Maria Pinińska-Bereś, Transparent/Banner, 1980, Dokumentation der Performance, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation
Maria Pinińska-Bereś, Transparent/Banner, 1980, Dokumentation der Performance, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstmuseumluzern / Kunstmuseum Luzern

Wann: 28.02.2026 - 14.06.2026

Im Kunstmuseum Luzern entfaltet sich mit der Ausstellung von Maria Pinińska-Bereś eine stille, aber nachhaltige kunsthistorische Zäsur. Die polnische Künstlerin gehört zu jenen Positionen der Nachkriegsavantgarde, deren Radikalität nicht im lauten Gestus, sondern in der konsequenten poetischen Beharrlichkeit liegt. Ihre Arbeiten, entstanden zwischen Skulptur, Installation und Performance, sind fragile Manifestationen eines Denkens, das Körper, Raum und gesellschaftliche Zuschreibungen untrennbar miteinander verschränkt.

Maria Pinińska-Bereś entwickelte ihre Bildsprache in einem politischen Umfeld, das weibliche Autorschaft marginalisierte und Emotion als Schwäche verstand. Gerade daraus erwuchs eine Kunst von bemerkenswerter innerer Stärke. Weiche Materialien, Rosa- und Weißtöne, textile Oberflächen und organische Formen wirken auf den ersten Blick verletzlich, entziehen sich jedoch jeder Vereinnahmung. Sie sind keine Dekoration, sondern Widerstand in leiser Form, ein poetischer Gegenentwurf zur monumentalen Geste der männlich dominierten Moderne.

Maria Pinińska-Bereś, Becik Erotyczny/Erotic Swaddle Blanket, 1974, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation, Foto: Marek Gardulski
Maria Pinińska-Bereś, Becik Erotyczny/Erotic Swaddle Blanket, 1974, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation, Foto: Marek Gardulski – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstmuseumluzern / Kunstmuseum Luzern

Das Werk von Pinińska-Bereś kreist um den Körper als Erfahrungsraum und Projektionsfläche, um Intimität als politische Kategorie und um die Frage, wie Skulptur zu Handlung werden kann. Ihre Performances erweitern das Objekt in den realen Raum und verankern es im sozialen Kontext. Kunst wird hier nicht betrachtet, sondern erlebt, nicht konsumiert, sondern befragt. Das Kunstmuseum Luzern verortet diese Praxis präzise innerhalb der europäischen Nachkriegskunst und macht ihre Aktualität für heutige Diskurse sichtbar.

Maria Pinińska-Bereś, Mój uroczy pokoik/My Enchanting Little Room, 1975, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation, Foto: Marek Gardulski
Maria Pinińska-Bereś, Modlitwa o deszcz/Praying for Rain, 1978, Dokumentation der Performance, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation
Maria Pinińska-Bereś, Mój uroczy pokoik/My Enchanting Little Room, 1975, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation, Foto: Marek Gardulski • Maria Pinińska-Bereś, Modlitwa o deszcz/Praying for Rain, 1978, Dokumentation der Performance, Courtesy Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś Foundation – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstmuseumluzern / Kunstmuseum Luzern

Die Ausstellung liest sich wie eine langsame Annäherung an eine Künstlerin, deren Werk sich nicht auf Schlagworte reduzieren lässt. Feministische Kunst erscheint hier nicht als Theorie, sondern als gelebte Erfahrung, als Haltung, die sich in Material, Form und Geste einschreibt. Pinińska-Bereś spricht leise, aber sie spricht klar. Ihre Arbeiten öffnen Räume für Empfindsamkeit, ohne jemals naiv zu sein, und behaupten eine künstlerische Autonomie, die bis heute nachwirkt.

Mit dieser Präsentation setzt das Kunstmuseum Luzern ein bewusstes Zeichen für eine kunsthistorische Neubewertung, die nicht korrigiert, sondern erweitert. Die Ausstellung macht sichtbar, dass die Geschichte der Skulptur und Performance ohne diese Stimme unvollständig bleibt. Für findart.cc ist diese Ankündigung ein präziser Marker für jene Kunst, die nicht dem Markt folgt, sondern dem Denken verpflichtet ist.

Tags: Maria Pinińska-Bereś, Feministische Kunst, Skulpturen, Performance Kunst, Nachkriegskunst, Polnische Kunst, Politische Kunst

Anfang Juli bis Mitte Aug:Di-So 10-18 UhrMi 10-20 Uhr

Mitte Aug bis Mitte Sept:Di-So 10-19 UhrMi 10-20 Uhr

Übrige Zeit:Di-So 10-17 UhrMi 10-20 Uhr