In Salerno lädt Martin Parr. Wow! zu einem spielerischen und zugleich kritischen Blick auf die Fotografie ein. Ironische Bildkombinationen und visuelle Brüche verwandeln das Staunen in ein Instrument der Analyse – zugänglich, direkt und voller subtilem Humor.
Certaldo Alto wird mit „Valentina Palazzari. Fiammetta“ zum Ort eines sensiblen Dialogs zwischen Geschichte und Gegenwart. Im Palazzo Pretorio verschränken sich industrielle Materialien und historische Architektur zu einem sinnlichen Parcours über Fragilität, Transformation und Zeit.
In Bologna zeichnet „Ugo La Pietra. La mia territorialità“ fünf Jahrzehnte künstlerischer und gestalterischer Forschung nach. Der Fokus liegt auf dem Verhältnis zwischen Individuum und urbanem Raum, auf dem Wohnen als Akt der Aneignung und Umdeutung des Alltäglichen.
Das Museo MA*GA in Gallarate widmet sich mit „Kandinsky e l’Italia“ der Entstehung der abstrakten Kunst und ihrer Wirkungsgeschichte. 130 Werke zeigen, wie Kandinskys Denken den europäischen und italienischen Kunstbegriff nachhaltig geprägt hat – bis in die Gegenwart hinein.
In Prato offenbart „Luigi Ghirri. Polaroid ’79–’83“ eine intime Seite des großen Fotografen. Die kleinen Polaroids verwandeln scheinbar Nebensächliches in präzise Bildgedanken und antizipieren zentrale Fragen der zeitgenössischen Fotografie.
Den Abschluss bildet in Orani die Ausstellung „Mona Hatoum. Behind the Seen“. Entstanden aus einer künstlerischen Residenz, untersuchen Installationen und Skulpturen das Verhältnis von Körper, Material und Raum – stets an der Grenze zwischen Sichtbarkeit und Verborgenem.
Diese Ausstellungen machen die Feiertage zu einer Zeit des Innehaltens und Entdeckens. Italien zeigt sich als vielstimmige Kulturlandschaft, in der Kunst nicht dekoriert, sondern erzählt, befragt und berührt.
Auswahl und Anlass nach einer Veröffentlichung von Fuorisalone.it (17.12.2025). Redaktionell neu formuliert.