Porträt der Künstlerin Mattiesson und winterliche Landschaftsmalerei zwischen Licht Stille Melancholie
Porträt der Künstlerin Mattiesson und winterliche Landschaftsmalerei zwischen Licht Stille Melancholie – Mit freundlicher Genehmigung von: Mattiesson / Galerie und Kunsthof Mattiesson

Wann: 17.01.2026

Die winterliche Landschaft gehört seit der Romantik zu den stillen Projektionsflächen der Malerei, als Ort der Innerlichkeit, der Melancholie und des Lichts jenseits des Sichtbaren. In dieser kunsthistorischen Tradition verortet sich die aktuelle Ausstellung von Mattiesson, die den Winter nicht als bloße Naturerscheinung begreift, sondern als seelischen Zustand, als poetischen Raum zwischen Vergänglichkeit und Hoffnung.

Im Zentrum der gezeigten Arbeiten steht die Landschaftsmalerei als emotionaler Resonanzraum. Zarte Rosa-, Blau- und Weißtöne strukturieren die Bildflächen und verleihen ihnen eine fragile Leuchtkraft, die weniger beschreibt als erinnert. Einsame Hirsche, verschneite Wälder und stille Bachläufe erscheinen nicht als narrative Motive, sondern als Zeichen eines inneren Gleichgewichts, in dem Stille und Bewegung, Licht und Dunkelheit miteinander verschmelzen. Die Malerei entfaltet ihre Wirkung aus der Reduktion, aus der bewussten Zurücknahme des Spektakels zugunsten einer konzentrierten Bildpoesie.

Mattiessons Winterbilder stehen in der Linie jener europäischen Landschaftstradition, die Natur als Spiegel seelischer Zustände versteht. Ihre Malerei verbindet feine Farbnuancen mit emotionaler Tiefe und schafft Atmosphären, in denen das Licht nicht beleuchtet, sondern trägt. Die Werke laden dazu ein, den Winter als Moment des Innehaltens zu erfahren, als Übergang, in dem Melancholie und Zuversicht nebeneinander bestehen dürfen.

„Frostpoesie“ ist dabei weniger ein Titel als ein künstlerisches Programm. Die Künstlerin formuliert den Winter als leises, verträumtes Gegenbild zur beschleunigten Gegenwart, als Raum der Konzentration und des inneren Hörens. Ihre Bilder verweigern sich der Dramatik und setzen stattdessen auf eine stille Intensität, die lange nachwirkt.

Die Ausstellung wird im Kunsthof Mattiesson in Alt Großziethen südlich von Berlin präsentiert, einem Ort, der Galerie, Atelier und Café miteinander verbindet und damit selbst Teil des künstlerischen Erlebnisses wird. Die Vernissage findet am 17. Januar statt, Einlass ist um 16 Uhr, Beginn um 17 Uhr. Begleitet wird der Abend durch eine musikalische Untermalung von Danny von Vegen, die die Atmosphäre der Ausstellung aufnimmt und vertieft.

Mit dieser Ausstellung eröffnet sich für Kunstinteressierte die Möglichkeit, zeitgenössische Landschaftsmalerei als poetischen Erfahrungsraum zu erleben. Mattiessons Winterwelten zeigen, dass Malerei auch heute noch ein Ort des stillen Widerstands sein kann – gegen die Lautstärke der Welt und für die Kraft des leisen Sehens.

Tags: Figurative Kunst, Gegenwartskunst, Zeitgenössische Kunst, Landschaften, Landschaftsmalerei, Landschaft, Landschaftsgemälde, Mattiesson

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