Paul Cezanne, Baigneurs (Bathers), ca. 1890  Oil on canvas, 60.5 × 82.5 cm, Musée d'Orsay, Paris © GrandPalaisRMN (musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Paul Cezanne, Baigneurs (Bathers), ca. 1890 Oil on canvas, 60.5 × 82.5 cm, Musée d'Orsay, Paris © GrandPalaisRMN (musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski – Mit freundlicher Genehmigung von: FondationBeyeler / Fondation Beyeler

Wann: 25.01.2025 - 25.05.2026

Es ist Winter. Die Luft ist klar, die Farben treten zurück, und gerade in dieser Stille beginnt Paul Cézanne zu sprechen. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern mit jener konzentrierten Ruhe, aus der seine Malerei entstanden ist. Wenn der Blick langsamer wird und das Licht schärfer, zeigt sich Cézanne als das, was er immer war: ein Künstler der Verdichtung, der Reduktion, der geduldigen Annäherung an die Welt.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte widmet die Fondation Beyeler diesem Pionier der Moderne eine Einzelausstellung. Der Zeitpunkt könnte nicht passender sein. Der Winter legt alles Überflüssige frei und lenkt den Blick auf Struktur, Form und innere Ordnung – genau jene Qualitäten, mit denen Cézanne die Malerei neu gedacht hat. Seine Bilder verlangen kein flüchtiges Sehen, sondern ein Verweilen, ein langsames Erfassen von Farbe, Raum und Gewicht.

  Paul Cezanne, Pommes et oranges (Apples and Oranges), ca. 1899  Oil on canvas, 74 × 93 cm © GrandPalaisRMN (musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
  Paul Cezanne, La Montagne Sainte-Victoire vue des Lauves (Montagne Sainte-Victoire Seen from Les Lauves), 1904/05  Oil on canvas, 63.8 x 81.6 cm, The Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, Missouri, purchase William Rockhill Nelson Trust Image courtesy of Nelson-Atkins Digital Production & Preservation
Paul Cezanne, Pommes et oranges (Apples and Oranges), ca. 1899 Oil on canvas, 74 × 93 cm © GrandPalaisRMN (musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski • Paul Cezanne, La Montagne Sainte-Victoire vue des Lauves (Montagne Sainte-Victoire Seen from Les Lauves), 1904/05 Oil on canvas, 63.8 x 81.6 cm, The Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, Missouri, purchase William Rockhill Nelson Trust Image courtesy of Nelson-Atkins Digital Production & Preservation – Mit freundlicher Genehmigung von: FondationBeyeler / Fondation Beyeler

In dieser Jahreszeit wirken Cézannes Landschaften aus der Provence, seine Badenden und Porträts wie innere Landschaften. Die Montagne Sainte-Victoire erhebt sich nicht als spektakuläres Motiv, sondern als stiller Prüfstein des Sehens, immer wieder neu befragt, immer wieder anders gesetzt. Cézanne malt nicht, was er sieht, sondern wie Sehen entsteht. In seinem Atelier im Süden Frankreichs formte er aus Farbe, Licht und Fläche eine Malerei, die zugleich streng und offen ist, gebaut aus Spannung und Balance.

Die Ausstellung führt in die letzte und bedeutendste Phase seines Schaffens, in jene Jahre, in denen Cézanne mit äußerster Konsequenz arbeitete. Rund 80 Ölgemälde und Aquarelle aus bedeutenden institutionellen und privaten Sammlungen machen sichtbar, wie er Bild für Bild eine neue Ordnung der Welt entwarf. Hier zeigt sich ein Künstler in Hochform, der mit jedem Pinselstrich die Malerei erneuerte und damit den Grundstein für die Kunst des 20. Jahrhunderts legte.

Nicht zufällig wurde Cézanne zum „Vater der Moderne“. Und nicht zufällig sprach Pablo Picasso von ihm als dem „Vater von uns allen“. In der winterlichen Klarheit dieser Ausstellung wird deutlich, warum diese Worte bis heute tragen. Cézannes Werk erscheint hier nicht als historisches Kapitel, sondern als gegenwärtige Erfahrung – still, konzentriert und von einer Kraft, die lange nachwirkt.

 

„Was ich will, wird erst am Ende meines Schaffens deutlich werden, als Ganzes gesehen …“Max Beckmann

Deshalb, worauf kommt es im Leben wirklich an?

Es sind die leisen Augenblicke des Glücks, die wir mitnehmen und im Herzen bewahren.

Andreas Färber

Tags: Paul Cézanne, Moderne Kunst, Malerei, Postimpressionismus, französische Maler, Kunstgeschichte, 19. Jahrhundert

Täglich 10 - 18 Uhr, mittwochs 10 - 20 Uhr.Das Museum ist an allen Sonn- und Feiertagen geöffnet.