Im Zentrum steht immer der Blick. Die Porträts halten dem Betrachter einen Spiegel vor, ohne Eindeutigkeit zuzulassen. Stärke und Verletzlichkeit existieren gleichzeitig, das Selbst erscheint als instabiler Zustand. „The human face is like the surface of water, always in motion, always elusive, never still. By painting myself, I can capture that fleeting state.“ Diese Haltung prägt auch die Selbstporträts, in denen Tabouret sich als Vampirfigur mit Kapuzenpullover zeigt, eine Bildfindung zwischen Maskierung, Mythos und zeitgenössischer Selbstinszenierung.
In der Präsentation im Museum Voorlinden entfaltet sich ein konzentrierter Überblick über das Werk der letzten zehn Jahre, ergänzt um eigens geschaffene Arbeiten. Die Ausstellung folgt keiner linearen Erzählung, sondern lässt Bezüge und Echoeffekte zwischen Serien und Einzelwerken entstehen. Unmögliche Materialien, Bilder von Inhaftierten und handwerkliche Verfahren, die sich dem perfekten Ergebnis verweigern, werden zu Werkzeugen einer Malerei, die das Risiko sucht. Kontrolle wird bewusst aufgegeben, um dem Bild eine eigene Entwicklung zu erlauben.