Begleitet werden die neuen Acrylbilder von Ornauers charakteristischen Streifen, die sich zwischen Farbfeld und Rhythmus bewegen – „fast schon regenbogenähnlich“, aber in verändertem Duktus. Was in früheren Ölarbeiten als erster Ansatz erkennbar war, hat sich nun intensiviert: Farbverläufe, die länger werden, über den Rand der Leinwand hinausziehen – und dennoch zurückkehren. „Sie wandeln sich in Farbflüsse, die sowohl Durchlässigkeit als auch Dichte erzeugen“, so die Beschreibung dieses vielschichtigen Malprozesses. Die Farben bewegen sich – sanft oder aufbrausend, aber immer in Richtung des Raumes.
„Kunst ist ein wunderbares Instrument, etwas aufzubrechen.“ Für Ornauer bedeutet Oberfläche nicht Grenze, sondern Schwelle. Seine Bilder entstehen aus einem intuitiven, meditativen Prozess, ohne Bezug zur sichtbaren Welt, aber im Dialog mit einem inneren Empfinden. „Wenn ich nicht diesen Anspruch habe, Beyond zu gehen, dann passiert keine Entwicklung.“ Die Malerei wird zum Raum, zur Bewegung, zur Wahrnehmung in Transformation.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch sein künstlerisches Credo: „Form ist Inhalt. Inhalt ist Form.“ Was einfach klingt, ist in Ornauers Werk Ausdruck eines konsequenten Denkens – eines Bewusstseinswandels durch Farbe und Fläche. Mit „Beyond Surface“ lädt er zur stillen Begegnung mit Bildern ein, die von innen leuchten und von außen herausfordern.
Ausstellungstext: Natalie Kreutzer