Ausgangspunkt der Serie „Cooking Mama“ sind die Hungerrevolten des Jahres 2008 in Kamerun, ein historisches Ereignis, das sich unauslöschlich in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Gleichzeitig lassen die Bilder die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich anklingen und öffnen den Blick auf ein globales Gefüge sozialer Ungleichheit. Bisso thematisiert den weltweiten Lebensmittelhandel und dessen preissteigernde Mechanismen, die überall die Ärmsten treffen. Dem setzt er den Kochtopf der Mutter entgegen, ein starkes Bild für Heimat, Fürsorge und Geborgenheit, das in seiner Malerei zu einem stillen politischen Symbol wird.
In seinen Landschaftsbildern macht Bisso Zwischenwelten sichtbar. Surreale Elemente treten leise aus der Bildtiefe hervor, ähnlich dem magischen Realismus, ohne sich je vom Realen zu lösen. Diese Malerei verweigert sich klaren Zuordnungen und eröffnet stattdessen Räume, in denen Identität als Prozess erscheint. Natur wird zur Bühne innerer Zustände, Geschichte zum Echo, das sich in Formen und Farben fortsetzt.