Ugo Mulas Robert Rauschenberg at the 32nd International Biennial Art Exhibition, Venice, 1964 Silver gelatine  Courtesy of Archivio Ugo Mulas, Milan  Photo Ugo Mulas © Ugo Mulas Heirs. All rights reserved
Ugo Mulas Robert Rauschenberg at the 32nd International Biennial Art Exhibition, Venice, 1964 Silver gelatine Courtesy of Archivio Ugo Mulas, Milan Photo Ugo Mulas © Ugo Mulas Heirs. All rights reserved – Mit freundlicher Genehmigung von: MuseoThyssen / Museo Thyssen-Bornemisza Madrid

Wann: 03.02.2026 - 24.05.2026

Im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza richtet sich Anfang 2026 der Fokus auf einen zentralen kunsthistorischen Anker der Moderne: Robert Rauschenberg. Die Ausstellung „Rauschenberg: Express. On the Move“, zu sehen von 3. Februar bis 24. Mai 2026, entfaltet sich aus einem einzigen Werk heraus und folgt dessen innerer Dynamik. Im Zentrum steht „Express (1963)“, ein Schlüsselwerk aus der Thyssen-Bornemisza Collection, das wie kaum ein anderes für Rauschenbergs radikale Vorstellung von Kunst als offenes System steht.

In „Express (1963)“ verdichten sich Bewegung, Geschwindigkeit und Fragmentierung zu einem Bildraum, der keine Ruhe kennt. Rauschenberg löst hier die Malerei aus ihrer traditionellen Statik und überführt sie in einen Zustand permanenter Veränderung. Das Werk wird zum Schauplatz eines Denkens, das sich aus unterschiedlichsten Quellen speist und die Grenzen zwischen Disziplinen bewusst negiert. Diese Offenheit ist kein formales Spiel, sondern Ausdruck eines künstlerischen Programms, das sich gegen Hierarchien richtet und den Dialog zwischen Kunst, Alltag, Körper und Wissenschaft sucht.

Kuratiert von Marta Ruiz del Árbol, Senior Curator für Moderne Malerei des Museums, eröffnet die Präsentation neue Perspektiven auf dieses zentrale Werk innerhalb von Rauschenbergs Œuvre. Sie verfolgt die komplexe Ikonografie von „Express“ ebenso wie den experimentellen Impuls, der den Künstler dazu brachte, mit Akteuren aus Tanz, Performance, Bildender Kunst und Wissenschaft zusammenzuarbeiten. In diesem Kontext erscheint das Werk als Katalysator eines erweiterten Kunstbegriffs, der in den 1960er-Jahren international wirksam wurde.

Die Ausstellung verortet „Express (1963)“ zugleich in jenem historischen Moment, der Rauschenbergs weltweiten Durchbruch markierte. 1964 erhielt er den Grand Prix für Malerei auf der Biennale von Venedig – eine Auszeichnung, die seine Rolle als einer der entscheidenden Erneuerer der Kunst des 20. Jahrhunderts bestätigte. Von hier aus entwickelte sich ein Einfluss, der bis in die Gegenwart reicht und zahlreiche zeitgenössische Künstler nachhaltig geprägt hat.

„Rauschenberg: Express. On the Move“ ist Teil eines internationalen Programms zum hundertsten Geburtstag des Künstlers, das sein Werk aus heutiger Perspektive neu liest. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur seine formale Innovationskraft, sondern auch seine feste Überzeugung von Kunst als Mittel individueller und gesellschaftlicher Transformation. Die Ausstellung lädt dazu ein, Robert Rauschenberg nicht als historische Figur zu betrachten, sondern als aktiven Impulsgeber, dessen künstlerisches und ethisches Vermächtnis bis heute in Bewegung ist.

Dieses Projekt wird unterstützt von der Robert Rauschenberg Foundation.

Tags: Robert Rauschenberg, Malerei, Gegenwartskunst, Moderne Kunst, Objekte, Fotografie

Montag, 12.00 – 16.00 Uhr

Dienstag bis Sonntag, 10.00 – 19.00 Uhr