Einen humorvollen und zugleich präzisen Zugriff wählt Alina Traun mit ihrem Projekt „Sofort Geld!“. Ausgehend von über 60 Visitenkarten eines Auto-Export-Unternehmens analysiert sie die visuelle Sprache massenhaft produzierter Gestaltung. Katzen, Lilien, Rosen und ein Handshake werden zu Zeichen einer Ästhetik, die zwischen Beliebigkeit, Stockfoto-Bildwelten und KI-generierten Motiven oszilliert. Die Serie legt die Mechanismen visueller Vereinfachung offen und überführt sie in eine pointierte grafische Reflexion.
Die Ausstellung öffnet sich auch digitalen Erweiterungen. Mit der App Artivive lassen sich ausgewählte Arbeiten als animierte „Moving Posters“ erleben. Die Bewegung tritt dabei nicht als Effekt, sondern als inhaltliche Erweiterung des Plakats auf und verweist auf neue Formen der Wahrnehmung im öffentlichen Raum.
Begleitet wird die Ausstellung von einem Katalog, gestaltet von Studio Triestesse, der die prämierten Arbeiten dokumentiert und kontextualisiert. Kuratiert wird die Schau von Peter Klinger, stellvertretender Leiter der MAK Bibliothek und Kunstblättersammlung, der die Plakatkunst als ernstzunehmende kulturelle Praxis positioniert.
In ihrer Gesamtheit zeigt die Ausstellung Plakatkunst als sensibles Medium zwischen Kunst, Design und gesellschaftlicher Realität. Sie macht sichtbar, wie Schrift, Bild und Idee auf engstem Raum komplexe Aussagen formulieren können, und bestätigt das Plakat als unverzichtbaren Bestandteil der visuellen Gegenwartskultur.