„Die Moderne eröffnet Räume der Freiheit: Sie erlaubt es, mit den eigenen Mitteln neu zu sehen, neu zu denken und der Welt eine offenere, menschlichere Form zu geben.“ — Zugeschrieben an Agnes Martin
Mitsola verweist auf Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ und auf „Hoffmanns Erzählungen“ als visuelle Inspirationsquellen. Opulenz und exaltiertes Sentiment, Liebe und Unterwerfung, Begehren und Untergang durchziehen jedes Detail. Und doch bleibt Fae O ein sprachliches Wesen. Abgeleitet vom griechischen Φαΐω, „hell leuchten“, ist der Name Klang, Anfangslaut, Versprechen. Wie etwas, das im Sprechen Gestalt annimmt, um im nächsten Moment wieder zu entschwinden.
Sofia Mitsola, geboren 1992 in Thessaloniki, lebt und arbeitet in London. Nach ihrem MFA-Abschluss an der Slade School of Fine Art entwickelte sie eine international beachtete Praxis, mit Einzelausstellungen unter anderem bei Pilar Corrias in London und der Galerie Eva Presenhuber in Zürich. Ihre Werke sind heute in bedeutenden institutionellen Sammlungen vertreten, von London bis Miami, von Shanghai bis Seoul. „Psyche of Fae O“ zeigt sie auf dem Höhepunkt einer Malerei, die weiß, woher sie kommt, und gerade deshalb den Mut hat, sich dem Ungewissen auszusetzen.