Nedko Solakov Not in the show, they didn't let me do it on the painting, 2024
Nedko Solakov Not in the show, they didn't let me do it on the painting, 2024 – Mit freundlicher Genehmigung von: kmw.ch / Kunst Museum Winterthur

Wann: 27.09.2025 - 01.03.2026

„Nedko Solakov. Being Vallotton“ ist eine Ausstellung, die in der Villa Flora Winterthur vom 27. September 2025 bis 1. März 2026 eine poetische wie ironische Begegnung zwischen Gegenwartskunst und Kunstgeschichte inszeniert. Sie führt in eine Welt der Erzählungen, Bilder und Reflexionen, in der Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen und sich gegenseitig kommentieren.

„Es war einmal …“ Mit diesen Worten beginnen Märchen, die von einer zurückliegenden Epoche erzählen und zugleich eine andere Realität heraufbeschwören, die die eigene Wirklichkeitserfahrung durch Illusionen erweitert. Sie tragen etwas gleichermaßen Beunruhigendes wie Befreiendes in sich. Genau diese Spannung prägt auch die «Geschichten» des bulgarischen Künstlers Nedko Solakov, die als zart lavierte Bild-Text-Kombinationen entstehen und sich häufig in mehrteiligen Zeichnungszyklen entfalten.

Spätestens seit seiner Teilnahme an der Biennale von Venedig im Jahr 2007 sowie an der documenta 2007 und 2012 gilt der 1957 geborene und in Sofia lebende Künstler als eine der herausragenden Figuren der internationalen Gegenwartskunst. Seine Arbeiten verbinden Zeichnung, Text, Malerei und Installation zu einem formal vielfältigen Œuvre, das sich jeder eindeutigen Zuordnung entzieht.

Der bildende Künstler erweist sich als begnadeter Erzähler. Seine Zeichnungen handeln von alltäglichen Begebenheiten und entpuppen sich zugleich als absurde Kommentare zum menschlichen Dasein. Mit feinem Humor und präziser Beobachtung hinterfragt Solakov scheinbar kollektive Wahrheiten, reflektiert das Scheitern als Metapher menschlicher Existenz und entdeckt in den politischen Weltläufen die Paradoxie als herrschende Struktur. Aktuelle Themen in Form von Geschichten zu fassen, die eine Balance zwischen Lust an der Narration und ironischer Brechung halten, prägt sein Werk und macht es unverwechselbar und in hohem Maße unterhaltsam.

„Being Vallotton“, so der Titel der Ausstellung in der Villa Flora, zeigt Nedko Solakov als großen Bewunderer seines künstlerischen Vorbildes Félix Vallotton. Indem er gleichsam in die Rolle des Älteren schlüpft, schafft er eine eigenwillige Neuinterpretation des Klassikers und bindet das eigene Schaffen in große kunsthistorische Zusammenhänge ein. Vergangenheit erscheint hier nicht als starres Erbe, sondern als lebendiger Resonanzraum.

Solakov erweist sich dabei als höchst unorthodoxer Konzeptkünstler, der die Welt, auch die Kunstwelt, mit Humor und Ironie betrachtet. Er interpretiert Meisterwerke der Vergangenheit aus zeitgenössischer Sicht neu und verwandelt kunsthistorische Referenzen in erzählerische Reflexionen über Gegenwart, Erinnerung und Wahrnehmung. Die Ausstellung wird so zu einer ebenso spielerischen wie tiefgründigen Annäherung an Kunstgeschichte.

In der Villa Flora entfaltet sich „Being Vallotton“ als grandiose Hommage an Félix Vallotton, die zugleich das Erzählen selbst ins Zentrum rückt. Zwischen Zeichnung, Text und gedanklicher Verschiebung entsteht ein Dialog, der den Blick schärft und die Kunst als offenes Feld der Interpretation begreift.

Kuratiert von Konrad Bitterli.

Tags: Nedko Solakov, Being Vallotton, Bulgarische Kunst, Zeitgenössische Kunst, Konzeptkunst, Zeichnungen, Installation

Villa Flora
Tösstalstrasse 44

Di bis So 10–17 Uhr
Mi bis 20 Uhr
Mo geschlossen