Eugène Le Poittevin Das Verholen eines Bootes. Erinnerungen an den Strand von Étretat, 1856 Öl auf Leinwand, 70,1 x 116,4 cm Privatsammlung Foto © Ader, Paris
Eugène Le Poittevin Das Verholen eines Bootes. Erinnerungen an den Strand von Étretat, 1856 Öl auf Leinwand, 70,1 x 116,4 cm Privatsammlung Foto © Ader, Paris – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

Wann: 19.03.2026 - 05.07.2026

Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat – Eine große Ausstellung im Städel Museum Frankfurt

Frankfurt am Main, November 2025. Es gibt Orte, die sich in das kulturelle Gedächtnis der Welt einschreiben, weil Künstler sie in einen Mythos verwandeln. Étretat, das einstige Fischerdorf an der Normandie, gehört zu diesen Orten. Die dramatische Steilküste, die mächtigen Felsentore und das unberechenbare Licht der Atlantikküste faszinierten im 19. Jahrhundert eine ganze Generation von Malern und Schriftstellern. Das Städel Museum widmet dieser künstlerischen Entdeckung vom 19. März bis 5. Juli 2026 eine große Ausstellung mit insgesamt 170 Meisterwerken, darunter 24 Werke von Claude Monet.

Alphonse Davanne N° 12 – Étretat. Die Manneporte, um 1862 Abzug auf Albuminpapier, 23,7 x 30,2 cm (Abzug), 44 x 53,5 cm (Tafel) Bibliothèque nationale de France, Paris, Département des Estampes et de la Photographie Foto © Bibliothèque nationale de France
Claude Monet Stürmisches Meer bei Étretat, 1883 Öl auf Leinwand, 81,4 x 100,4 cm Musée des Beaux-Arts de Lyon Foto © Lyon MBA – Photo Martial Couderette
Alphonse Davanne N° 12 – Étretat. Die Manneporte, um 1862 Abzug auf Albuminpapier, 23,7 x 30,2 cm (Abzug), 44 x 53,5 cm (Tafel) Bibliothèque nationale de France, Paris, Département des Estampes et de la Photographie Foto © Bibliothèque nationale de France • Claude Monet Stürmisches Meer bei Étretat, 1883 Öl auf Leinwand, 81,4 x 100,4 cm Musée des Beaux-Arts de Lyon Foto © Lyon MBA – Photo Martial Couderette – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

Étretat wurde zu einem Brennpunkt der modernen Malerei. „Étretat spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung einer neuen Malerei, die als Impressionismus in die Geschichte der Kunst einging“, heißt es in der Museumsankündigung. Die Klippen wurden als „aufregend schön und bedrohlich zugleich“ wahrgenommen – eine Bühne für das Wechselspiel von Licht, Wetter und Meereskraft. Künstler wie Gustave Courbet, der hier seine berühmten Wellenbilder malte, oder Schriftsteller wie Guy de Maupassant, der Étretat literarisch erhob, machten den Ort weit über Frankreich hinaus bekannt.

Auch Claude Monet war von der Küstenlandschaft geradezu besessen. Seine Darstellungen der Porte d’Amont, der Porte d’Aval und der Manneporte gehören zu den eindrucksvollsten Naturstudien der Moderne. Hier begann er erstmals, jene Motivreihen zu malen, die später zu seinem Markenzeichen wurden.

Anonym Maler am Strand von Étretat, um 1900 Silbergelatineabzug, 16,7 x 21,8 cm (Abzug), 21,2 x 27,4 cm (Trägerkarton) Sammlung Pascal Servain, Fécamp Foto © Collection Pascal Servain
Anonym Maler am Strand von Étretat, um 1900 Silbergelatineabzug, 16,7 x 21,8 cm (Abzug), 21,2 x 27,4 cm (Trägerkarton) Sammlung Pascal Servain, Fécamp Foto © Collection Pascal Servain – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

Die Ausstellung versammelt Werke von Delacroix, Courbet, Monet, Matisse, Corot, Caillebotte, Schirmer, Le Poittevin und Elger Esser. Die Leihgaben stammen aus weltweit renommierten Häusern wie dem Musée d’Orsay, dem Metropolitan Museum of Art, der National Gallery of Canada, dem Fitzwilliam Museum in Cambridge und den Staatlichen Museen zu Berlin. Gemeinsam zeigen diese Arbeiten die ungebrochene Faszination, die dieser Küstenabschnitt bis heute ausübt.

Doch Étretat ist nicht nur ein Ort künstlerischer Inspiration. „Die Menschenströme bedrohen die Steilküste jedoch ebenso wie die Erosion und der Klimawandel.“ Die Ausstellung verdeutlicht damit auch die Ambivalenz zwischen Naturromantik und touristischer Übernutzung – ein Thema, das heute aktueller ist denn je.

Félix Vallotton Der 14. Juli in Étretat, 1899 Öl auf Pappe, 47 x 60 cm Privatsammlung Foto © Fondation Félix Vallotton, Lausanne
Félix Vallotton Der 14. Juli in Étretat, 1899 Öl auf Pappe, 47 x 60 cm Privatsammlung Foto © Fondation Félix Vallotton, Lausanne – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum

Unter dem Titel „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ lädt das Städel Museum dazu ein, diesen Mythos neu zu betrachten: durch Meisterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts, durch Fotografien, Zeichnungen und Dokumente, die die Entdeckung eines Ortes nachzeichnen, der sich immer wieder neu erfindet. Begleitet wird die Schau von einem umfassenden Vermittlungsprogramm sowie Online-Angeboten. Tickets sind bereits erhältlich unter staedelmuseum.de.

Eine Kooperation mit dem Musée des Beaux-Arts de Lyon, kuratiert von Alexander Eiling, Eva Mongi-Vollmer, Stéphane Paccoud und Isolde Pludermacher, mit Projektleitung von Eva-Maria Höllerer und Nelly Janotka. Die Ausstellung wird gefördert durch Fraport AG, Fontana Stiftung und den Städelschen Museums-Verein e. V.

Mit „Monets Küste – Die Entdeckung von Étretat“ gelingt dem Städel Museum Frankfurt eine der eindrucksvollsten Ausstellungen des Jahres 2026, die den Ursprung der modernen Malerei in neuem Licht erfahrbar macht.

 

Tags: Claude Monet, Malerei, Normandie, 19. Jahrhundert, Fotografie, Eugene Delacroix, Gustave Courbet, Henri Matisse, Camille Corot, Gustave Caillebotte, Johann Wilhelm Schirmer, Elger Esser

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