Alex Katz, Straw Hat 1, 2022 © Bildrecht, Wien 2025
Alex Katz, Straw Hat 1, 2022 © Bildrecht, Wien 2025 – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Wann: 01.05.2026 - 04.10.2026

Das Kunsthaus Gmünd präsentiert den Kultursommer 2026 mit einem außergewöhnlichen Ausstellungsprojekt: „Girl. Woman. Other. Ikonische Frauenporträts von Matisse bis Alex Katz“ versammelt internationale Meisterwerke und aktuelle künstlerische Stimmen zu einem facettenreichen Panorama weiblicher Bildwelten zwischen Klassischer Moderne und Gegenwart.

Mit „Straw Hat 1“ verdichtet Alex Katz seine ikonische Bildsprache zu einem ebenso eleganten wie zeitlosen Frauenporträt. Die Nahaufnahme mit den leuchtend roten Lippen und dem grafisch strukturierten Strohhut verbindet Mode, Popkultur und klassische Porträtkunst zu einem hypnotischen Blickfang. Die Arbeit entstand aus der Serie „Flowers in Seoul“ und zählt zu den international gefragten Grafik-Editionen des amerikanischen Künstlers.

Henri Matisse, „Dix danseuses“, 1926/1927 – drei Lithografien mit sitzenden und liegenden Tänzerinnen aus der Serie „Zehn Tänzerinnen“
Henri Matisse, „Dix danseuses“, 1926/1927 – drei Lithografien mit sitzenden und liegenden Tänzerinnen aus der Serie „Zehn Tänzerinnen“ – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Henri Matisse widmet sich in seinen Lithografien der Serie „Dix danseuses“ dem weiblichen Körper mit einer außergewöhnlichen Leichtigkeit und Intimität. Die sitzenden und liegenden Tänzerinnen erscheinen zugleich fragil und selbstbewusst. Mit wenigen Linien entwickelt Matisse eine konzentrierte Bildsprache, die bis heute zu den bedeutenden Beispielen moderner Druckgrafik zählt.

Die Ausstellung entfaltet ein vielstimmiges Panorama weiblicher Rollenbilder – von Mutterfigur und Ikone bis zu Selbstbehauptung, Fürsorge und gesellschaftlicher Projektion. Gezeigt werden Frauenbilder der klassischen Moderne bis heute: Henri Matisse’ Tänzerinnen treffen auf Pablo Picassos Muse und die leuchtenden Porträts von Alex Katz. Zwischen Intimität, Projektion und Selbstinszenierung eröffnet die Schau einen facettenreichen Blick auf weibliche Identität in Kunst und Gesellschaft.

Pablo Picasso, „Le peintre et son modèle (Der Maler und sein Modell)“, 1954 – Farblithografie mit sitzendem Akt und Malerfigur, Galerie Boisserée
Pablo Picasso, „Le peintre et son modèle (Der Maler und sein Modell)“, 1954 – Farblithografie mit sitzendem Akt und Malerfigur, Galerie Boisserée – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Pablo Picasso mit dem Titel „Le peintre et son modèle“ („Der Maler und sein Modell“). Die Farblithografie von 1954 zeigt eine sitzende weibliche Aktfigur im Zentrum der Komposition, während rechts eine clownartig stilisierte Künstlerfigur im Profil erscheint. Picasso thematisiert darin das Verhältnis zwischen Künstler und Modell – ein zentrales Motiv seines Spätwerks.

Mit der Sommerausstellung „Girl. Woman. Other. Ikonische Frauenporträts von Matisse bis Alex Katz“ feiert das Kunsthaus Gmünd die Frau und widmet sich damit einem der zentralen Themen der Kunstgeschichte. Gezeigt wird eine ebenso vielschichtige wie hochkarätige Auswahl an Druckgrafiken und ausgewählten Skulpturen, die Frauenbilder des 20. und 21. Jahrhunderts in all ihren Facetten sichtbar macht.

Alex Katz, „Ada“, 2017 – Serie von Aquatintaradierungen mit stilisierten Frauenporträts in Schwarz-Weiß, Galerie Boisserée
Alex Katz, „Ada“, 2017 – Serie von Aquatintaradierungen mit stilisierten Frauenporträts in Schwarz-Weiß, Galerie Boisserée – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Alex Katz porträtiert in dieser Serie Ada Del Moro, die Ehefrau und langjährige Muse des Künstlers, im Profil. Seit ihrem Kennenlernen im Jahr 1957 widmete Katz ihr mehr als 250 Porträts in unterschiedlichen Stilen, Perspektiven und Medien. Die Aquatintaradierungen aus dem Jahr 2017 zeigen Ada in einer stark reduzierten Schwarz-Weiß-Ästhetik und verdichten ihre Erscheinung zu ikonischen, zeitlosen Bildnissen.

Im Zentrum der Ausstellung stehen bedeutende Positionen der Moderne und Gegenwart. Werke von Henri Matisse, Alex Katz, Werner Berg, Louise Bourgeois, Niki de Saint Phalle, Maria Lassnig, Julian Opie, Pablo Picasso, Hans Puntiler und Tom Wesselmann bilden markante Fixpunkte. Matisse’ berühmte Tänzerinnen, in reduzierter Form und fließender Bewegung, stehen für Freiheit, Rhythmus und Lebensfreude. Picassos grafische Arbeiten kreisen um Muse und Geliebte – Bilder zwischen Bewunderung, Projektion und künstlerischer Aneignung. Louise Bourgeois ist mit eindringlichen Radierungen zu Mutterfigur und Spinne vertreten, die von Schutz, Erinnerung und Verletzlichkeit erzählen. Mit Alex Katz und Julian Opie öffnet sich der Blick in die Gegenwart: Ihre Arbeiten zeigen Frauen als selbstbewusste, zeitlose Figuren zwischen Alltäglichkeit, Ikonisierung und zeitgenössischer Bildsprache.

Tom Wesselmann – Judy with Black Hat (1997) | Farbsiebdruck bei Galerie Boisserée
Maria Lassnig – Selbstporträt mit Regenschirm (1971) Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK
Tom Wesselmann – Judy with Black Hat (1997) | Farbsiebdruck bei Galerie Boisserée • Maria Lassnig – Selbstporträt mit Regenschirm (1971) Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Tom Wesselmann zeigt in „Judy with Black Hat“ (1997) das Modell Judy als sinnlichen Rückenakt. Die Figur erscheint bis zu den Hüften nackt, mit knallroten Lippen, kurzem schwarzem Pagenschnitt und einer stilisierten, an die Mode der 1960er-Jahre erinnernden Kopfbedeckung mit roter Blüte. Der rechte Arm ist angewinkelt und stützend erhoben, während der linke Arm locker abgestützt erscheint. Wesselmann kombiniert reduzierte Linienführung mit flächigen Farben und typischer Pop-Art-Ästhetik. Im Hintergrund deutet sich ein gerahmtes Bild an, das an ein Atelierinterieur erinnert und formal an Werke von Alex Katz denken lässt.

Maria Lassnig verbindet in „Selbstporträt unter Plastik“ (1972) körperliche Verletzlichkeit mit psychologischer Spannung. Der geöffnete Regenschirm erscheint dabei als Symbol des Schutzes vor äußeren Einflüssen und der Umwelt. Die transparente Plastikfolie, die sich über Kopf und Gesicht spannt, erzeugt hingegen ein Gefühl von Beklemmung, Verstummen und drohender Erstickung. Typisch für Lassnigs Körperbewusstseinsmalerei wird der Körper nicht idealisiert dargestellt, sondern als unmittelbarer Ausdruck innerer Wahrnehmung und existenzieller Empfindung.

Sevda Chkoutova, „O.T._01“, 2023 – Buntstift auf Papier. Leihgabe der Künstlerin.
Sevda Chkoutova, „O.T._01“, 2023 – Buntstift auf Papier. Leihgabe der Künstlerin. – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Ergänzt werden die großen Klassiker durch zeitgenössische Positionen von Irene Andessner, Linda Berger, Sevda Chkoutova, Aldo Giannotti, Claudia Holzinger, Soli Kiani, Ina Loitzl, Judith Wagner und Judith Zillich, die den Blick erweitern und hinterfragen. Arbeiten von Sevda Chkoutova thematisieren weibliche Macht, Lust und Selbstbehauptung in pointierten, oft humorvollen Zeichnungen. Linda Berger nähert sich dem Selbstporträt auf introspektive Weise und stellt Fragen nach Identität und Körperwahrnehmung. Mit Maria Lassnig ist zudem eine der wichtigsten aus Kärnten stammenden Künstlerinnen vertreten. Auch Werner Berg wird mit ausgewählten Arbeiten in den Dialog eingebunden und erweitert den Blick auf regionale künstlerische Positionen.

Der rote Faden der Ausstellung ist die Druckgrafik – ein Medium, das im Kunsthaus Gmünd seit jeher eine zentrale Rolle spielt. Das vermeintlich leise Medium ermöglicht einen besonders intimen Blick auf künstlerische Prozesse und zugleich eine weite Verbreitung von Bildern. Gerade in der Darstellung von Frauen erweist sich die Druckgrafik als äußerst präzises Instrument: Sie verdichtet Posen, Gesten sowie Fragen von Macht, Lust und Selbstbehauptung in pointierten, oft humorvollen Zeichnungen.

Tags: Henri Matisse, Alex Katz, Zeitgenössische Kunst, Frauen, Kunst des 21. Jhs., Frauen in der Kunst, Pablo Picasso, Alex Katz, Louise Bourgeois, Maria Lassnig, Julian Opie, Niki de Saint-Phalle, Werner Berg, Druckgrafik, Zeitgenössische Kunst, Moderne Kunst

1. Mai bis 4. Oktober 2026

Die Ausstellung ist täglich von 10.00 - 13.00 und 14.00 - 18.00 Uhr zu sehen.
Gerne öffnen wir auf Anfrage die Ausstellung bereits ab 8.00 Uhr.

Wir bitten um Verständnis, dass die Mitnahme von Tieren - ausgenommen Begleithunde - nicht gestattet ist.