David Lynch untitled (Berlin 5364: 21) by David Lynch
David Lynch untitled (Berlin 5364: 21) by David Lynch – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery

Wann: 29.01.2026 - 22.03.2026

Die interdisziplinäre Kunst zwischen Malerei und Film bildet den kunsthistorischen Kern jener Präsentation, mit der David Lynch Anfang 2026 in Berlin vorgestellt wird. Sein Werk entzieht sich seit Jahrzehnten eindeutigen Gattungsgrenzen und entwickelt sich aus einer Denkweise, in der das Bild stets vor der Erzählung steht. Lynch verstand sich selbst zeitlebens zuerst als bildender Künstler, eine Haltung, die seine Arbeit bis heute prägt und die den Zugang zu seinem vielschichtigen Œuvre eröffnet.

Schwarzweißporträt von David Lynch mit intensivem Blick, markanten Gesichtszügen und ruhiger Präsenz.
Schwarzweißporträt von David Lynch mit intensivem Blick, markanten Gesichtszügen und ruhiger Präsenz. – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery
Die Auswahl vereint Gemälde, Skulpturen, Aquarelle, Fotografien und frühe Kurzfilme und führt damit unterschiedliche Medien in einen gemeinsamen Resonanzraum. Sichtbar wird ein künstlerischer Prozess, der weniger vom narrativen Abschluss als von materialbezogener Forschung lebt. Bereits während seines Studiums an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia entwickelte Lynch jene Verbindung von Malerei und Bewegung, die 1967 in seinem ersten „moving painting“ mündete. „Six Men Getting Sick (Six Times)“ verband gemalte Bildflächen mit Projektion und markierte einen entscheidenden Ausgangspunkt für eine Praxis, in der das Experiment mit Material, Klang und Bildträger stets im Zentrum blieb.

Die Berliner Präsentation erweitert diesen Blick um Fotografien, die Lynch in der deutschen Hauptstadt aufgenommen hat. Sie verweisen auf seine langjährige Beziehung zu Europa und auf jene spezifische Atmosphäre urbaner Räume, die in seinem Werk immer wieder als Projektionsfläche für psychische Zustände dient. Architektur, Licht und Schatten werden nicht dokumentarisch gelesen, sondern in eine bildnerische Schwebe überführt, die an seine filmischen Bildwelten erinnert, ohne sie zu zitieren.

Über nahezu sechs Jahrzehnte hinweg spannte sich Lynchs künstlerische Tätigkeit über Malerei, Zeichnung, Fotografie, Druckgrafik, Skulptur, Musik und Film. Große institutionelle Ausstellungen wie „The Air is on Fire: 40 years of Paintings, Photographs, Drawings, Experimental Films, and Sound Creations“ in der Fondation Cartier in Paris oder spätere Retrospektiven in Brisbane und Maastricht bestätigten früh die eigenständige Stellung seines bildnerischen Werks innerhalb der internationalen Gegenwartskunst. Seine Arbeiten befinden sich heute in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Los Angeles County Museum of Art und die Fondation Louis Vuitton in Paris.

In Berlin tritt diese vielschichtige Praxis nun erneut als geschlossenes künstlerisches Denken hervor. Die Präsentation macht deutlich, dass Lynchs Bildwelt nicht aus dem Kino heraus zu erklären ist, sondern aus einer konsequenten, materialbasierten Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Zeit und inneren Zuständen. Seine Kunst bleibt offen, irritierend und präzise zugleich, ein Raum, in dem sich Malerei, Fotografie und bewegtes Bild zu einer unverwechselbaren ästhetischen Erfahrung verdichten.

Tags: Malerei, Fotografie, Film, Skulpturen, Gemälde, David Lynch, Aquarelle, Gemälde, Aquarelle, Schwarzweißfotografie‎, Zeitgenössische Kunst

Die Galerie ist montags geschlossen. Von Dienstag bis Samstag ist sie jeweils von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.