Die National Portrait Gallery kündigt für 2026 eine Ausstellung an, die den Blick auf einen der kompromisslosesten Künstler des 20. Jahrhunderts neu schärft. „Lucian Freud: Drawing into Painting“ ist die erste Museumsausstellung im Vereinigten Königreich, die sich konsequent den Arbeiten auf Papier von Lucian Freud widmet und zugleich Werke zeigt, die erstmals öffentlich präsentiert werden.
Lucian Freud, 1922 geboren und 2011 gestorben, gilt als einer der bedeutendsten figurativen Maler Großbritanniens. Seine Porträts und Aktdarstellungen sind von einer schonungslosen Genauigkeit geprägt, von einer Intensität der Beobachtung, die den Menschen nicht idealisiert, sondern offenlegt. Seine Arbeitsweise, seine künstlerischen Techniken und Prozesse sowie seine kompromisslose Hingabe an das Genre des Porträts haben wesentlich zu seiner anhaltenden Popularität beigetragen.
Die Ausstellung spannt einen Bogen von den 1930er-Jahren bis ins frühe 21. Jahrhundert und folgt Freuds lebenslanger Auseinandersetzung mit Gesicht und Figur. Im Zentrum steht seine Meisterschaft der Zeichnung in all ihren Erscheinungsformen – von Bleistift, Feder und Tinte bis zu Kohle und Radierung. Ergänzt wird dieser Fokus durch eine sorgfältig ausgewählte Gruppe bedeutender Gemälde, die den lebendigen Dialog zwischen Arbeiten auf Papier und auf Leinwand sichtbar machen.
Im Vorfeld der Ausstellung hat die National Portrait Gallery zwölf neue Werke aus dem Nachlass Lucian Freuds erworben. Darunter befinden sich acht Radierungen, einschließlich eines Probedrucks, die erstmals als Arbeiten dieses Mediums in die Sammlung des Hauses aufgenommen wurden. Eine der neu erworbenen Radierungen zeigt Freuds Tochter, die Modedesignerin Bella Freud, und wird in der Ausstellung gemeinsam mit Archivmaterial und bislang ungesehenen Forschungsunterlagen präsentiert.
„Lucian Freud: Drawing into Painting“ ist die erste Präsentation seines Werks in der National Portrait Gallery seit der großen Retrospektive „Lucian Freud Portraits“ im Jahr 2012, die kurz nach dem Tod des Künstlers stattfand. Die Ausstellung markiert damit nicht nur eine Rückkehr, sondern auch eine vertiefte Neubetrachtung eines Œuvres, das die Darstellung des Menschen im 20. Jahrhundert nachhaltig geprägt hat.
Die Ausstellung wird maßgeblich unterstützt von The Huo Family Foundation. Weitere Unterstützung kommt von The Elizabeth Cayzer Charitable Trust, International Music and Art Foundation, Acquavella Galleries, Rothschild & Co und der Tavolozza Foundation, ergänzt durch John and Inge Fleming sowie den Gray Collection Trust.