Eine poetische Lesart der MAXXI Sammlung zwischen Architektur, Materie und Transformation
Eine poetische Lesart der MAXXI Sammlung zwischen Architektur, Materie und Transformation – Mit freundlicher Genehmigung von: fondazionemaxxi / MAXXI Nationales Museum Rom

Wann: 13.12.2024 - 25.10.2026

Mit „The Large Glass“ eröffnet die Sammlung des MAXXI eine neue Präsentationsform, die weniger auf lineare Kunstgeschichte als auf geistige Durchdringung setzt. Ein Künstler übernimmt die Rolle des Vermittlers, des Lesenden, des Deutenden. Kunst, Architektur und Fotografie werden nicht addiert, sondern miteinander verschränkt. Es ist ein Angebot zur vertieften Betrachtung, zur Forschung und zur Neubewertung der Werke großer Meister und zeitgenössischer Positionen.

Die kuratorische Verantwortung liegt bei Alex Da Corte, einem amerikanischen Konzeptkünstler, dessen Praxis sich frei zwischen Malerei, Skulptur, Installation, Performance und Video bewegt. Da Corte nähert sich der MAXXI Collection nicht analytisch, sondern organisch. Die Architektur wird dabei nicht zur bloßen Hülle, sondern zum aktiven Resonanzraum der Werke.

Besucher betrachten Werke der MAXXI Sammlung im dialogischen Raum zeitgenössischer Kunst foto © Giada Spera
Installation im MAXXI verbindet Architektur, Kunst und Publikum zu räumlicher Erfahrung foto © Giada Spera
Besucher betrachten Werke der MAXXI Sammlung im dialogischen Raum zeitgenössischer Kunst foto © Giada Spera • Installation im MAXXI verbindet Architektur, Kunst und Publikum zu räumlicher Erfahrung foto © Giada Spera – Mit freundlicher Genehmigung von: fondazionemaxxi / MAXXI Nationales Museum Rom

„Within the swelling curves of Zaha Hadid’s grand design, we see the classical elements of water, wind, fire, and earth. We see growth, decay, transformation, and nature’s seep through all things […] As the world churns and crusts in alchemy, we take our journey toward an inevitable invisible ether. We may move beyond, with nature as our guide, to a glass age. Here we may exist everywhere, evolving, while leaving no physical trace.“

Diese Worte lesen das Gebäude von Zaha Hadid als lebendigen Organismus. Architektur wird zum metaphysischen Körper, in dem sich Prozesse von Werden und Vergehen spiegeln. In diesem Spannungsfeld entfaltet „The Large Glass“ seine innere Logik: nicht als thematische Ausstellung, sondern als poetisches System, in dem Materialität, Energie und Erinnerung miteinander kommunizieren.

Die Auswahl der Werke folgt diesem Gedanken konsequent. Vertreten sind unter anderem Francis Alÿs, Atelier Van Lieshout, AWP and Atelier Oslo, Massimo Bartolini, Alighiero Boetti, DEMOGO, Luigi Ghirri, Domenico Gnoli, Wolf Kahlen, Ugo La Pietra, Marisa Merz, Luigi Pellegrin, Giuseppe Penone, Michelangelo Pistoletto, Lauretta Vinciarelli, Kara Walker und Gal Weinstein.

Ihre Arbeiten treten nicht als Einzelwerke auf, sondern als Stimmen innerhalb eines vielschichtigen Chors. Material, Raum und Bedeutung verschieben sich permanent. Glas wird zur Metapher einer Epoche, die sichtbar und zugleich flüchtig ist. „The Large Glass“ versteht sich damit als Einladung, die Sammlung neu zu lesen – nicht als Archiv der Vergangenheit, sondern als lebendigen Zustand des Denkens.

Tags: Architektur, Fotografie, Skulpturen, Installation, Performance Kunst, Video

Monday closed
Tuesday to Sunday 11 am – 7 pm