© Flora Yukhnovich Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Victoria Miro Photo: Elisabeth Bernstein
© Flora Yukhnovich Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Victoria Miro Photo: Elisabeth Bernstein – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Wann: 30.10.2025 - 16.01.2026

Flora Yukhnovich. Bacchanalia – Hauser & Wirth Downtown Los Angeles, South Gallery
In Los Angeles, wo das Licht der Pazifikküste seit jeher Künstler inspiriert, eröffnete Hauser & Wirth am 30. Oktober 2025 eine Ausstellung, die wie ein vibrierender Akkord zwischen den Jahrhunderten klang. Flora Yukhnovich präsentierte mit „Bacchanalia“ ihre erste Soloausstellung in der Stadt – eine Schau, die noch bis zum 18. Januar 2026 zu sehen ist und einen Zyklus großformatiger Gemälde zeigt, die französisches Rokoko, italienischen Barock und die Freiheit des abstrakten Expressionismus zu einem sinnlichen Wirbel verdichten. Ihre Malerei ist ein Fest der Materialität, ein raffiniertes Spiel aus Verführung und Andeutung, das den Betrachter in jene Zone zieht, in der Formen zu fließen beginnen und Bedeutungen nur wie ferne Echos aufscheinen.

Geboren in Norwich, weit entfernt von den großen Zentren der Kunst, hatte Yukhnovich als Kind nur wenig Kontakt zur Welt der bildenden Kunst. Doch wie sie Vogue erklärte, sei sie „absolut besessen vom Machen“ gewesen. Diese frühe Leidenschaft prägt die Bildsprache von „Bacchanalia“, die während der gesamten Laufzeit der Ausstellung ihren betörenden Sog entfaltet. Über ihre künstlerischen Begegnungen sagte sie: „Every time I’ve connected with a new artist or the Old Masters, it’s really been from a painting perspective, because I’m trying to work something out or trying to see how someone else has done it.“ Schon im Studium entdeckte sie jene Bildwelten, die sie bis heute begleiten: französisches Rokoko, italienischen Barock und die Kraft des Abstrakten. „The material comes first for me“, erklärte sie. Genau dieses unbedingte Vertrauen in die malerische Substanz prägt die kraftvollen Werke, die in Los Angeles noch bis zum 18. Januar 2026 zu sehen sind.

Die Ausstellung bietet ein intensives Spiel aus Überfluss und Auflösung. Yukhnovich untersucht jene Schwelle, an der Exzess – als Idee wie als visuelle Konstruktion – beginnt, mehr zu verhüllen als zu enthüllen. Ihre Kompositionen verweigern einen fixen Mittelpunkt; Farben und Texturen überlagern Details, lassen Szenen entstehen, die sich gleichzeitig auflösen und neu formen. Dieser Zustand der ständigen Verwandlung begleitet die Besucher während der gesamten Dauer der Ausstellung.

Flora Yukhnovich Party in the U.S.A. (detail) 2025 Oil on linen 210.8 x 408.9 cm / 83 x 161 in © Flora Yukhnovich Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Victoria Miro Photo: Elisabeth Bernstein
Flora Yukhnovich Party in the U.S.A. (detail) 2025 Oil on linen 210.8 x 408.9 cm / 83 x 161 in © Flora Yukhnovich Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Victoria Miro Photo: Elisabeth Bernstein – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Ihr Arbeitsprozess beginnt mit Moodboards voller ikonografischer Fragmente. Aus diesen Andeutungen entwickelt sich ein komplexes visuelles Gefüge. In „Party in the U.S.A“ (2025) dient das berühmte Columbia-Pictures-Logo als Ausgangspunkt. Nur Spuren der „Torch Lady“ bleiben erhalten, doch das filmische Breitformat verleiht Wolken und klassischen Anspielungen jene Größe, die Macht zugleich verherrlicht und ihren Zerfall ahnen lässt.

Zwei historische Bezugspunkte prägen die Serie, die noch bis zum 18. Januar 2026 zu sehen ist: die Geschichte des römischen Kaisers Heliogabalus, der seine Gäste angeblich in Rosen erstickte, und Lawrence Alma-Tademas berühmtes Gemälde „The Roses of Heliogabalus“ von 1888, für das der Maler tausende Rosen aus Frankreich nach London bringen ließ. Yukhnovich übersetzt diese Exzesse in ein heutiges Sinnbild des Überflusses – und zugleich in eine Feier der Malerei selbst.

Parallel zu „Bacchanalia“ ist Yukhnovich mit „Flora Yukhnovich’s Four Seasons“ in der Frick Collection in New York präsent – ein Projekt, das sich zeitlich mit der Los-Angeles-Ausstellung überschneidet und den Dialog zwischen Barock und Gegenwart weiter vertieft.

Ihre Karriere führte sie seit dem Abschluss am City & Guilds of London Art School an bedeutende Institutionen weltweit: Ashmolean Museum, The Wallace Collection, Ordrupgaard, The Frick Collection. Werke von ihr befinden sich heute im Brooklyn Museum, der Government Art Collection, dem Hirshhorn Museum, im Montreal Museum of Fine Arts und in der National Gallery of Victoria.

Begleitend zu „Bacchanalia“ entsteht ein umfassendes Lernprogramm in Zusammenarbeit mit dem Arts for Healing & Justice Network, Grand Arts und Inner-City Arts – ein Projekt, das ebenfalls bis zum 18. Januar 2026 läuft.

„Bacchanalia“ ist eine jener Ausstellungen, die wie ein Strom aus Farbe, Körper, Geschichte und Zeit wirken – ein Rausch, der Los Angeles bis zum 18. Januar 2026 erfüllt.

Tags: Flora Yukhnovich, Malerei, Barock, Expressionismus, Rokoko

Hauser & Wirth Downtown Los Angeles
901 East 3rd Street
Los Angeles CA 90013
Gallery hours:
Tuesday – Sunday, 11am – 6pm