Fotografen, Grafiker und Unternehmen zusammen? Wer prägt das Erscheinungsbild einer Marke – und wie kommt das bei uns an?
Mit der Ausstellung „Hello Image. Die Inszenierung der Dinge“ widmet sich die Hamburger Kunsthalle der faszinierenden Beziehung zwischen Design, Fotografie und… Weiterlesen
ModegalerieDer 1966 entworfene und 1985 eröffnete Bau des Kunstgewerbemuseums von Rolf Gutbrod wurde vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi in einigen Teilen… Weiterlesen
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