Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit den Kuratoren Hedda Finke, Stephan von Wiese und Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum. Sie betonen: „Die Zeichnungen sind ein Schlüssel zu Beckmanns Werk. Zeichnend entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache, hielt Gesehenes und Erlebtes fest, formte seine persönliche Weltanschauung und verwandelte flüchtige Eindrücke in vielschichtige, bedeutungsgeladene Kompositionen.“
Ein Rundgang durch die Ausstellung führt chronologisch durch sechs Kapitel – von den Anfängen in Berlin über die Zeit des Ersten Weltkriegs und die Frankfurter Jahre bis zum Exil in Amsterdam und dem Neuanfang in den USA. Zu sehen sind Arbeiten, die Beckmanns Suche nach Wahrheit und Ausdruck auf eindringliche Weise belegen: die frühen Skizzen zu Die Nacht (1912), die Kriegszeichnungen wie Verwundeter Soldat mit Kopfverband (1915) oder Aufgebahrter Toter (1915), ebenso wie die Frankfurter Blätter Drei Zuschauer vor einer Bühne (1917) und Selbstbildnis mit Sektglas (1919).
„Mit dem Blick unserer Stifterin auf Max Beckmann erscheint das Zitat aus seinem Tagebuch vom 18. Dezember 1940 als inspirierende Mahnung auch für unsere Zeit: ‚Die Rolle, die Du zur Zeit spielst, ist die schwierigste, aber auch großartigste die Dir das Leben bieten konnte – vergiß das nicht – Max Beckmann – und gerade so wie sie ist.‘“, erklärt Daniel Hoster, Vorstandsvorsitzender der Dagmar-Westberg-Stiftung, die die Ausstellung gemeinsam mit der Adolf Würth GmbH & Co. KG, dem Städelschen Museums-Verein e. V. und weiteren Partnern unterstützt.
Die Schau zeigt auch Beckmanns Exilzeit in Amsterdam, in der Werke wie Haltestelle (1945) und Champagnerfantasie (Vergrößerungsglas) (1945) entstanden, ebenso wie das Spätwerk in den USA mit Selbstbildnis mit Fisch (1949) und Backstage (Hinter der Bühne) (1950). Ergänzt wird die Ausstellung durch einzelne Gemälde und Druckgrafiken, die Beckmanns Arbeitsprozess und das Zusammenspiel verschiedener Medien verdeutlichen.