Diese Bildsprache, eine Mischung aus Expressionismus, Surrealismus und Pop, führte zu einer ikonischen, zutiefst persönlichen Symbolik, die sich gegen Machtstrukturen und Fortschrittsmythen richtet. Lozano integrierte in dieser Phase oftmals Textfragmente in ihre Kunst: „tongue-in-cheek slogans drawn from advertising and popular culture“, kraftvoll über Bilder von Körperteilen, religiösen Symbolen oder Rohren gelegt. Hier verschmelzen Wort und Bild zu einem dicht verwobenen Netz aus sozialen, sexuellen und politischen Bezügen.
Zwischen 1962 und 1963 erweitert sich ihr Figurenbestand um anthropomorphe Flugzeuge und Werkzeuge. Besonders die Flugzeuge bewegen sich mit symbolischer Wucht durch die Kompositionen – als Sinnbilder männlicher Dominanz ebenso wie als Metaphern ungezügelter kreativer Energie.
Um 1964 erfolgt ein drastischer Stilwechsel. Die provokante Text-Bild-Fusion weicht einer präzisen, fast nüchternen Auseinandersetzung mit Werkzeugen. Screwdrivers, bolts, wrenches, clamps, hammers werden zu Protagonisten ihrer Zeichnungen. Die Arbeiten, reduziert und zugleich voller sexueller Anspielungen, zeigen die Gewalt, die in der Verbindung mechanischer Kraft und organischer Assoziation mitschwingt.
Ab 1965 entwickelt sich Lozanos Kunst in Richtung Minimalismus. Geometrische Klarheit tritt an die Stelle satirischer Verzerrung. Ihre Notizbücher berichten von einem tiefen Interesse an Energiephänomenen, Quantenmechanik und Kosmologie. In Skizzen zu großformatigen Leinwänden wirken Kegel und Zylinder, streng in rechteckige Rahmen gefasst, wie Beschleuniger reiner Bewegung. Trotz aller formalen Reduktion sind diese Werke durchzogen von jener intensiven Kraft, die das gesamte Schaffen Lozanos prägt.
Die konsequente Erforschung von Energie und Form mündet in ihre ikonischen Wave Paintings, die als Manifest einer seltenen künstlerischen Vision gelten: unerbittlich, klug und voller innerer Spannung. „Hard Handshake“ bei Hauser & Wirth Los Angeles wird so zu mehr als einer Retrospektive – sie ist eine Wiederentdeckung der elektrisierenden Spur einer Künstlerin, deren Werk den Atem ihrer Zeit einfing und bis heute mit leidenschaftlicher Wucht nachhallt.