Gideon Appah, Detail of Night Catch (Prise de nuit), 2025 © Gideon Appah
Gideon Appah, Detail of Night Catch (Prise de nuit), 2025 © Gideon Appah – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery

Wann: 16.01.2026 - 28.02.2026

Die zeitgenössische figurative Malerei zwischen Fauvismus und Surrealismus bildet den kunsthistorischen Kern jener neuen Werkgruppe, die Gideon Appah aktuell vorlegt. In seinen jüngsten Gemälden verschränken sich leuchtende Farbflächen, traumartige Bildräume und figürliche Szenen zu einer Malerei, die weniger erzählt als erinnert. Realität und Imagination gleiten ineinander, das Gesehene wird zum inneren Bild, das Persönliche zur kollektiven Erfahrung.

In New York zeigt Pace Gallery erstmals eine umfangreiche Auswahl dieser Arbeiten, entstanden im vergangenen Jahr im Studio des Künstlers in Ghana. Die Leinwände wurzeln in alltäglichen Beobachtungen, gespeist aus Erinnerungen, Träumen und familiären Geschichten, und entwickeln daraus Bildwelten, die sich einer eindeutigen Lesbarkeit entziehen. Gerade darin liegt ihre Stärke: Die Malerei öffnet sich dem Mythologischen, ohne den Kontakt zur gelebten Wirklichkeit zu verlieren, und verhandelt Fragen von Identität, Freiheit und Form mit stiller Konsequenz.

Portrait of Gideon Appah
Portrait of Gideon Appah – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery
Zentral steht die Werkgruppe der Schwimmer und Surfer, inspiriert von den Küstenlandschaften von Busua Beach und Kokrobite in Ghana, jener Umgebung, in der Appah arbeitet. Fischer, Badende und Surfer erscheinen als ruhende oder sich bewegende Figuren in vibrierenden Landschaften, während architektonische Strukturen, in weiß leuchtenden Fassaden, vor fast kosmischen Hintergründen stehen. Diese Motive verbinden das Lokale mit dem Zeitlosen und verleihen dem scheinbar beiläufigen Akt des Zusammenkommens eine unerwartete symbolische Tiefe, eingebettet in das Gedächtnis einer Gemeinschaft.

Ergänzt wird diese Bildwelt durch neue, hochformatige Porträts einzelner Figuren. Ihre schlichte, sorgfältig gemalte Kleidung greift textile Muster aus dem Atelier des Künstlers auf und markiert eine neue Richtung innerhalb der Serie. Die Figuren wirken zugleich präsent und entrückt, verankert im Körperlichen und doch von einer träumerischen Distanz umgeben, wie sie der surrealen Tradition eigen ist.

Die Wurzeln dieser Malerei reichen tief in Appahs Biografie. Aufgewachsen in Accra, schöpfte er früh aus der visuellen Sprache seiner Umgebung. Kohle, das erste Material seiner Kindheit, Lotteriezahlen, urbane Zeichen und familiäre Figuren prägen bis heute sein Werk. Landschaften, Flüsse, Innenräume und wiederkehrende Gestalten formen ein poetisches Geflecht, das persönliche Erinnerung und westafrikanische Mythologien miteinander verbindet. In dieser Verbindung entfaltet sich eine Malerei, die zugleich sinnlich und reflektiert ist und die zeitgenössische figurative Kunst um eine unverwechselbare Stimme bereichert.

Tags: Figurative Kunst, Malerei, Surrealismus, Gideon Appah, Gemälde

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