Paul Wolff Chemnitz, Blick vom Durchgang des König-Albert- Museums in die Marienstraße, um 1930 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Paul Wolff Chemnitz, Blick vom Durchgang des König-Albert- Museums in die Marienstraße, um 1930 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstsammlungen / Kunstsammlungen Chemnitz

Wann: 20.11.2025 - 02.03.2026

Der Fotograf Paul Wolff (1876–1947) – Eine stille Meisterschaft des Lichts und der Erinnerung

In einer Zeit, in der die Welt durch technische Neuerungen rasant ihr Gesicht veränderte, hielt Paul Wolff jene Momente fest, die zwischen Vergangenheit und Moderne schwebten. Die neue Ausstellung im Schloßbergmuseum, realisiert in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, widmet sich diesem außergewöhnlichen Fotografen, dessen Werk ein kulturelles Gedächtnis von kaum zu überschätzender Bedeutung bildet.

Paul Wolff Chemnitz. Das Neue Rathaus am Markt 1920er Jahre © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Paul Wolff Chemnitz. Figurengruppe »Die Tageszeiten« von Johannes Schilling. um 1910 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Paul Wolff Chemnitz. Das Neue Rathaus am Markt 1920er Jahre © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen • Paul Wolff Chemnitz. Figurengruppe »Die Tageszeiten« von Johannes Schilling. um 1910 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstsammlungen / Kunstsammlungen Chemnitz

Der Nachlass von Paul Wolff umfasst ca. 5500 Glasplattennegative, 1600 Positive und umfangreiche Schriftbestände – der bedeutendste Fundus der Bildsammlung des Landesamtes für Denkmalpflege. Etwa 500 weitere Aufnahmen befinden sich in der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek. Mit mehr als 100 repräsentativen Aufnahmen tritt der Fotograf, der sich selbst als »Lichtbildner« bezeichnete, in all seiner Präzision und Sensibilität hervor.

Wolffs Blick galt der sich verändernden Umwelt, den historischen Stadtbildern, dem Land, den Spuren des Fortschritts und jener fragilen Balance zwischen Tradition und Moderne. Menschen porträtierte er nur selten. Seine Reisen führten ihn nicht nur durch Sachsen, sondern auch nach Hessen, Schlesien, Wien und Holland. Für die Ausstellung im Schloßbergmuseum wird der Bestand erstmals durch Fotografien aus Chemnitz und seiner Umgebung erweitert. Neben großformatigen Abzügen zeigen Vitrinen weitere Arbeiten sowie Bücher, originale Abzüge und Schriftstücke aus dem Nachlass.

 

Paul Wolff Chemnitz. Rosengarten im Stadtpark zwischen 1905 und 1911 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Paul Wolff Dresden. Silhouette der Altstadt vom Neustädter Ufer, 1916 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Paul Wolff Chemnitz. Rosengarten im Stadtpark zwischen 1905 und 1911 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen • Paul Wolff Dresden. Silhouette der Altstadt vom Neustädter Ufer, 1916 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstsammlungen / Kunstsammlungen Chemnitz
Paul Wolff Dresden. Zwinger. um 1920/1930 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Paul Wolff Dresden. Zwinger. um 1920/1930 © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstsammlungen / Kunstsammlungen Chemnitz

Der Fotograf aus Dresden ist heute noch wenig bekannt, doch sein Erfolg zu Lebzeiten war beträchtlich. Über 70 Fotobildbände, Prospekte und Postkarten belegen seinen Rang. Zeitweise war er der einzige selbstständige Fotograf, der im Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses arbeiten durfte. Seine Aufnahmen dienen bis heute als unverzichtbare Grundlage bei der Wiederherstellung des historischen Grünen Gewölbes, bei der Identifizierung von Kunstgegenständen im Schloss Moritzburg und bei der Wiederherstellung des Lahmann-Sanatoriums.

Seit 2022 ist das Gesamtwerk von Paul Wolff vollständig digitalisiert. Es wird im »Archiv der Fotografen« der Deutschen Fotothek, im kunstwissenschaftlichen Fachinformationsdienst »arthistoricum.net« sowie in der Deutschen Digitalen Bibliothek präsentiert – frei zugänglich und an einem digitalen Ort vereint, der die ursprünglich getrennten Bestände zusammenführt. Auch die Broschüre »Der Fotograf Paul Wolff (1876–1947)« und eine Postkartenreihe können kostenfrei bezogen werden.

Diese Ausstellung ist eine Einladung, Wolffs Werk neu zu entdecken – als stillen, präzisen Chronisten einer Welt im Wandel, dessen Fotografien bis heute Licht auf die Vergangenheit werfen und ihre Konturen mit unbestechlicher Klarheit sichtbar machen.

Tags: Paul Wolff, Stadtbilder, Fotografie, Landschaften, Schwarzweißfotografie‎, Licht und Schatten

Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, Feiertag 11–18 UhrMittwoch 14–21 Uhr24.12. und 31.12. geschlossen
Eintrittspreise*
7 Euro, 5 Euro ermäßigt
ab 10 Personen Gruppenrabatt:5 Euro, 3 Euro ermäßigt
Freier Eintritt für Kinder undJugendliche unter 18 Jahren