Ihr Arbeitsprozess beginnt mit Moodboards voller ikonografischer Fragmente. Aus diesen Andeutungen entwickelt sich ein komplexes visuelles Gefüge. In „Party in the U.S.A“ (2025) dient das berühmte Columbia-Pictures-Logo als Ausgangspunkt. Nur Spuren der „Torch Lady“ bleiben erhalten, doch das filmische Breitformat verleiht Wolken und klassischen Anspielungen jene Größe, die Macht zugleich verherrlicht und ihren Zerfall ahnen lässt.
Zwei historische Bezugspunkte prägen die Serie, die noch bis zum 18. Januar 2026 zu sehen ist: die Geschichte des römischen Kaisers Heliogabalus, der seine Gäste angeblich in Rosen erstickte, und Lawrence Alma-Tademas berühmtes Gemälde „The Roses of Heliogabalus“ von 1888, für das der Maler tausende Rosen aus Frankreich nach London bringen ließ. Yukhnovich übersetzt diese Exzesse in ein heutiges Sinnbild des Überflusses – und zugleich in eine Feier der Malerei selbst.
Parallel zu „Bacchanalia“ ist Yukhnovich mit „Flora Yukhnovich’s Four Seasons“ in der Frick Collection in New York präsent – ein Projekt, das sich zeitlich mit der Los-Angeles-Ausstellung überschneidet und den Dialog zwischen Barock und Gegenwart weiter vertieft.
Ihre Karriere führte sie seit dem Abschluss am City & Guilds of London Art School an bedeutende Institutionen weltweit: Ashmolean Museum, The Wallace Collection, Ordrupgaard, The Frick Collection. Werke von ihr befinden sich heute im Brooklyn Museum, der Government Art Collection, dem Hirshhorn Museum, im Montreal Museum of Fine Arts und in der National Gallery of Victoria.
Begleitend zu „Bacchanalia“ entsteht ein umfassendes Lernprogramm in Zusammenarbeit mit dem Arts for Healing & Justice Network, Grand Arts und Inner-City Arts – ein Projekt, das ebenfalls bis zum 18. Januar 2026 läuft.
„Bacchanalia“ ist eine jener Ausstellungen, die wie ein Strom aus Farbe, Körper, Geschichte und Zeit wirken – ein Rausch, der Los Angeles bis zum 18. Januar 2026 erfüllt.