In seiner Intervention in der Fundació Joan Miró richtet Bunga den Blick auf das Thema Wohnen und dessen zunehmende Prekarisierung. Ausgehend von gesellschaftlichen Entwicklungen, wie sie in der internationalen Presse verhandelt werden, übersetzt er diese Realität in eine räumliche Erfahrung. Unterschiedliche Materialien, stets in Beziehung zum jeweiligen Territorium gewählt, verleihen der Installation eine ortsspezifische Prägung und verstärken den Dialog zwischen globaler Problematik und lokalem Kontext.
Bungas Werk entfaltet seine Wirkung nicht durch Monumentalität, sondern durch Fragilität. Die scheinbare Instabilität seiner Konstruktionen verweist auf den performativen Akt des Bauens selbst, auf das permanente Aushandeln von Halt und Auflösung. Raum wird bei ihm nicht bewohnt, sondern befragt.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Carlos Bunga mit Einzelausstellungen und Projekten unter anderem im Miami Art Museum, im Hammer Museum, im Museu de Serralves, in der Pinacoteca de São Paulo, im Haus Konstruktiv sowie im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, wo er 2022 im Palacio de Cristal intervenierte. 2026 folgt eine Intervention in der Capella dels Àngels des MACBA.
Carlos Bunga, ausgebildet an der ESAD in Caldas da Rainha und heute in Barcelona lebend, nutzt einfache Materialien wie Karton, Klebeband und Stoff, um die Grenzen zwischen Skulptur und Malerei zu verwischen. Seine Arbeiten erscheinen fragil, sind jedoch von hoher physischer und konzeptueller Präsenz. Sie machen sichtbar, dass Raum kein statisches Gebilde ist, sondern ein Prozess – provisorisch, verletzlich und zutiefst menschlich.