In den 1980er- und 90er-Jahren wurden Cannes und Nizza zu Bühnen seiner Modefotografie, später zog es ihn nach Cap d’Antibes, Saint-Jean-Cap-Ferrat, Menton und sogar ins italienische Bordighera. Überall entstanden Arbeiten seiner drei Hauptgenres: Mode, Porträt und Akt. Das Licht der Riviera – dieses harte, helle, fast mediterran-metaphysische Licht – spielte stets eine Hauptrolle. Doch Newton fotografierte auch nachts: vom Balkon seines Apartments in Monaco hinaus auf das stille, dunkle Meer. Es sind Bilder von einer melodiösen Schwermut, vergleichbar mit den Berlin-Fotografien der Mitte der 1990er-Jahre. Diese fanden ihren Höhepunkt in der Ausstellung "Sex and Landscapes" 2001 in der Galerie de Pury & Luxembourg in Zürich – jener Galerie, mit der im Juni 2004 posthum die Berliner Stiftung eröffnet wurde. Mit den großformatigen Originalprints der aktuellen Ausstellung schließt sich nun, gut zwanzig Jahre später, ein Kreis.
Seit 1976 tauchen Newtons Riviera-Fotografien in nahezu allen seinen Publikationen und Ausstellungen auf, beginnend mit "White Women" und endend mit "Yellow Press" im Jahr 2003. Die Küste war für ihn ein Hintergrund der unbegrenzten Möglichkeiten, mal spektakulär, mal subtil, aber immer präsent. Sogar sein allerletztes Shooting – eine Modestrecke für die italienische Vogue – fand an der Küste von Monaco statt. Ein Motiv daraus hängt jetzt als monumentale Wandtapete in der neuen Berliner Ausstellung, die mit über hundert Fotografien nur einen kleinen Ausschnitt dieses gewaltigen Werkkomplexes zeigen kann.
Zur Erstausstellung erschien das gleichnamige Buch im Verlag Gallimard; die internationale Ausgabe wurde bei Prestel veröffentlicht. Beide Publikationen sind im Buchladen des Museums und im regulären Buchhandel erhältlich.
Diese neue Präsentation ist mehr als eine Ausstellung. Sie ist eine Hommage an einen Lebensort, an eine Atmosphäre und an ein Licht, das Helmut Newton zu einem der bedeutendsten Fotografen seiner Zeit machte.