Friedrich Nerly, Canal Grande mit Blick auf Santa Maria della Salute Venedig, 1838/39 Öl auf Leinwand, 67,5 x 86 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Friedrich Nerly, Canal Grande mit Blick auf Santa Maria della Salute Venedig, 1838/39 Öl auf Leinwand, 67,5 x 86 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen – Mit freundlicher Genehmigung von: kunsthallebremen / Kunsthalle Bremen

Wann: 14.03.2026 - 05.07.2026

Venedig – diese schimmernde Stadt aus Wasser und Stein, ein Labyrinth aus Licht und Spiegelungen – wurde für Friedrich Nerly zu einer künstlerischen Heimat, zu einem unerschöpflichen Reservoir poetischer Motive. Der Teilnachlass des Malers, seit 1953 in der Kunsthalle Bremen bewahrt, erzählt von dieser tiefen Verbindung. Zahlreiche Zeichnungen dokumentieren die 41 Jahre, die er in der Lagune verbrachte: brillante Impressionen venezianischer Fenster, filigraner gotischer Architektur, eleganter schwarzer Gondeln und majestätischer Segelschiffe, die im ruhigen Wasser vor Anker lagen. Aus dieser langen Schaffenszeit stammen auch seine berühmtesten und erfolgreichsten Motive. Die Kunsthalle präsentiert zwei ikonische Gemälde – „Die Markussäule in Venedig bei Mondschein“ (um 1837) und „Canale Grande mit Blick auf Santa Maria della Salute“ (1838/39) – flankiert von 50 ausgewählten Papierarbeiten, die Nerlys unverwechselbaren Blick auf die Serenissima offenbaren.

Friedrich Nerly, Venezianische Gondel vor Santa Maria della Salute, um 1860 Bleistift, Feder in Schwarz und Weißhöhung auf grauem Papier, 26,7 x 51,8 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Friedrich Nerly, Venezianische Gondel vor Santa Maria della Salute, um 1860 Bleistift, Feder in Schwarz und Weißhöhung auf grauem Papier, 26,7 x 51,8 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen – Mit freundlicher Genehmigung von: kunsthallebremen / Kunsthalle Bremen

Mit fast wehmütiger Begeisterung fasste Nerly im Jahr 1845 seine tägliche künstlerische Erfahrung zusammen: „Venedig und immer Venedig, von allen Seiten, groß und klein, zur alten und jetzigen Zeit“. Dieser Satz, wie eine Liebeserklärung an die Lagune, fiel zu einem Zeitpunkt, als der Künstler bereits sieben Jahre in der Stadt lebte, nachdem er zuvor in Rom gewirkt hatte. Der Wechsel von der römischen Antike zur venezianischen Romantik schien seine Kunst neu beflügelt zu haben. Durch die Heirat mit einer Venezianerin aus gutem Hause war Nerly gesellschaftlich hervorragend eingebettet, und sein Atelier im Palazzo Pisani wurde zu einem lebendigen Treffpunkt der Reisenden, die Venedig damals in immer größerer Zahl erreichten.

Nerly verstand es, die Sehnsucht dieser Besucher zu lesen – und zu bedienen. Mit seinen pittoresken Ansichten schuf er Bilder, die wie visuelle Souvenirs der Lagunenstadt dienten. Zu seinen beliebtesten Kompositionen gehörten die Piazzetta und die Markussäule im silbrigen Schein des Mondes, ein Motiv, das er mehr als 30-mal wiederholte und das sich zu einem seiner größten Erfolge entwickelte. Es ist jene Mischung aus Melancholie, Eleganz und architektonischer Strenge, die seinen Venedig-Bildern den besonderen Zauber verleiht.

Friedrich Nerly, Die Markussäule in Venedig bei Mondschein, 1837/38 Öl auf Leinwand, 61 x 48 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Friedrich Nerly, Die Markussäule in Venedig bei Mondschein, 1837/38 Öl auf Leinwand, 61 x 48 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen – Mit freundlicher Genehmigung von: kunsthallebremen / Kunsthalle Bremen

Die Ausstellung in Bremen zeichnet ein Panorama des Künstlers, der die Serenissima wie kaum ein anderer verstand, der ihre Atmosphäre nicht nur sah, sondern fühlte. Nerly verwandelt die Stadt in ein Bühnenbild für die Träume der Reisenden – und zugleich in ein Monument seiner eigenen künstlerischen Hingabe. Venedig, so zeigt diese Schau, war für ihn weder Kulisse noch Episode, sondern ein lebenslanger Dialog zwischen Licht und Wasser, Geschichte und Gegenwart, Realität und romantischer Verklärung.

 

Tags: Friedrich Nerly, Romantik, Malerei, Landschaften, Gemälde

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