Max Beckmann (1884–1950) Der Mord, 1933 Aquarell und Pinsel in Schwarz über schwarzer Kreide 498 × 455 mm Städel Museum, Frankfurt am Main, Dauerleihgabe aus der Sammlung Karin & Rüdiger Volhard
Max Beckmann (1884–1950) Der Mord, 1933 Aquarell und Pinsel in Schwarz über schwarzer Kreide 498 × 455 mm Städel Museum, Frankfurt am Main, Dauerleihgabe aus der Sammlung Karin & Rüdiger Volhard – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

Wann: 03.12.2025 - 15.03.2026

Max Beckmann. Zeichnungen – Retrospektive im Städel Museum Frankfurt

Das Städel Museum Frankfurt widmet dem großen deutschen Maler und Zeichner Max Beckmann (1884–1950) eine umfassende Ausstellung, die vom 3. Dezember 2025 bis 15. März 2026 zu sehen ist. Unter dem Titel „Beckmann. Zeichnungen“ werden rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen präsentiert – von frühen, bislang kaum bekannten Blättern bis zu bedeutenden Hauptwerken. Diese Retrospektive bietet einen seltenen, direkten Einblick in das Denken, Fühlen und Schaffen eines Künstlers, dessen Werk von Krisen, Brüchen und einer unerschütterlichen Menschlichkeit geprägt ist.

Max Beckmann (1884–1950) Haltestelle, 1945 Feder in Schwarz über Bleistift 325 × 355 mm Collection Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam. Loan Stichting Museum Boijmans Van Beuningen. Purchased with the support of Stichting Bevordering van Volkskracht Foto: Tom Haartsen
Max Beckmann (1884–1950) Abendliche Straßenszene, 1913 (?) Feder in Schwarz, und schwarze Pastellkreide, laviert 252 × 177 mm Sammlung Hans Kinkel im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg Foto: Monika Runge
Max Beckmann (1884–1950) Haltestelle, 1945 Feder in Schwarz über Bleistift 325 × 355 mm Collection Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam. Loan Stichting Museum Boijmans Van Beuningen. Purchased with the support of Stichting Bevordering van Volkskracht Foto: Tom Haartsen • Max Beckmann (1884–1950) Abendliche Straßenszene, 1913 (?) Feder in Schwarz, und schwarze Pastellkreide, laviert 252 × 177 mm Sammlung Hans Kinkel im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg Foto: Monika Runge – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

„Max Beckmann, das Städel Museum und die Stadt Frankfurt am Main sind seit über einem Jahrhundert eng miteinander verbunden“, sagt Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums. „Mit der aktuellen Ausstellung rücken wir nach über vierzig Jahren erstmals wieder gezielt Beckmanns Zeichnungen in den Mittelpunkt. Sie eröffnen einen eigenen, faszinierenden Kosmos seines Schaffens und machen seine künstlerische Entwicklung unmittelbar erfahrbar – nicht zuletzt dank der herausragenden Zusammenarbeit mit Hedda Finke und Stephan von Wiese, den Herausgebern des dreibändigen Werkverzeichnisses seiner Zeichnungen.“

Für Beckmann bildeten die Zeichnungen den intimsten Teil seines Œuvres. Sie dokumentieren wie ein Tagebuch seine künstlerische Entwicklung, seine Beobachtungen und seine Bildfindung. Das Städel Museum verfügt heute über einen der bedeutendsten Beckmann-Bestände weltweit. Neben Arbeiten aus der eigenen Sammlung werden auch Leihgaben internationaler Museen gezeigt – darunter das Museum of Modern Art in New York, das British Museum in London, das Art Institute of Chicago, das Kunstmuseum Basel, die Hamburger Kunsthalle, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Museum der bildenden Künste Leipzig.

Max Beckmann (1884–1950) Überflutete Stadt, um 1928 (?) Kreide in Schwarz, über Bleistift 581 × 468 mm Museum der bildenden Künste Leipzig, Nachlass Mathilde Q. Beckmann Foto Scan : Museum der bildenden Künste Leipzig
Max Beckmann (1884–1950) Überflutete Stadt, um 1928 (?) Kreide in Schwarz, über Bleistift 581 × 468 mm Museum der bildenden Künste Leipzig, Nachlass Mathilde Q. Beckmann Foto Scan : Museum der bildenden Künste Leipzig – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit den Kuratoren Hedda Finke, Stephan von Wiese und Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum. Sie betonen: „Die Zeichnungen sind ein Schlüssel zu Beckmanns Werk. Zeichnend entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache, hielt Gesehenes und Erlebtes fest, formte seine persönliche Weltanschauung und verwandelte flüchtige Eindrücke in vielschichtige, bedeutungsgeladene Kompositionen.“

Ein Rundgang durch die Ausstellung führt chronologisch durch sechs Kapitel – von den Anfängen in Berlin über die Zeit des Ersten Weltkriegs und die Frankfurter Jahre bis zum Exil in Amsterdam und dem Neuanfang in den USA. Zu sehen sind Arbeiten, die Beckmanns Suche nach Wahrheit und Ausdruck auf eindringliche Weise belegen: die frühen Skizzen zu Die Nacht (1912), die Kriegszeichnungen wie Verwundeter Soldat mit Kopfverband (1915) oder Aufgebahrter Toter (1915), ebenso wie die Frankfurter Blätter Drei Zuschauer vor einer Bühne (1917) und Selbstbildnis mit Sektglas (1919).

„Mit dem Blick unserer Stifterin auf Max Beckmann erscheint das Zitat aus seinem Tagebuch vom 18. Dezember 1940 als inspirierende Mahnung auch für unsere Zeit: ‚Die Rolle, die Du zur Zeit spielst, ist die schwierigste, aber auch großartigste die Dir das Leben bieten konnte – vergiß das nicht – Max Beckmann – und gerade so wie sie ist.‘“, erklärt Daniel Hoster, Vorstandsvorsitzender der Dagmar-Westberg-Stiftung, die die Ausstellung gemeinsam mit der Adolf Würth GmbH & Co. KG, dem Städelschen Museums-Verein e. V. und weiteren Partnern unterstützt.

Die Schau zeigt auch Beckmanns Exilzeit in Amsterdam, in der Werke wie Haltestelle (1945) und Champagnerfantasie (Vergrößerungsglas) (1945) entstanden, ebenso wie das Spätwerk in den USA mit Selbstbildnis mit Fisch (1949) und Backstage (Hinter der Bühne) (1950). Ergänzt wird die Ausstellung durch einzelne Gemälde und Druckgrafiken, die Beckmanns Arbeitsprozess und das Zusammenspiel verschiedener Medien verdeutlichen.

Max Beckmann (1884–1950) Quappi mit Kerze, 1928 Schwarze Kreide und weiße Gouache 628 × 488 mm Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Ankauf 1928 Foto: Kunstmuseum Basel
Max Beckmann (1884–1950) Quappi mit Kerze, 1928 Schwarze Kreide und weiße Gouache 628 × 488 mm Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Ankauf 1928 Foto: Kunstmuseum Basel – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag der zweisprachige Katalog „Beckmann. Zeichnungen / Beckmann. Drawings“, herausgegeben von Hedda Finke, Regina Freyberger und Stephan von Wiese. Parallel erscheinen die ersten beiden Bände des dreibändigen Werkverzeichnisses der Zeichnungen von Max Beckmann – ein Meilenstein der Forschung.

Mit dieser Ausstellung rückt das Städel Museum den Zeichner Beckmann ins Licht – den Chronisten seiner Zeit, den Analytiker des Menschen und den Künstler, der die Linien des Lebens mit der Präzision eines Philosophen zog. Frankfurt wird so erneut zu jenem Ort, an dem Beckmanns Kunst ihre historische und emotionale Heimat findet.

Tags: Max Beckmann, Zeichnungen, Ersten Weltkrieg

Öffnungszeiten Städel Museum Frankfurt:
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag & Feiertage: 10.00–18.00 Uhr
Donnerstag: 10.00–21.00 Uhr